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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Leserbrief.
Artikel:
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Originaltext:
In der Nacht begann die
  Wall-Zerstörung

Sprechen wir einmal darüber. Es war in der Nacht zum gestrigen Dienstag. Im Tageblatthaus stand das Telefon nicht still. Immer wieder neue Anrufe empörter Osnabrücker Bürger über den Kahlschlag am Wall. Mit Einbruch der Dunkelheit hatten die Arbeiten begonnen. Vor dem Heger Tor verschwand Baum um Baum. Insgesamt waren es 14. Osnabrück schleift seine Anlagen. Und das im Jahre 1958. Daß die Erbitterung über dieses Trauerspiel weiterhin wächst, ist der beste Beweis für die gesunde Einstellung der Osnabrücker Bürgerschaft. Die Stadt hätte diese Kraftprobe unterlassen sollen. Sie hätte besser dabei gefahren. Was ihr jetzt als Ernte in den Schoß fällt, ist verstärktes Mißtrauen. Was an ihr haften bleibt, ist der Ruf der Starrköpfigkeit. Das alles hätte nicht sein brauchen. - Es war kurz vor 23 Uhr in der " Nacht der scharfen Sägen". Die Fernsprechvermittlung im Tageblatthaus legte wiederum - wie schon so oft in dieser Nacht - ein Gespräch in die Räume der Redaktion.
" Gibt es eine Möglichkeit, den Arbeitern am Wall die Geräte aus der Hand zu nehmen? Was können wir tun, um dieser Barbarei ein Ende zu bereiten? Kann redliche Arbeit nicht am Tage geschehen? Muß die Stadt den Schutz der Dunkelheit suchen, weil sie sich vor ihren eigenen Entschlüssen fürchtet?" Frage um Frage. In dieser Nacht schliefen die Bürger am Wall nicht. Es kam fast zu einer offenen Meuterei. Doch was können die Arbeiter dazu, daß sie hier nachts das Werk der Zerstörung ausführen müssen. Sie müssen vielleicht gegen ihr eigenes Gewissen handeln. Aber wo bleiben in dieser Nacht die Ratsherren? Wo hatte auch nur einer von ihnen den Mut, sich an dem aufgerissenen und verschandelten Wallstück zu seiner Tat zu bekennen? Die Bürger haben vergeblich auf sein Erscheinen gewartet.
Willibald


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