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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Osnabrücks städtebauliche Zukunftsaufgaben
Zwischenüberschrift:
Auflockerung des Stadtbildes - Verkehrsproblem im Vordergrund
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Was in Verbindung mit dem Wiederaufbau Osnabrücks an Plänen über dessen zukünftige städtebauliche Gestaltung bereits festgelegt wurde, erfuhren am Mittwochabend die im Sitzungssaal des Stadthauses versammelten Vertreter der Osnabrücker Behörden und die Mitglieder des Bundes der Bauschaffenden erstmalig aus einem Vortrag des Stadtbaurats Manske.
Der 1936 aufgestellte Gesamt-Siedlungs- und Wirtschaftsplan ist Ausgangspunkt für die weiteren städtebaulichen Projekte. Bei der Bemessung der Wohnfläche geht der Plan von 135.000 Einwohnern aus. Die Stadt soll von einem äußeren Verkehrsring umschlossen werden, der den nicht für Osnabrück bestimmten Verkehr abzuleiten hat. Für bauliche Erweiterungen innerhalb dieses Ringes stehen zur Verfügung das Gebiet zwischen Meller Straße und Schölerberg, im Schinkel das Gebiet rund um die Pauluskirche, der Sonnenhügel und Teile von Haste, im Westen schließlich das Gebiet zwischen Wüste und Hellern. Der Bürgerpark und der Schloßgarten bleiben die größeren Grünflächen im Innern der Stadt, die für die Möglichkeiten einer Ausweitung wünschenswert sind. Vorgesehen ist auch, sie durch Grünwege mit der offenen Landschaft zu verbinden. Über den Westerberg, das Gelände des Stadions und der späteren Gartenbauschule, die Wüste, die Johannisgärten, über Armenholz und Schölerberg, über das Bauernland des Schinkel über Nettetal und Honeburg soll soweit wie irgend möglich das Grün in die Stadt hineingezogen werden, indem man Diagonale zu diesen Großgrünflächen schafft. Auch an die Anlage eines Sees der als Erholungs- und Wassersportgebiet etwa an der Stelle des Rubbenbruches entstehen könnte, ist gedacht, wenn auch vorerst dringlichere Aufgaben im Vordergrund stehen. Für die Gestaltung des Westerbergs beabsichtigt das Stadtbauamt demnächst übrigens einen Wettbewerb auszuschreiben. Neben dem Stadion werden acht weitere Sportplätze in dem Grüngürtel der Stadt einbezogen. Der Kleingartenbewegung ist an der Peripherie Osnabrücks in ausreichender Weise Rechnung getragen, indem für jeden dritten Haushalt eine durchschnittliche Kleingartenfläche von 500 qm zur Verfügung stehen wird, auch wenn die jetzt noch auf Baugebiet liegenden Gärten nicht mehr bewirtschaftet werden können.
Zu den Verkehrsfragen übergehend, erklärte der Stadtbaurat, daß mit dem Bestehenbleiben des schrägliegenden Eisenbahnkreuzes vorerst gerechnet werden müsse, doch gehen die Zukunftspläne der Reichsbahn dahin, an Stelle des heutigen Etagenbahnhofes einen Durchgangsbahnhof zu errichten, der an der Bruchstraße etwa zwischen den Unterführungen Niedersachsenplatz und Pottgraben mit einem 110 m breiten Bahndamm seinen Platz bekommen würde. Zwischen Osnabrück und Lotte soll ein großer Verschiebebahnhof angelegt werden, während der heutige Güterbahnhof für den Osnabrücker Güterverkehr erhalten bleibt. Nicht zuletzt aus betriebswirtschaftlichen Gründen sieht sich die Reichsbahn genötigt, vor allem der Strecke Münster - Bremen unter Umgehung der Berge später eine andere Linienführung zu geben.
Mit Veränderungen der Wasserwege in und um Osnabrück ist nicht zu rechnen, die Anlage eines zweiten Hafenbeckens aber vorgesehen. Besondere Aufmerksamkeit mußte den Hauptverkehrsstraßen zugewendet werden, die innerhalb des Stadtgebietes eine verbesserte Linienführung erhalten sollen. Dringlich ist die Umleitung der Strecke Münster - Bremen geworden, die über den Riedenbach und die Braunschweiger Straße in Richtung Schinkelberg erfolgt, wodurch der rechte Winkel in der Stadt vermieden wird. Die Straße von Rheine wird unter Umgehung der Illoshöhe später statt in die Lotter Straße in die Martinistraße einmünden. Diese verkehrs- und raumordnenden Funktionen werden ergänzt durch eine Erbreiterung des Neuen Grabens und der Wittekindstraße. Durch einen inneren Stadtring, der zunächst über die Wälle verläuft, dann über Johannismauer, Petersburger Wall, Bruchstraße, Goethestraße und Karlstraße sich schließen soll, wird auch der neue Bahnhof an das Straßennetz angeschlossen. Wenn dieses Bahnhofsprojekt zur Ausführung kommt, wird der Kollegienwall die kürzeste Strecke zur Stadtmitte sein, worauf bei der Festlegung der Fluchtlinien an der Westseite bereits Bedacht genommen wurde.
Natürlich darf man sich nicht der Illusion hingeben, daß alle diese Pläne schon in den nächsten Jahren verwirklicht werden können, sie müssen beim Neuaufbau der Stadt aber nichtsdestoweniger berücksichtigt werden. Während der Neumarkt erheblich vergrößter wird und der Nikolaiort eine verkehrsbedingte Erweiterung erfährt, bleiben der Marktplatz (der später wieder die Stadtverwaltung aufnehmen soll), der Domhof, die Große Domsfreiheit und der Platz an der Johanniskirche unverändert. Das Geschäftsviertel wird wieder an der alten Stelle (Große Straße, Johannisstraße, Hasestraße, Krahnstraße) erstehen und sich mehr als bisher auch in den Neuen Graben und die Wittekindstraße ausdehnen. " Nur wenn im Zusammenwirken aller Kräfte das Beste gegeben wird, kann die Altstadt wieder zum Leben erweckt werden", sagte der Redner abschließend.


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