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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Ein besonderer Schulbau-Entwicklungsplan aufgestellt : Osnabrücks künftiges Gesicht
Zwischenüberschrift:
Der neue Flächennutzungsplan sieht Wohnungen und Arbeitsplätze für 140 000 Einwohner vor - Für ausreichende Grünflächen zu Erholungszwecken ist gesorgt - ...
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Bedarf an 4 900 Kleingärten wird erfüllt.
In einer weiteren Sitzung, in der er wiederum als Ausschuß zusammentrat, ließ sich der Rat der Stadt Osnabrück gestern über den neuen Flächennutzungsplan unterrichten. Auch diesmal waren die Vertreter der an der zukünftigen Gestaltung unseres Stadtbildes beteiligten oder interessierten Stellen hinzugezogen, um ihnen ebenfalls Gelegenheit zu gründlicher Informierung über die für die kommunale Entwicklung Osnabrücks entscheidenden Fragen zu geben.
In seinem ersten Vortrag behandelte Stadtbaurat Manske das Kapitel " Bauflächen einschließlich der öffentlichen Gebäude". Er legte dabei einleitend dar, daß sich die Entwicklungsplanung auf die Bauflächen, auf die Grünflächen und auf die Verkehrsverhältnisse erstrecke. Die Bauflächen nun gliedern sich in Siedlungsflächen, reine Wohnflächen mit gewerblichem Einschlag, Mischgebiete und reine Industrie- und Gewerbeflächen. Mit Ausnahme der Siedlungsflächen erhalten alle Baugebiete Anschluß an die Kanalisation. Bestimmend für die Auswahl der Flächen sind allgemeine städtebauliche Gesichtspunkte, u. a. ihr Verhältnis zum Verkehrsgefüge und die Lage zu Versorgungseinrichtungen, Arbeitsstätten und dergleichen. Die Größenausmaße sind so gewählt, daß die bebaute Ortslage, die Trümmergrundstücke, die Baulücken, die in baulicher Entwicklung befindlichen Flächen und ihre Abrundungsgebiete und schließlich das neu ausgewiesene zukünftige Bauland zusammen ausreichen, um Wohnungen und Arbeitsplätze für rund 140 000 Einwohner nach neuzeitlichen Anschauungen zu schaffen. Einige Zahlen mögen die Größenverhältnisse veranschaulichen. Die Siedlungsflächen umfassen 319 ha, die reinen Wohngebiete 861 ha, die Mischgebiete 223 ha, die Geschäftsflächen 26 ha und die gewerblichen Flächen 368 ha, insgesamt 1 789 ha. Davon sind etwa 1 225 ha bebaut.
Durch den Baunutzungs- und Baugebietsplan, der in Verbindung mit dem Flächennutzungsplan aufgestellt wurde, werden die Bauflächen nach der Bauweise, den Geschosshöhen und der baulichen Ausnutzung aufgegliedert als Grundlage für die Bearbeitung der Bauanträge. Zu der bisherigen zwei- und dreigeschossigen Bauweise kommt für die Zukunft eine ein- und viergeschossige Bauklasse hinzu. Die nach der Genehmigung beabsichtigte Vervielfältigung und Verbreitung des Planes, der Bestandteil einer abgeänderten Bauordnung werden soll, wird voraussichtlich viel zur Erleichterung der Arbeit bei Bürgern und Baubehörden beitragen.
Die ungewöhnlich großen Aufgaben, die der Stadt durch die Kriegszerstörungen und die laufende Zuwanderung auf dem Gebiet des Schulbaues zufallen, führten zur Aufstellung eines Schulbauentwicklungsplanes. Seine Bearbeitung bietet die Möglichkeit, geeignete Schulgrundstücke an den Stellen vorzuhalten oder frühzeitig zu beschaffen, an denen die Schulgebäude entsprechend der Entwicklung der Wohngebiete benötigt werden.
Über die Grünflächenplanung sprach dann Gartenbaurat Lentholt. Mit Ausnahme von Kinderspielplätzen, die zu klein für eine flächenmäßige Ausweisung sind und die daher in den übrigen Grünflächen und Wohngebieten enthalten sind, wurden im Wirtschaftsplan alle Grünflächen ausgewiesen, auf die der Bewohner einer Großstadt wie Osnabrück im Laufe seines Lebens Anspruch erheben kann. Dieses sind 1. allgemeine Grünflächen, 2. spezielle zweckgebundene Grünflächen.
