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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ueber Trockenlegung und Entwässerung der Südwestseite unserer Vaterstadt
Zwischenüberschrift:
Forts. aus No. 28
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Wasserdurchlaß unter dem Hause des Einwohners vor dem Natruperthore hat nur 2 Fuß 7 Zoll lichte Weite, und ist mit einem hängenden Schütz versehen, mittelst dessen jede beliebige Stauung vorgenommen werden kann.Auf diesen engen Wasserdurchlaß hat der Herr Oberstl. v. d. Bussche in seinem vorgedachten Promemoria schon aufmerksam gemacht. Der Graben längs der Wallmauer hat viel Gefälle, wenn das Wasser nicht durch herabfallende Steine aus der Wallmauer gestört wird. Am Hegerthore ist der Durchlaß im lichten breit und so hoch, daß man aufrecht durchgehen kann, mithin an innerer Weite hinreichende Wasser schlucken zu können. Dieser Durchlaß hat in seinem Innern eine Austiefung der Stohle, die einen Wasserpfuhl bildet, die ohne Wasserstiefel nur mit bloßen Füßen zu passiren ist, um nach der Mitte dieses wunderbaren Durchlasses gelangen zu können, während der unterliegende Abzugsgraben von Wasser leer ist. In diesem Durchlaß soll nach früheren Angaben ein Pfeiler sich befinden, der dem Wasserdurchfluß im Wege stehe, und ohne Gefahr des Brückenbogens nicht befestigt werden könne; diesen Pfeiler hat er ein Stück Mauer gesehen, das unter dem Brückengewölbe steht, aber nicht zur Tragung oder Stütze desselben hergerichtet sein wird. In Mitten dieses Durchlaßes fand sich am 8Oktober v. J. eine Stauung von 2 Fuß Höhe, die hinreichend war, den Wasserlauf nach dem Natruperthore hin gänzlich zu hemmen, so daß dort, wie auch in dem Graben zwischen beiden Thoren keine Spur von Wasser zu finden war. Dieser Uebelstand, der zu jener wasserarmen Zeit bei eintretendern Feuergefahr von nachtheiligen Folgen hätte sein können, wurde durch obrigkeitliche Verfügung dadurch abgestellt, daß das qu. Stau am 5. Okt. v. J. um 1 Fuß erniedrigt wurde. Dieses Stau von Höhe ist noch vor einigen Tagen in seiner ungestörten Beschaffenheit vorgefunden. -- Von sonstigen Hinternissen, die den Wasserlauf hemmen, ist in diesem Durchlaß nichts zu finden, und wird die Weite desselben vollkommen genügen, da ja diese beinahe Fuß weiter ist, als der Durchlaß am Natruperthore.
Soll nun dieses Stau, wie es doch wohl geschehen muß, gänzlich beseitigt werden, dan wird der Pächter der Hegerbleiche in die sein Geschäft störende Lage kommen, daß er nicht hinreichendes Wasser zur Spülung der Wäsche auf seiner Bleiche behält, da schon durch die vorgedachte Erniederung des Stau´s um an demselben tage der Moder des Grabens in der Nähe des Martinithores aus dem Flußbett hervorragte. Will man den Wasserlauf nach dem Johannisthore hinauf verbessern, dann ist zunächst nöthig, daß die untenliegenden Gräben gründlich gereinigt werden. Gegenüber dieser erforderlichen Austiefungen sind verschiedene Bedenken erhoben, als: die Bleiche würde zu hoch gegen den Wasserspiegel zu liegen kommen, und die Spülung der Wäsche erscheren; die Ufer der gegenüber liegenden Gärten müßten vor Ausweichen und einsturz geschützt werden, und endlich würden die Brücken am Martinithore eine Austiefung der Flußsohle nicht erleiden können u. dgl. m.
Was den ersten punkt betrifft, so ist eine Bleiche mit trocknem Grunde der mit nassem vorzuziehen, indem bei feuchten Boden leicht f. g. Stockflecke in die Wäsche kommen.
Die Gartenufer anlangend, wird solche Gefahr erst abzuwarten und der etwa eintretenden mit einigen Pfählen vorzubeugen sein.
Die vermeindliche Gefahr, die den Brücken am Martinithore durch Austiefung der Flußsohle möglichtst zugeführt werden könnten, ist in der That eine zu große Besorgnis, da die Fundamentirung derselben bei ihrer Erbauung so stark angelegt ist, daß eine erhofft spätere Austiefung des Grabens ohne irgend welche Gefahr ausgeführt werden kann; und so darf das Moder-Stau, welches in dem Heger-Bleichgraben durch den geringen Wasserstand dem Auge entzogen ist, ohne Bedenkenbeseitigt werden; ist dieses geschehen, dann wird das Wasser von der Neustadt her seinen nöthigen Abfluß finden, wenn alle Stauungen entfernt und die Gräben in gehöriger Reihenfolge ausegtieft werden und eine Kiesbettung um so überflüssiger erscheinen, als bei Gräben und Kanälen auf derartigem Boden, wie dieses an den seit 30 Jahren bestandenen Kanälen auf den Martinianer-Laischaftsgründen zu sehen ist.
Diese Wasserstände treffen die Martinianer-Laischaft nur bis zum Martinithore, da alles Wasser, welches aus dem Bezirke ihrer Laischaft und einem großen Theile der Heger-Laischafts-Gründe hinauf bis hinter ihr Kuhhirtenhaus, dann bis zum Scheitel des Westerberges, dem sogenannten Lienesch, entlich bis nach dem Hegerturm auf sich ergießt, nach der Wüste hinabfließen muß und von dieser mittelst des Schwanenbaches abgeleitet wird, welcher an der Südseite des neuen Martini-Weges herläuft und beim Martinithore in den Heger-Bleichgraben einmündet, dagegen der große Grenz-Canal allein den Neustädter Abflüssen zugute kommt, wenngleich die Martinianer-Laischaft die Hälfte der Reinigungskosten dieses Kanals trägt.
Mithin hat auch die Neustädter-Laischaft vom Martinithore an zu der beabsichtigten Entwässerung in ihrem Interesse mitzuwirken, da es klar vor Augen liegt, daß ihre so nahe an der Stadt liegenden Wüstengründe sich erheblich bessern werden, indem Sumpfgräber bekanntlich nur ein minder nahrhaftes Futter liefern, als Gräser von gutem Boden. Sollte dieses ebengedachte Grundstück durch die beabsichtigte Entwässerung eine solche Beschaffenheit mittelst eines oder zwei parallel dem Stadtgraben anzulegender Kanäle erlangen; so würden sie der Laischaft damit den Weg anbahnen, den viele arbeitenden Bewohner der Neustadt billigeres Land zu verschaffen, und damit der Arbeiterklasse die Wohlthat zuführen, ferner.... nicht den Scheffelsaat mit 6-- 7 .. bezahlt ... brauchen. Würden die altstädter Laischaften ... solchem Sinne wie die Neustädter bisher verfahren haben, würden die altstädter Laischaften die vielen Brachkämpe und Grasländereien nicht in Acker- und Gartenland umgewandelt, dieses theils unter ihren Interessenten vertheilt oder im Allgemeinen verpachtet haben, so würde es bei der stadt manchem Arbeiter unmöglich geworden sein, ohne übermäßige Pacht ein Miethland zu bekommen.
(Schluß folgt.)
Autor:
Für die Redaction verantworlich R. Meyer


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