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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Vor der Umgestaltung am Hasetor
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Vor der Umgestaltung am Hasetor

Auf der Karlstraße 14, 50 m Fahrbahn - Unter der Unterführung zum Nonnenpfad in Zukunft drei Fahrspuren - Bis auf 2, 50 m an den Pernickelturm - Straßenbahnhaltestelle mit 2 Inseln - Zebrastreifen 24 m lang

Damit der Verkehr fließen kann!

Das kostet:
- 27 Bäume fallen
- Vitischanze z. T. angeschnitten
- Lyradenkmal dicht an der Straße

In der heutigen Sitzung wird der Rat aller Wahrscheinlichkeit nach 1 Million DM aus außerordentlichen Mitteln für die Verkehrsbereinigung in Osnabrück freistellen. Diese Million soll 5 verschiedenen Straßenbauvorhaben dienen, um die neuralgischen Punkte des Verkehrs zu bereinigen bzw. Engpässe zu beseitigen. An erster Stelle der geplanten 5 Projekte steht die Ausgestaltung des noch fehlenden Stückes des inneren Ringes von der Einmündung der neuen Riedenstraße in die Karlstraße über den Hasetorplatz bis zur Stüvestraße, von dem zunächst das Teilstück Karlstraße bis zum Pernickelturm schon in diesen Tagen in Angriff genommen werden soll. Am Rißmüllerplatz und am Heger Tor will man durch Zurücknahme der Bordsteinkanten an verschiedenen Stellen einen flüssigeren und besser sortierten Verkehr ermöglichen, während auf der Strecke Schloßwall / Rehmstraße und auf dem Teil der Johannismauer bis zur Johannisstraße noch bestehende Engpässe beseitigt werden sollen. Wie Baurat Dahrenmöller hervorhob, geht es dabei nicht nur um die Neugestaltung der Straßenoberflächen, sondern auch um wesentliche Umverlegungsarbeiten der Versorgungsleitungen und der Neugestaltung der angeschnittenen Grünanlagen, so daß man mit einer Fertigstellung dieser Projekte erst etwa April oder Mai 1958 rechnen kann.
Es geht hier also im wesentlichen um Verbreiterungsarbeiten großen Stils, die den zunehmenden Kraftverkehr auf dem Ring zum Fließen bringen sollen. Ein Zweck, der ohne weiteres einleuchtet und den der Rat auch mit der Freigabe der Mittel (nachdem die Projekte sicherlich vorher in den Ausschüssen erwogen worden sind) wohl bejahen wird. Das kostet natürlich etwas, und man hat sich ganz offensichtlich trotz wiederholter Warnungen auch des Osnabrücker Tageblattes damit abgefunden, daß solche Umgestaltungen auf Kosten des Stadtbildes gehen, dessen Bedeutung für die Zukunft in diesem Rahmen nicht noch einmal erörtert werden kann.

Denn das neue Projekt am Hasetor kostet dem Stadtbild nicht nur 27 große Bäume, die bisher als Luftreiniger funktioniert haben, sondern dazu ein Anschneiden der Vitischanze bis zu 6 Metern und ein Lyradenkmal, das dicht an die Straße gerät und dann wohl umgesetzt werden muß. Man hat sich zwar bemüht, behutsam mit dem Bestand des Stadtbildes umzugehen; aber der Radikalismus eines Kraftverkehrs von heute verlangt hier Opfer, zu denen sich nicht jeder in der Stadt so ohne weiteres bekennen kann. Zu dieser Seite der Angelegenheit hat nun der Bürger das Wort.

