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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Westerberg, Bebauung im Gebiet der Apfel-Allee
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Kleinbild
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Um die Westerberg-Landschaft

Ein Antrag aus den Reihen des Rates fordert: Nördlich der Caprivikaserne keine Bebauung! Kein neuer Autoweg Albrecht - Caprivistraße über die Grünfläche! - Die Bauverwaltung sagt: Bei einer Grunderwerbssumme von 1, 2 Millionen macht die Wirtschaftlichkeit eine teilweise Bebauung notwendig. Statt drei Überquerungen nur ein Autoweg

Die endgültige Gestaltung des Westerberges gehört zu den Problemen, die seit Jahren die Gemüter der Osnabrücker Bürger bewegen. Das Thema wurde vor etwa einem Jahr wieder aktuell, als der Stadt der Erwerb eines großen Grundstückteils des Westerberges, der früher zum Gute Muesenburg gehört hatte, gelang. Es geht auch hier wieder wie bei fast allen Maßnahmen zur Neugestaltung um den Bestand des Stadtbildes, um die Erhaltung dieses letzten, schon nahezu in das Stadtgebiet eingebetteten Freilandes als natürlichen landschaftlichen Bezirk, der der Einwohnerschaft auch in Zukunft als ein notwendiges Erholungsgebiet dienen und nicht zu einem voll bebauten Stadtteil werden soll. In der heutigen Sitzung des Rates wird man sich auf Grund eines Antrage der Ratsherrin Thalheim erneut mit diesen Fragen befassen müssen. Der erste, schon vor längerer Zeit entworfene Plan zur Gestaltung des Westerberges sah u. a. eine weitere Bebauung des Freilandes südlich und nördlich der Caprivikaserne (bzw. der zum Gute Muesenburg gehörenden Apfelallee) bis an die freie Grünfläche vor.

Einspruch des Regierungspräsidenten

Gegen die Bebauung nördlich der Apfelallee bis zur Grünfläche erhob der Regierungspräsident Einspruch. Der schraffierte Teil auf dem oben abgebildeten Plan zeigt das Gebiet an, das entsprechend den Wünschen des Regierungspräsidenten von der Bebauung ausgenommen wurde.

- Während die Bebauung südlich der Apfelallee nicht umstritten ist, fordert der Antrag der Ratsherrin Thalheim, der heute zur Verhandlung steht, einen Beschluß vom Rat, die Höhe des Westerberges nördlich der Carpivikaserne (bzw. Apfelallee) bis zur freien Grünfläche gar nicht zu bebauen.

Die mit diesem Antrag aus den Reihen des Rates ergriffene Initiative verdient alle Anerkennung, weil sie in der nicht unberechtigten Sorge geschieht, das Landschaftsbild, wie es der Westerberg heute noch bietet, könnte gestört und beeinträchtigt werden. Hier spielt auch sicher die Überlegung eine Rolle, daß man sich endgültig über die Freihaltung dieses Gebietes klarwerden muß, wenn man nicht Gefahr laufen will, daß die einmal vorgestreckten Fühler einer Bebauung in künftigen Jahren weitergreifen könnten.
Die Bauverwaltung weist im Gegensatz zu diesen Überlegungen darauf hin, daß schon in dem 1949 entschiedenen Wettbewerb das in Frage stehende Gebiet nördlich der Apfelallee für eine Bebauung vorgesehen worden sei.

- Im übrigen müsse daran gedacht werden, bei einer Grunderwerbssumme von 1, 2 Millionen DM für diesen riesigen Geländeteil auch die Wirtschaftlichkeit nicht außer acht zu lassen. Die Stadt sei nicht in der lage, diese Summe ausschließlich für eine Grünfläche auszugeben. Sie müsse auch durch eine teilweise Bebauung die Kosten dieses Erwerbs tragbar machen.

  Probleme der Verkehrsverbindung

- Der Antrag der Ratsherrin Thalheim fordert in seinem zweiten Teil von dem Rat einen Beschluß, den geplanten Fahrweg für Autoverkehr von der Albrechtstraße über die Grünfläche zur Caprivistraße, wie es in dem genehmigten zweiten Plan vorgesehen ist, nicht zu bauen.

Die Städt. Bauverwaltung stellt dazu fest, daß diese geplante Straße die einzige Verbindung zwischen Eversburg und dem westlichen Stadtteil über den Westerberg sein werde, da die Barbarastraße in Höhe der Kasernen in einer Kehre auslaufen und sich nicht mehr bis zur Caprivistraße fortsetzen werde. Auch die Verbindung der verlängerten Richard-Wagner-Straße zur Artilleriestraße gelange in Fortfall, ebenso die Querverbindung von der Mozartstraße zur Sedanstraße.
Dort, wo die Querverbindung Albrechtstraße - Caprivistraße den Kammweg schneidet, erlaube eine Ausnutzung der natürlichen Höhenunterschiede die Überbrückung des Kammweges, so daß der Spaziergänger durch den Verkehr nicht belästigt werde.

- Es gebe dann nur diesen einen Verbindungsweg, der eine Gefährdung der den Kammweg benutzenden Fußgänger dank der Überbrückung ausschalte. Das gesamte Gebiet von der Albrechtstraße bis zur Gluckstraße bleibe so von allem Verkehr unbelästigt. Nur von der Schubertstraße bis zur Gluckstraße werde der Kammweg noch befahren werden müssen.

  Diese Verbindung zwischen dem inneren Ring und der Gluckstraße sei jedoch unbedingt erforderlich, da sonst die Umwege von Stadtviertel zu Stadtviertel zu groß seien und weil der umgeleitete Verkehr dann den Lieneschweg noch mehr als bisher blockieren werde. Dazu bleibe dem Rat überlassen, beispielsweise die LKW. auf der Verbindung Albrechtstraße - Caprivistraße nicht zuzulassen.
Die Forderung des Antrages der Ratsherrin Thalheim hat wahrscheinlich nicht nur im Sinn, den Autoverkehr aus diesem als Erholungsgebiet gedachten Bezirk grundsätzlich herauszuhalten. Darüber hinaus soll sicherlich ein erneutes Zerschneiden der freien Grünfläche verhindert werden. Hier stoßen sich wieder einmal Zweck und Schönheit im Raum, und es ist nur zu wünschen, daß dieser Antrag eine unmißverständliche Entscheidung über die Grenzen der Bebauung und über das Anrecht des Verkehrs herbeiführen wird.

An die Bepflanzung denken

Dieser zweite, von Regierung und Rat genehmigte Plan sieht in Anlehnung an den Wettbewerb aus dem Jahre 1949 eine lockere Bepflanzung des Kammweges dergestalt vor, daß sich überall schöne landschaftliche Ausblicke bieten und genügend Schutz gegen Wind und Sonne gegeben ist. Dazu sollen an der Eversburger Seite und an der Seite der Beethovenstraße Spazierwege mit Baumbepflanzung entstehen; auch ist an einen Radfahrweg an der Eversburger Seite gedacht.
Von dem ursprünglichen Gedanken, auf der Kuppe des Westerberges ein niederes Cafè anzulegen, ist man abgekommen. Wenn nun jetzt mit der Gestaltung des Westerberges hinsichtlich der Bebauung begonnen wird, sollte man wirklich ganze Arbeit leisten, indem man auch gleich die Anlage dieser Wege sowie deren Bepflanzung und vor allem die Randbepflanzung des weiten Gebietes in Angriff nimmt und vollendet, damit die Frucht der jahrelangen Überlegungen und Bemühungen auch ein Fertiges und ein Ganzes ist!


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