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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Bitte des Bürgervereins Nordwest
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Keinen Rummelplatz auf dem Westerberg schaffen

Bitte des Bürgervereins Nordwest
Bemerkungen zur zukünftigen Gestaltung des Westerberges -
" Luginsland" über den Dächern Osnabrücks

" Die Westerbergkuppe bleibt erhalten", so lautete der Titel eines Berichtes, der am 1. Februar in " Osnabrücker Tageblatt" erschien. In ihm wurde die Bürgerschaft mit einem Plan des Planungsamtes der Stadt Osnabrück bekanntgemacht, der sich mit der zukünftigen Gestaltung der Westerberglandschaft befaßte. Die im Verlag Meinders & Elstermann (J. G. Kisling) erscheinende Zeitschrift " Der Osnabrücker Bürger" behandelt in ihrer heute erscheinenden Februarnummer ebenfalls die geplante Gestaltung des Westerberges. In einem beachtenswerten Artikel macht sich Dr. Brans zum Sprecher des Bürgervereins Nordwest, um dem Rat der Stadt einige Bemerkungen zu der Westerbergplanung vorzulegen.

Mit den nachstehenden Ausführungen wendet sich Dr. Brans an den Rat und die Öffentlichkeit:
" Der Westerberg ist eine von den Erhebungen der " 7-Hügel-Stadt" Osnabrück. Und wahrhaftig nicht die geringste! Die Höhe von 102 m und eine Rückenlänge von etwa 1 km gestatten Spaziergänge mit prächtigem Ausblick in die Landschaft der Stadt zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald. Das weiß jeder Osnabrücker und auch mancher Besucher der Stadt. Und wer diesen " Luginsland" erstmalig erlebt, wie der Deutsche Wanderführer beim 100jährigen Bestehen des Verschönerungs- und Wandervereins 1935, der ist wirklich erstaunt!
Nachdem es nun feststeht, daß die Liegenschaft der sog. Muesenburg mit etwa 30 ha Bodenfläche und den bekannten Baulichkeiten zum 1. November 1958 der Stadt Osnabrück übergeben wird, darf sich auch der Bürgerverein Nordwest, dessen Betreuungsgebiet vom Hafen bis zum Westerberg reicht, zum Worte melden.

Grün- und Erholungsgebiet

Die ideelle Seite in der Erhaltung der Westerberglandschaft vom Standpunkt des Natur- und Heimatfreundes hat bereits der Wiehengebirgsverband am 9.11.57 herausgestellt. Ebenso wandte sich der Frauenring Osnabrück unlängst mit einem Antrag an den Rat der Stadt zum " Schutze des einzigartigen Erholungsgebietes". In der 6. Folge 1957 der Zeitschrift " Architekt und Ingenieur" hat der zuständige Bausenator, Baurat C. Cromme, zum ersten Male ein Modell über die Westerberggestaltung veröffentlicht. Somit ist eine klare, gemeinsame Erkenntnislinie festzustellen aus der Zeit des BV-Kollegs 1926 über die Landschaftsschutzerklärung aus 1938 bis zur Gegenwart: Der Westerberg gehört zu Osnabrücks Grün- und Erholungsgebieten.

Kein Rummelplatz

Zum Modell der Planung, zu deren Durchführung nach Zeitungsberichten Änderungsmöglichkeiten noch gegeben sind, einige Bemerkungen:
Bei der Rührigkeit und Aufmerksamkeit in der Fremdenverkehrswerbung der Stadt besteht die Möglichkeit, eine besondere Gelegenheit auszunutzen. Nach dem Planungsmodell ist auf der Scheitelhöhe, Kreuzung Artilleriestraße und Edinghäuser Weg, eine größere Gebäudeanlage vorgesehen. Wir haben Bedenken gegen einen Fremdenverkehrs-Rummelplatz mit Aussichtstürmen und dergleichen. Die nahen Heger-Gehölz-Cafès bieten Bewirtungsmöglichkeiten genug!
Es ist eine Randbebauung vorgesehen, die den schönen Ausblick in die Landschaft noch verbessert insofern, als sie die Blickstörung durch die Kasernements verdeckt. Damit wird auf der nördlichen Hangseite gleichzeitig ein bereits vorhandenes Wohnsiedlungsgebiet wesentlich erweitert. Die südliche Wohnlage erfährt dadurch ihre Ergänzung nach Norden. Daraus ergeben sich notwendige Folgerungen für die Anlage der Verkehrswege.
Nach dem Modell wird die Barbarastraße aufgehoben. Dadurch wird der Verkehr vom Sedanplatz über den Westerberg durch die Albrechtstraße - im oberen Bergteil bei der Muesenburg auslaufend - abgeleitet. Dieser Plan kann nicht die Billigung unseres Stadtteils finden. Die Barbarastraße ist die asphaltierte Verbindungsstraße zwischen den Kasernenkomplexen auf dem Westerberg und an der Sedanstraße. Zu diesem Zwecke wurde sie vor dem Kriege gebaut. Sie ist bislang ohne Wohnungsanlieger und wird es auch bleiben.

Durchgangsverkehr fernhalten

Den Verkehrsübergang bei der Muesenburg zu suchen, ist natürlich und gerecht; denn hier liegt der Westerbergpaß, d. h. die niedrigste Stelle im langgestreckten Rücken.
Es erhebt sich die grundsätzliche Frage, ob es nicht zum Schutze des Erholungs- und Wohnsiedlungsgebietes notwendig ist, allen Schwer- und Durchgangsverkehr fernzuhalten. Zwang nicht die topographische Lage Osnabrücks, die Verkehrsentwicklung im Ausbau der bisherigen Ein- und Ausfallstraßen und die Weiterführung des Verkehrs in Ringverteilern zu suchen?
Im übrigen wird die Bürgerschaft des Stadtteils schon bald Gelegenheit haben, aus berufenem Munde Näheres über die Gestaltung unseres Stadtteiles zu erfahren. Wir haben die Hoffnung und das Vertrauen, daß der Rat und die Stadtbauverwaltung in echter kommunalpolitischer Zusammenarbeit und demokratischer Gemeinschaftspflege des Bürgersinnes auch den Stimmen aus der Bürgerschaft lauschen wird."


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