Karlstraße auf Ringbreite

In nächster Zeit werden die Arbeiten zur Vollendung des Stadtringes auf der Karlstraße von der Einmündung der neuen Riedenstraße an beginnen. Die Fahrbahn der Karlstraße erhält eine Breite von 14, 50 Metern und wird damit dem Ring angepaßt. Der Bürgersteig an der Seite der Bahnlinie wird 5, 50 m breit, an der Seite der Tennisplätze 4 m. Während die Bäume an der Bahnlinie erhalten bleiben, werden die Bäume an der Seite der Tennisplätze fallen. Die Tennisplätze selbst sollen nicht angeschnitten werden, jedoch die vorgelagerten Anlagen.
Die Einmündung des Nonnenpfades gegenüber dem Haus Karlstraße 15 wird auf Kosten der Bürgersteige unter der Unterführung auf die Breite dreier Fahrbahnen gebracht. Das Haus Karlstraße 15 bleibt zunächst noch bestehen, jedoch wird der Vorgarten in den Straßenbau einbezogen.

Bis auf 2, 50 Meter an den Pernickelturm.

Der Bürgersteig zwischen Nonnenpfad und Hasetorbahnhof bleibt zunächst unverändert, während auf der anderen Seite ein großer Teil des Bürgersteiges hinzugenommen wird, so daß 4 Fahrspuren entstehen. Die Fahrbahn rückt damit bis auf 2, 50 Meter an den Pernickelturm heran. Von hier aus werden auch bis zum Haus Karlstraße 15 die Bäume fallen.
Auf dem eigentlichen Platz etwa in Höhe des Lyradenkmals muß man die zweigleisige Straßenbahn wieder mit einbeziehen, die ja noch auf Jahre hinaus wohl erhalten bleiben wird.

Zwei Haltestelleninseln.

An der jetzigen Haltestelle sollen zwei Inseln eingelegt werden. In ihrem Bereich wird auch ein Fußgängerübergang mit Zebrastreifen verlaufen, der insgesamt 24 Meter breit ist .........
Das Lyradenkmal gerät dann dicht an die Straße, weil von den Anlagen vor dem Denkmal und andererseits an der Bahnlinie bis 6 Meter in die Straße einbezogen werden müssen. Das Lyradenkmal könnte zwar seinen Platz behalten. Aber wenn es so dicht - beinahe mitten im Verkehr - steht, wäre schon besser, wenn man es in die Gegend des unteren Herrenteichswalles umsetzen würde.

6 Meter auf Kosten der Vitischanze.

Die Vitischanze muß zwischen 3 bis 6 Metern von ihrer bisherigen Ausdehnung abgeben. Man will die äußere Mauer zurücksetzen und nur in etwa 30 cm Höhe wieder hochziehen und Erdreich schräg anschütten, das wieder zur Grünanlage gestaltet würde.

Brückenbreite von 28, 50 Metern.

Die zwischen dem Gelände des Klosters " Zur ewigen Anbetung" und der Vitischanze liegende Hasebrücke soll auf einer Gesamtbreite von 28, 50 Metern gebracht werden. Zur Seite der Vitischanze soll die Brücke um 4 Meter, zur Seite des Klosters um 12 Meter verbreitert werden.
Die neue Fahrbahn würde dann fünf Fahrspuren aufnehmen, und zwar eine Fahrspur für Rechtsabbieger zur Stadt und je zwei Fahrspuren für den Geradeausverkehr in beiden Richtungen. Eine Omnibushaltestelle soll in einer Einbuchtung angeordnet werden. Bis zur Stüvestraße verläuft dann die Fahrbahn vierspurig in der normalen Ringbreite von 14, 50 Metern. Die Vorgärten der Häuser bis zum Beginn der Stüvestraße werden angeschnitten.
....................
Von 54 Bäumen 27!

Insgesamt sind es 54 Bäume, die dem fließenden Verkehr in diesem Bereich im Wege stehen. Davon sind, wie Baurat Dahrenmöller feststellte, 9 Bäume krank.
18 jüngere Bäume sollen umgesetzt werden.
27 Bäume fallen dem Verkehr zum Opfer.
Es sind zumeist große und stattliche Bäume, die zu ihrem Wachstum und damit zu ihrer heutigen luftreinigenden und wasserspendenden Funktion an die 50 Jahre gebraucht haben. Was sie nicht mehr aufnehmen können, wird nun der Fußgänger zusätzlich schlucken müssen, der bis jetzt noch die Mehrheit der Verkehrsteilnehmer stellt.


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