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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Osnabrück hat drei Grüngürtel
Zwischenüberschrift:
Vorschläge zur Pflege und Ausgestaltung - Von Dr. M. Brinkmann
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Es war mir vergönnt, vor dem Kriege unter Führung des Gartendirektors von Frankfurt die sich ausweitende Großstadt zu erleben, wie hier seit langem planvoll angestrebt wurde, innerhalb und außerhalb der Stadt Grüngürtel als lebenswichtige Gesundungsräume zu erhalten. In diesem Jahre konnte ich auf einer weiteren Führung durch die sehenswerten Grüngürtel der sich gerade jetzt machtvoll zur Weltstadt entwickelnden Stadt schauen, was dort durch zielbewußte Arbeit erreicht wurde.
Unsere isoliert eingefügten kleineren Grünplätze sind im Stadtraume notwendig als Aufenthalt der spielenden Jugend, der Kleinkinder führenden Mütter, als Ruheorte alter Leute. Geschlossene Grüngürtel an den äußeren Stadtgrenzen wirken wohltuender, sind daher anzustreben. Sie bewirken eine schnellere Lufterneuerung für die ganze Stadt und bieten mühelos auszunutzende Gelegenheiten für Spaziergänger in die bekömmliche Natur. Die Menschen der Jetztzeit werden immer mehr Tempomenschen. Sie glauben, keine Zeit mehr zu haben, sich wie einst verweilend und genüßlich der freien Landschaft hinzugeben. Grüngürtel halten für jeden billige Heilmedikamente bereit, Lebenselexier für die in Hausblöcken zusammengedrängten Menschen unserer Zeit. Grüngürtel sind Bewahrer, Antiseptika.
Wie steht es mit dem Grüngürtel der Stadt Osnabrück?
Er ist gegeben durch die Lage in einer Berglandschaft, weist aber manche Lücken auf. Es gilt, sie zu beachten und auszufüllen. Die Voraussetzungen sind erfüllt. Die Stadtverwaltung strebt an, den Charakter Osnabrücks als Stadt im Grünen zu erhalten und das Grünkleid noch vollkommener zu gestalten.
Osnabrück hat im Stadtinnern an den Grenzen der alten Binnenstadt die Grünstreifen am ehemaligen Stadtwall als inneren Grüngürtel. Die Auswertung und Durchführung der Gestaltung als begrünter Ring wird in Bälde verwirklicht:
An den Außengrenzen des gesamten Stadtgebietes zeichnen sich in der noch ziemlich natürlichen Landschaft zwei weitere, wenn auch lückenhafte Grüngürtel ab: ein mittlerer und ein äußerer Grüngürtel. Durch den mittleren Grüngürtel führt mehr oder weniger der Ringweg, den da " NT" 1951 in 14 Hinweisen erörterte. Dieser mittlere Grüngürtel verläuft über: Schölerberg, Ziegenbrink, Armenholz, Wald beim Brinkhof ins Hörner Bruch, Nordhaushöhe, Heger Friedhof, Hakenholz, Heger Holz, Westerberg, Gertrudenberg, Gartlage, Schinkelberg, Südstraße, Badeanstalt, Huxmühle, Brüningsquelle, Schölerberg. Auf einige schwächere Stellen muß hingewiesen werden, auf die jetzt durch Bebauung gestörte Verbindung des Schölerberges nach dem Armenholz, auf die vielfach erörterte Ausgestaltungsbedürftigkeit des Westerberges, auf die Verbindung über Schinkel hinaus durch Düstrup.
Baumalleen an offenen Wegen wären schon wünschenswerte Ansätze einer Ausfüllung der Lücken.
Der äußere Grüngürtel verläuft mehr durch die künstlich weniger veränderte Naturlandschaft. In ihm winken dem unternehmungsfroheren Läufer lockende Ziele. Landgebiete sind an der Formung und Erhaltung eines Schutzmantels zwischen Stadt und Land zu gegenseitigen Nutzen beteiligt. Die natürlichen Verbindungen sind gegeben in den Waldungen des Harderberges, des Wulfter Holzes, den Grünflächen um Gut und Park Sutthausen, den Waldungen in Hellern bis in den Wald des Gutes Leye, über Schurhügel, Piesbergkamm, Haster Berg, Gut Nette, Schwedenschanze, Dodesheide, Haus Sandfort, Hickingen Nordsiek; Osterberg in den Großen Loh von Harderberg.
Die schwachen Stellen, an denen pflegende Nachhilfe nottut, sind bekannt. Auf einen Mangel des geschlossenen Grünrings sei hier hingewiesen. Am Haster Berg müßte ein frei zu begehender Wanderweg vom Walde des Ruller Hohn nach Süden über Gut Nette oder weiter im Osten vom Östringer Sundern aus erschlossen werden. Die Schäden in der Dodesheide würden durch Grünüberdeckung oder doch durch Baumumrahmung des Hauptweges zu beheben sein.
Dem Ganzen wäre wesentlich gedient, wenn überall pflegend und fördernd etwas erreicht wird. Die Entwicklungsgesetze der Städte schreiben die Wege der Stadtlandschaftspflege vor.


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