Unter den allgemeinen Grünflächen sind zunächst kleinere bis mittelgroße Parks und Anlagen mit Ruheplätzen, Sondergärten und Kinderspielplätzen und, wenn möglich, mit Spiel- und Liegewiesen vorgesehen. Diese öffentlichen Gärten liegen in unmittelbarer Nähe der Wohngebiete in den einzelnen Stadtteilen, wo sie besonders Geschosswohnungen, denen eigene Gärten fehlen, zugeordnet sein sollen. (Beispiele: erweiterter Schloßgarten. Steinbrüche Westerberg, Bürgerpark, Grünflächen im Schinkel usw.). Diese kleineren nahen Erholungsflächen innerhalb der Bebauung entsprechen am Stadtrand größere Erholungsflächen, die nichts mehr sind als die vor der weiteren Bebauung sorgfältig gehütete land- und forstwirtschaftlich genutzte Landschaft, die lediglich für den Erholungszweck erschlossen und gepflegt zu werden braucht. (Schöne Landschaft=billigster Volkspark.) Wesentliche Gebiete werden unter Landschaftsschutz gestellt (z. B. Nettetal, Teile der Gemarkung Schinkel) oder sollen später eine besondere Ausgestaltung erfahren (z. B. Sportsee im Rubbenbruch). Beide Grünarten sind verbunden durch die aus den Wohngebieten möglichst radikal herauslaufenden Grünstreifen, die zum Teil kleinere Grünflächen berühren, durch schöne Wohnstraßen führen oder geschützte Naturdenkmale erschließen. Für die schmalen Streifen dieses " Bewegungsgrüns" ist die grünmäßig und baulich anständige Ausgestaltung der angrenzenden Grundstücke von besonderer Bedeutung.
Zu den speziellen zweckgebundenen Grünflächen gehören im wesentlichen Sportflächen, Kleingärten und Friedhöfe. An Sportflächen sind vorgesehen, kleinere Schulsport- und Spielplätze, größere Vereinssportplätze mit mindestens zwei, besser drei Spielflächen und eine Großsportanlage, weiterhin Badeanstalten und in späterer Zeit ein Sportsee, dazu Flächen für Sportarten wie Tennis usw. Im Zuge der Sportplatzplanung mußten erhebliche Änderungen gegenüber dem jetzigen Zustand vorgesehen werden.
Bei den Kleingärten konnten die meisten bisherigen Flächen beibehalten werden. Dazu mußten erhebliche Neuausweisungen erfolgen. Die Kleingartenanlagen sollen in Zukunft zugleich der Öffentlichkeit dienen, d. h. Grünverbindungen, Blumengärten und Spielplätze in sich aufnehmen. Sie dienen neben den anderen Grünanlagen gleichzeitig der Auflockerung der Wohngebiete und der Abschirmung von Industriegebieten und Bahnanlagen.
Bei den Friedhöfen sieht der Wirtschaftsplan das Beibehalten des bisherigen dezentralisierten Systems vor, d. h. der Heger Friedhof bleibt Hauptfriedhof, insbesondere auch für die westlichen Stadtteile, die Friedhöfe der anderen Stadtteile sollen diesen weiterhin dienen.
Lediglich der Johannisfriedhof muß aufgegeben werden, allerdings noch nicht im kommenden Planungszeitraum. Abschließend ging der Stadtbaurat Manske auf die Sport- und Spielflächen und die Kleingartenverhältnisse in Osnabrück noch besonders ein, wobei er u. a. mitteilte, daß dem Sport- und Spielflächenplan ein Spielplatzgesetzentwurf zugrunde liegt, dessen Grundforderungen vom Sportausschuß des Deutschen Städtetages anerkannt sind. Der Entwurf fordert 3, 5 bis 5 qm Spielfläche und 0, 25 bis 0, 5 qm Kinderspielplatzfläche pro Kopf der Bevölkerung, wobei nur die reinen Sportflächen, nicht aber die Nebenanlagen wie Spielwiesen, gärtnerische Ausschmückungen und dergleichen berechnet werden dürfen. Mit 18 zum teil recht mangelhaften Sportplätzen, zwei Tennisanlagen und fünf Badeanlagen weist Osnabrück heute rund 24 ha Sportflächen auf. Entsprechend dem Gesetzentwurf sieht der Dispositionsplan in der Gruppe der kleinen Schul- und Sportplätze für die Schuljugend in und außerhalb der Schulzeit zehn Plätze in der mittleren Gruppe, die für den Vereinssport gedacht ist, acht Anlagen mit mindestens zwei Spielfeldern und eine Großsportanlage mit internationalen Ansprüchen genügend Sportanlagen mit zusammen 57 oder 59, 5 ha Sportflächen vor, so daß 4, 16 oder 4, 34 qm auf den Einwohner entfallen. Weiter müssen nach den Richtlinien die jetzt für Kleinkinderspielplätze vorhandenen Flächen von 27 ha auf 47 ha im Planungszeitraum erhöht werden.
Osnabrück hat an der allgemeinen Entwicklung der Kleingartenbewegung der Jahrhundertwende lebhaften Anteil gehabt. Die Stadt besitzt 185 ha Dauerkleingartengelände, davon sind 150 ha in Händen der Kleingartenvereine. Die Richtzahl für den zukünftigen Bedarf sieht einen Kleingarten für jede fünfte hausgartenlose Wohnung ohne Kleinsiedlungen und Eigenheime vor. Bei 12 731 hausgartenlosen Wohnungen in den dicht besiedelten und 11 791 hausgartenlosen Wohnungen in den offenen Wohngebieten ergibt sich dennoch ein Bedarf von rund 4 900 Dauerkleingärten. Die im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Dauerkleingartenflächen umfassen 252 ha Netto-Gartenland mit über 5 000 Dauerkleingärten zu je 500 qm Größe. Hierbei sind die Aufschließungsflächen nicht eingerechnet. In Zukunft empfiehlt es sich, Anlagen von Kleingärten und ihre Einbeziehung in die Grünflächen besonders sorgfältig zu gestalten.


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