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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Der Herrenteichswall - ein Schmuckstück unserer Wallpromenade
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Groß und nachhaltig ist der Eindruck auf jeden Fremden, der offenen Auges und Herzens Straßen und Gassen unserer alten Niedersachsenstadt durchwandert und all ihre Schönheit erlebt. Eine Fülle kunstvoller Bauten aller Art, Reste ehemaliger Befestigungswerke, historische Stätten von weittragender Bedeutung zeugen von großer Vergangenheit, von hoher Kulturstufe der Bewohner der Stadt seit dem frühen Mittelalter und von gesundem Bürgersinn. Ein geschlossenes und abgerundetes Bild mittelalterlicher und neuzeitlicher Stadtschönheit und Eigenart erlebt man am eindringlichsten auf einem Rundgang über die Wallanlagen, unter denen der Herrenteichswall als ein sehenswerter Anziehungspunkt besonders hervorgehoben zu werden verdient.
Am August-Haarmann-Platz beim Haarmannsbrunnen, der uns an die Zeit des Kohlenbergbaus am nahegelegenen Piesberg erinnert und ein Vermächtnis des Generaldirektors und Senators Haarmann ist, befindet sich der Aufgang zu dem wohl schönsten Stück der mehr als drei Kilometer langen Wallpromenade, dem Herrenteichswall. Sein Name entstammt dem früher in seiner Nähe zwischen der Herrenteichsstraße und der Kleinen Domsfreiheit gelegenen Mühlenteich der Domherren, dem " Herrenteich", der von dem durch die Herrenteichsstraße fließenden und in die Hase mündenden Poggenbach gespeist wurde.
Der in stattlich erhöhter Lage uns erhaltengebliebene Wall bildet ein Stück der alten Stadtbefestigung. Mit seiner Anlage sowie mit der Herstellung der übrigen Wälle wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts begonnen, da mit dem Aufkommen der Feuerwaffen und der Vervollkommnung der Belagerungstechnik der bloße Mauer- und Grabenschutz sich nicht mehr als ausreichend genug erwies. Der Wall, dessen anfängliche Höhe etwa sieben Meter betragen haben mag, war an der östlichen Längsseite durch eine Mauer begrenzt, vor der sich ein breiter Graben hinzog, während die gegenüberliegende, mit Rasen bedeckte Seite sich allmählich zur Hase hin abböschte. So war denn die Strecke vom Herrenteichstor bis zur Honpforte, wo zwischen Wall und Stadtmauer (Hellingsmauer) die Hase floß, besonders stark geschützt. Vermutlich hielt man diesen besonderen Schutz wegen der Mühlen und der Nähe des Gertrudenberges, von dem aus die Stadt leicht angegriffen werden konnte, für nötig. Bei der Niederlegung der Wälle in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hat der Herrenteichswall durch die Beseitigung der Bastionen, durch die Abtragung seiner Brustwehr und durch die Verminderung seiner Höhe um einige Meter fast alle Merkmale seiner früheren Bestimmung verloren.
So ist denn der alte kriegerische Gürtel völlig entwehrt, zu friedlicher Promenade umgestaltet. Unter ihren vom Sonnenlicht durchfluteten Lindenreihen wandert man an der Hase entlang und genießt zur Rechten wie zur Linken wechselvolle Bilder. Gleich neben dem Aufgang zum Wall erheben sich die beiden hochaufragenden, von großen Lichtöffnungen durchbrochenen Türme der im gotischen Stile gehaltenen Herz-Jesu-Kirche, die sich mit dem langgestreckten Gebäude der Wittekind-Mittelschule zu einem einheitlichen Bilde vereinigt. Auf den sich anschließenden wohlgepflegten Tennisplätzen, umgeben von einer abwechselungsvollen Baum- und Strauchvegetation unter der besonders im Frühling die prächtigen Hängeweiden mit ihrem zierlichen Ästegespinst hervorstechen, herrscht in den sommerlichen Tagen eine rege Spieltätigkeit.
Zur Linken aber schweift der Blick über ein mittelalterliches Stück Altstadt. Wuchtige, altehrwürdige Baulichkeiten treten in unser Blickfeld. Die grünübersponnenen Turmspitzen von St. Katharinen und St. Marien stechen scharf in den blaßblauen Sommerhimmel. Die massigen Domtürme mit den sich anschließenden Gebäuden, die im Schutze des Walles die Jahrhunderte überstanden, spiegeln sich im Flusse und künden in der Geschlossenheit ihrer Anlage und in der trotzigen Wucht ihres Aufbaues vom kraftvollen, in sich ruhenden Wesen des niedersächsischen Menschen. Unmittelbar am Ufer des Flusses aber ziehen sich alte, mit Baum- und Strauchwerk anmutig bepflanzte Gärten hin sowie die Reste der alten, verfallenen Hellingsmauer mit ihren beiden Turmruinen, die den ältesten Teilen der Stadtbefestigung angehören. .............


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