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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Raupenfahrzeuge tummelten sich
 
Die Blitzaktion am Wall
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Anlagen zwischen Kleiner Post und Museum sind zerstört - Die neue Straßenflucht abgesteckt - Jetzt werden die Bäume fallen

Wie angekündigt, wurde am gestrigen Montagmorgen - eine Woche eher als seit langem festgesetzt war - mit den Arbeiten auf dem Abschnitt zwischen Martinistraße und Heger Tor der Wallanlagen der " Verkehrserneuerung" begonnen, die bekanntlich den größten Teil der Anlagen zwischen der Kleinen Post und dem Museum nebst dem Rosenrondell einer neuen dreispurigen Fahrbahn aus Richtung Dielingerstraße zur Lotter Straße zuschlagen und die Insel unweit der Dielingerstraße zu einem schmalen Fahrbahnteiler machen wollen. Man gab sich mit der Schaffung " vollendeter Tatsachen" alle Mühe, denn schon in den frühen Vormittagsstunden sah es am Heger Tor, dessen Platzgestaltung nun wesentlich verändert wird, wie nach einem Bombenangriff aus.
Das Rosenrondell wurde eingeebnet, das Pflaster des Bürgersteiges aufgenommen und die rechte Fahrbahn bis etwa in Höhe der Rolandstraße der Asphaltdecke entkleidet, deren Teile zu Hauf geschichtet wurden. Das Pflaster wird wohl dem Asphalt folgen, damit man mit diesen Materialien (wie praktisch das doch ist) in einiger Zeit wenige Meter weiter eine neue Fahrbahn inmitten der Wallanlagen bauen kann!
Den ganzen Tag über wurden die Arbeitsstellen von " Schlachtenbummlern" begutachtet, die diese radikale Veränderung an Osnabrücks letztem und wesentlichem Bestand in dem Sinne diskutierten, daß dies auf keinen Fall erforderlich gewesen sei und weniger ein Mehr hätte bedeuten können, indem man die Wallanlagen bewahrt, das Stadtbild geschützt und dem Verkehr auf andere und billigere Weise Raum geschaffen hätte!
Am Heger Tor kommt nun jede Einsicht zu spät. Aber noch ließe die Verquickung der Wallanlagen mit den Fahrbahnen des Ringes auf dem Abschnitt zwischen Rolandstraße und Martinistraße abstoppen, die ja schließlich doch nur ihre Auflösung zu einem späteren Zeitpunkt vorbereitet.
Nachstehend finden die Leser die Abschrift eines Schreibens, das ein Bürger der Stadt dem Oberstadtdirektor per Einschreiben übersandte, um in letzter Stunde eine Änderung des Planes zu erreichen, soweit der leitende Kommunalbeamte darauf Einfluß nehmen kann:

" Es ist besorgniserregend, wenn nicht erschreckend, mit welcher Gelassenheit die Osnabrücker Bevölkerung den vorgesehenen Umbau der Wallanlagen zwischen Heger Tor und Rehmstraße zur Kenntnis nimmt.
  Ich möchte deshalb mit aller Entschiedenheit allerschärfstens gegen diesen Umbau meinen persönlichen Protest anmelden.
Es wird Ihnen nicht entgangen sein, daß diese Wallanlagen bisher einen schönen Ausgleich für all die Verschandelungen der Stadt, die teilweise durch behördliche Zustimmung geduldet wurden, bildete.
Bitte tun Sie ihr Teil dazu, daß die Vernichtung der Wallanlagen, die für die Stadt ein sehr großes Stück Tradition bedeuten, im letzten Moment verhindert wird, obwohl der Baubeginn unverständlicherweise um eine Woche vorverlegt worden ist."

Unterschriften sammeln!

Die nachstehende Zuschrift einer alten Osnabrückerin ist ein Hilferuf an die Kulturvereine und Gesundheitsämter und dazu eine Aufforderung, Listen zur Sammlung von Unterschriften für die Erhaltung der Wälle auszulegen.

" Der Artikel über die Wallanlagen im Osnabrücker Tageblatt vom 26. Juli ist uns sehr aus der Seele gesprochen, und wir danken Ihnen für Ihren Einsatz. Wir sind davon überzeugt, daß Tausende von Osnabrückern Ihnen zustimmen, um die alten Anlagen, besonders den Baumbestand der Stadt, zu erhalten. Wäre es möglich, an mehreren Stellen der Stadt Listen auszulegen, um Unterschriften gegen das Projekt der Umwandlung des Walles zu sammeln? Könnte man nicht die Kulturvereine zum Protest aufrufen und die Gesundheitsämter interessieren?

Im Namen vieler Osnabrücker: L. B."

" Warum haben Sie geschwiegen?"

Ein Leser schreibt:

" Des öfteren war im OT zu lesen, daß die Wallanlagen in Osnabrück abgebaut werden sollen, wogegen sich das OT zur Wehr setzte. Nun sollen doch die Anlagen abgebaut werden, und das noch früher als vorgesehen. Mit tiefem Bedauern ist dem Zeitungsbericht zu entnehmen, daß nicht ein Ratsherr zu dieser für Osnabrück so schönen Anlage Stellung genommen hat. Fehlte es den Herren an Mut, sich für eine Angelegenheit einzusetzen, für die viele Osnabrücker Bürger sich schon einsetzten?
Warum haben Sie geschwiegen?
Eine Frage mit der sich viele Osnabrücker befassen, ist: Woher will die Stadt die Gelder nehmen, wenn für das Projekt ` Wallanlagen` die Gelder nicht ausreichen oder durch dies Projekt für andere zu wenig oder kein Geld mehr vorhanden ist? Osnabrücker, nehmt Stellung zu dem Problem ` Wallanlagen` und nicht erst dann, wenn alles durchgeführt ist und ihr die schönen Anlagen vermißt!"
Autor:
F. B.


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