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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Haseverschmutzung hört auf
Zwischenüberschrift:
Die Haseüberbrückung, nichts weiter als ein Gerücht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die " Neuen Volksblätter" hatten in den letzten Jahren leider wiederholt Gelegenheit, über die Verschmutzung der Hase zu berichten. Gerade an schönen, heißen Sommertagen verbreitete unser Hasefluß Gerüche, die nicht nur für die Anwohner, sondern für alle Passanten, die die Brücken passierten, schließlich unerträglich wurden, vor allem auch vom gesundheitlichen und hygienischen Standpunkt aus eine Änderung dringend erforderlich machten. Viel ist über die Verschmutzung der Hase und über Vorschläge, wie hier Abhilfe geschaffen werden könne, geschrieben und gesprochen worden.

Die Ursache der Verschmutzung bzw. der Gerüche ist bekannt. Eine Besserung schien unmöglich, so lange die Abwässer einiger industrieller Betriebe in die Hase geleitet wurden, dann ihren Weg mitten durch die Stadt nahmen bis zum Hafengelände und weiter. Die Stadtverwaltung hat sich größte Mühe gegeben, eine Besserung herbeizuführen, Verhandlungen viel an Zahl sind geführt, Gutachten eingefordert, aber eine zufriedenstellende Lösung des Problems wurde nicht gefunden.

Jetzt aber haben wir Hoffnung, daß Dinge, wie sie sich in den Sommermonaten der letzten Jahre ereigneten, nicht wieder vorkommen. Oberbürgermeister Dr. Gaertner machte in einer gestern stattgefundenen Pressekonferenz hierüber nähere Mitteilung. Zunächst trat er einem Gerücht entgegen, das in der Stadt lebhaft kolportiert wurde, und das als einziges Mittel zur Verhinderung der üblen Gerüche in der heißen Jahreszeit die Ueberbrückung der Hase auf ihrem ganzen Lauf in der Stadt vorschlägt.

Ein Kanal wird gebaut

An diesen Gerüchten ist nun gar nichts. Von einer Ueberbrückung der Hase im Stadtgebiet - die Brücke sollte dann gewissermaßen als Verkehrsstraße dienen - kann gar keine Rede sein, auch schon deshalb nicht, weil damit das Uebel, eben die Verschmutzung und die dadurch entstehenden Gerüche, nicht beseitigt wird. Aber, wie der Oberbürgermeister weiter ausführte, das Osnabrücker Haseproblem wird gelöst, und zwar wird von dem Fabrikgelände der Firma Schoeller in Gretesch bis zum städtischen Kanal an der Meller Straße ein Stichkanal gebaut werden. Die Abwässer werden durch den Letzteren in den städtischen Kanal Meller Straße geleitet, nehmen dann mit den übrigen Abwässern ihren Lauf bis zu den Kläranlagen und werden durch ein Pumpwerk auf das Haler Feld gebracht. Dadurch, daß die Abwässer nicht mehr in den Hasefluß gelangen, wird die Verschmutzung vermieden. Zur Durchführung dieser Kanalarbeiten war die Bildung einer Hasewasser-Genossenschaft notwendig. Träger sind die Stadtverwaltung, die Firmen Schoeller und auch Kämmerer und landwirtschaftliche Genossenschaften, da ja auch die Landwirtschaft von der Berieselung durch die Abwässer, nachdem sie durch die Kläranlage gelaufen sind, Vorteile hat.

Neue Wasserzuflüsse notwendig

Die Stadtverwaltung ist natürlich eifrigst bemüht, den notwendigen Stichkanal sofort zu bauen, um ihn möglichst bis zum Eintritt der heißen Jahreszeit fertig zu haben. Wie der Oberbürgermeister betonte, ist mit der Durchführung der Arbeiten das Projekt (sic!) der Haseverunreinigung endlich gelöst. Znser Hasefluß bekommt dann reines Wasser, der Gestank hört auf, leider hat der Fluß dann aber auch weniger Wasser, so daß Beratungen stattgefunden haben, auf welche Weise dem Hasefluß wieder Wassermengen zugeführt werden können. Der Gedanke, das Hasewasser in einem kleinen Rinnsal durch die Stadt laufen zu lassen, ist abwegig, auch deshalb, weil viele Häuser der Haseanlieger auf Holzpfählen gebaut sind, die bei größerer Wasserentziehung erheblichen Schaden leiden würden. Alle Vorarbeiten sind geleistet. Es bedarf der letzten Genehmigung durch die zuständigen Stellen. Dann kann sofort mit den Arbeiten begonnen werden.

Die vorstehende Mitteilung wird in der Bürgerschaft gfößte Genugtuung wecken. Endlich wird man sagen, unser Hasefluß wird in Zukunft ein klares, sauberes Bild geben. Im Gegensatz zu früher, wo zu gewissen Zeiten Tausende toter größerer und kleinerer Fische vom Hasewasser mitgeführt wurden, der Gestank hört auf und wir haben am Schluß nur noch den Wunsch, daß auch das letzte gelingt, nämlich daß dem Fluß weitere, größere Wassermengen zugeführt werden, auf das nicht das Altosnabrücker Lied Wahrheit werde " Die Hase wär ein schöner Fluß, wenn sie nur Wasser hätt, und regnets nicht im Sommer oft, dann trocken ist ihr Bett".


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