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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Zweite Hauptstraße durch Haseüberbrückung
Artikel:
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Originaltext:
Es wäre das Ei des Kolumbus für die Verkehrsnot:
Zweite Hauptstraße durch Haseüberbrückung
Überbrückung der Hase vom Neumarkt bis zum Herrenteichswall und Weiterführung der neuen Verkehrsstraße über den unteren Herrenteichswall bis zum Hasetor für nur 970 000 D-Mark? - Am heutigen Tage Besprechung des Projektes im Rathaus

Der Gedanke einer Nutzbarmachung des von der Hase beanspruchten Raumes inmitten der Stadt als Verkehrsfläche ist über 40 Jahre alt. Vor einiger Zeit wurde ein Projekt zur Überbückung der Hase innerhalb der Stadt im Osnabrücker Tageblatt veröffentlicht; jedoch wurde aus Fachkreisen dazu bemerkt, daß an eine Verwirklichung nicht zu denken sei, weil diese Überbrückung mindestens 8 Millionen Mark verschlingen würde. Es erscheint aber in Anbetracht der gegenwärtigen beengten Verkehrssituation unserer Stadt durchaus verständlich, wenn Verkehrsfachleute wie Berufsfachleute immer wieder die Blicke forschend und grübelnd über den im Stadtinnern von der Hase beanspruchten Raum gleiten lassen und sich nicht so leicht von dem Gedanken trennen können, daß hier sozusagen eine Ausweichmöglichkeit auf ihre Lösung wartet.
Der Osnabrücker Baumeister und Architekt Otto Pape, der bis zur letzten Gemeindewahl dem Osnabrücker Rat als Ratsherr angehörte, hat nun einen Plan entwickelt, der bei seiner ersten Inaugenscheinnahme viel Verlockendes an sich hat. Am heutigen Nachmittag findet im Ratssitzungssaal eine Besprechung statt, gelegentlich der Baumeister Pape seinen Plan den Ratsherren unterbreiten und ihn zur Diskussion stellen wird. Wenn hier dieser Plan in groben Zügen aufgezeigt wird, so geschieht dies, um ihn vor dem größeren Forum der Osnabrücker Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen. Es wird Sache des Rates und der einschlägigen Experten sein, diesen Vorschlag auf seine Brauchbarkeit und Kostenwürdigkeit hin genau zu prüfen und dementsprechend zu entscheiden.
Soweit aus den knappen, zur Verfügung stehenden Angaben ersichtlich, ist nicht etwa an eine Überbrückung des gesamten Haseraumes innerhalb der Stadt von der Neuen Mühle bis zum Hasetor gedacht, sondern es wird lediglich eine solche Überbrückung vom Neumarkt (beim Sparkassengebäude beginnend) bis zum Herrenteichswall vorgeschlagen. Die auf diese Weise neu gewonnene Straßenstrecke soll dann über den Platz am Haarmannsbrunnen geführt werden und ihre Fortsetzung über den Weg unterhalb des Herrenteichswalls bis zum Hasetor finden. Nicht nur der Kosten halber ist auf eine Überbrückung der Hase vom Herrenteichswall bis zur Pernickelmühle verzichtet, sondern in erster Linie deshalb, um diesen schönen Komplex der Stadt zu erhalten. Man würde auf diese Weise also vom Neumarkt bis zum Hasetor für den Verkehr eine Ausweichstraße erhalten die über eine Straßenbreite von 16 Metern verfügen würde, abgesehen davon, daß auch noch Raum für Parkplätze   hinzukommt.
Der Gedanke einer nur teilweisen Überbrückung dieser Strecke, während ihr zweiter Teil als normale Straße unterhalb des Herrenteichswalls ausgebaut wird, hält die benötigten Kosten um ein Bedeutendes niedriger. Es könnte auf diese Weise eine Ausweichstraße gewonnen werden, die die Einführung des Einbahnverkehrs auf der Großen Straße ohne weiteres ermöglichte und zusätzlich innerstädtische Parkplätze schaffen würde.
Die Überbrückung der Hase soll im Stahlbetonverfahren durchgeführt werden, dessen Erstellung mit relativ geringen Kosten möglich sein soll. Baumeister Pape rechnet damit, daß bei Erstellung einer solchen Straße die angrenzenden Grundstücke bedeutend an Wert gewinnen und daher die Anlieger sich bereit finden könnten, ihre vorhandenen Stützmauern auf eigene Kosten bis zur Brückenoberkante hochzuziehen bzw. diese Stützmauern entsprechend herzustellen. Sie würden jedoch nicht durch die Überbrückung selbst belastet, da sie mit der Konstruktion keine Einheit bilden. Nach der vorliegenden Berechnung betragen die reinen Baukosten dieser Überbrückung insgesamt 581 700 DM.
Für die Weiterführung der Ausweichstraße über den unteren Herrenteichswall werden nach dieser Berechnung 320 000 DM benötigt. Dann kommen weitere 58 300 DM für Räumung der Baustellen, Mauerwerk und Bauleitung, so daß sich insgesamt an reinen Baukosten der relativ geringe Betrag von 970 000 DM ergeben würde. Hinzugesellen würden sich noch Nebenkosten für den Umbau der Toilettenanlage an der Sparkasse, für Beleuchtungsanlagen und dergleichen mehr.
Eine erste oberflächliche Betrachtung läßt dieses Projekt einer Ausweichstraße in der Tat als das Ei des Kolumbus inmitten der Osnabrücker Verkehrsnot erscheinen. Die Frage seiner Durchführbarkeit und seiner wirtschaftlichen Ermöglichung zu prüfen ist Sache des Rates, der Verkehrsexperten und nicht zuletzt des Senators Cromme. Die heutige Besprechung des Projektes im Rathaus wird zunächst einmal klären müssen, ob man ihm nähertreten will.


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