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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Einst und jetzt
Zwischenüberschrift:
Am Pottgraben
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zwei Osnabrücker Ansichten, die auf den ersten Blick kaum etwas gemeinsam zu haben scheinen, und doch sind beide Aufnahmen von ungefähr dem gleichen Standort aus aufgenommen: Wir stehen dort, wo die Bruchstraße vom Pottgraben abzweigt, also in dem Stadtviertel am Bahnhof. Im Jahre 1875 wurde die Straße " Am Pottgraben" angelegt, als die Entfestigung der Stadt nahezu beendet war. Sie verläuft dort, wo früher der Pottgraben floß. Woher der Name stammt, ist nicht geklärt (ei Wassergraben am Hasetor hatte den gleichen Namen), vielleicht hieß er so, weil die Bürger einst ihre zerbrochenen Töpfe in diesen Graben hineinwarfen?!
Zur Zeit der Jahrhundertwende, als unsere alte Aufnahme entstanden sein mag, gab es auf der Ostseite des Pottgrabens offenbar nur das eine niedrige Haus, das dort auch heute noch steht - wir erkennen es auf der neuen Aufnahme in der Mitte des Bildes wieder -, sonst sah man über freies Gelände hinüber bis zum Bahnhof, der im Hintergrund noch zu erkennen ist. Die weite Wiese diente offenbar als Bleiche für eine Wäscherei. In früheren Jahrhunderten gab` s hier Wasser mehr als genug. Die Gegend zwischen Hase und Pottgraben war einst das " Große Bruch" (der Name " Bruch" straße erinnert daran), während auf dem rechten Haseufer das " Wilde Wasser" lag. Diese Sümpfe bildeten dereinst den besten natürlichen Schutz der Neustadt gegen Überfälle und Angriffe, die dadurch fast unmöglich wurden. Daß die Neustadt dennoch schon im 13. Jahrhundert befestigt war, anfänglich zwar nur durch tiefe Wassergräben, später aber auch durch Türme und feste Tore, beweist, wie sehr unsere Stadt von Fehden und Kriegen heimgesucht wurde.
Die Mauer verlief einst unmittelbar neben dem Pottgraben bis zur Neuen Mühle, dem Besitz des Bischofs. Auch die Bischofsstraße erinnert noch heute an den einstigen bischöflichen Besitz, den Martinshof, der aber schon bald verfiel und später als Strafgericht diente. Diese alte Residenz der Bischöfe wurde erst abgebrochen, als 1875 die Straße Am Pottgraben angelegt wurde.
Heute ist das " Große Bruch" längst verschwunden, Wohn- und Geschäftshäuser erheben sich an seiner Stelle. Von dem freien Gelände blieb nur der Niedersachsenplatz, heute Wochemarkt und Botenbahnhof.


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