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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Einst und jetzt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Einst und jetzt
Die Petersburg im Wandel der Jahrhunderte.

Nicht viel mehr als nur der Name erinnert heute noch an die Petersburg, die einst der Landesfürst und Bischof Franz Wilhelm " zum Schutze gegen äußere und innere Feinde" errichten ließ. Heute finden wir unter hohen Bäumen ein langgestrecktes, eingeschossiges Gebäude mit einem hohen Dach, das für Wohnungen dient. Im Jahre 1628 wurde der Bau begonnen - aber nie vollendet! Franz Wilhelm wollte mit Hilfe dieser Festung die Stadt im Zaume halten - bei den Bürgern versuchte er den Glauben zu erwecken, sie habe nur den einen Zweck, ihnen die Einquartierung abzunehmen. Dafür " durfte" die Stadt zum Bau wöchentlich 100 Taler zahlen, das Land, selbst das Amt Fürstenau Frondienste verrichten. Zunächst sollten die Bürger zwar nur den " Servis" liefern, wurden aber nach und nach dazu gezwungen, die Soldaten vollkommen zu beköstigen, so zahlte die Stadt für das erste Jahr dieser Einquartierung rund 180 000 Taler. Das Geld wurde dadurch beschafft, daß der Rat von jedem evangelischen Bürger als Sondersteuer 1/ 6 seines Vermögens erhob - die katholischen gingen frei aus. So ist es kein Wunder, daß die Osnabrücker es als ihre nächste Aufgabe nach dem Friedensschluß im Jahre 1648 betrachteten, diese " Zwingburg" vor der Rückkehr Franz Wilhelms so gründlich zu zerstören, daß ihm die Lust am Wiederaufbau vergehen würde. Und diese Zerstörung begann auf Betreiben des Rates gleich am Tage nach dem Eintreffen der Friedensbotschaft. Gemeinsam mit mehreren hundert Menschen zog er zur Petersburg, dankte hier unter freiem Himmel Gott dafür, daß er soweit geholfen habe und gab die Anweisungen zu den Abbruchsarbeiten. Als dann noch 1500 bis 1600 Bauern mithalfen, waren nach fünf Tagen alle Gebäude und fast alle Bastionen abgebrochen.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts lag die Petersburg immer noch wüst, man konnte sie nur mittels eines an der Stadtmauer befestigten Kahnes erreichen, bis Bischof Karl von Lothringen den Plan faßte, hier einen Garten anzulegen. Befestigungen entstanden hier nicht mehr. Unser altes Bild zeigt den Ochsenmarkt, der im vergangenen Jahrhundert hier abgehalten wurde: köstliche Gestalten lustwandeln hier mit ihren Kindern und Hunden - ein Kleinstadtidyll! Heute ist von den Wasserzügen nichts mehr erhalten, an die Bastionen erinnern nur noch geringe Mauerreste, auch die späteren Gartenanlagen sind längst wieder verschwunden.


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