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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Inhalt:
Überschrift:
Maulkorbzwang für große Hunde war schon 1903 ein heißes Thema
Zwischenüberschrift:
Stiftung eines Junggesellen ermöglichte die Renovierung der Marienkirche
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OXTAIL-SUPPE, Rehbraten und Fürst-Pückler-Eis: Im Hotel Germania kostete das Sonntags-Souper vor 100 Jahren 1, 50 Mark - und das war nicht wenig Geld. Das Hotel Germania befand sich an der Kreuzung Möserstraße / Wittekindstraße (heute Galeria Kaufhof).

Im Februar vor 100 Jahren ließ der Winter noch einmal seine Kräfte spielen, Sturm, Schnee und jede Menge Regen traten im Wechsel auf und machten den Menschen das Leben schwer. Noch waren die Suppenküchen geöffnet. Etwa 500 Menschen bekamen hier pro Monat eine warme Mahlzeit und waren dankbar für diese segensreiche Einrichtung.

Ganz anders der Speise-plan der Wohlhabenden: Das Sonntags-Souper im Restaurant Dütting versprach Köstliches zum damals stattlichen Preis von1, 80 Mark: Nach der Spargelsuppe folgten entweder ein Zungenragout mit " Kartoffelkroquetten", Schnitzel mit Erbsen oder Birkhuhn mit Kompott und Salat. Makronencreme oder Käse bildeten den Abschluss. Für insgesamt zwei Mark war auch noch die Flasche Wein im Preis inbegriffen. Im Hotel Germania dagegen warb der Besitzer mit Oxtail-Suppe, Spargel und Schinken oder Rehbraten. Zum Nachtisch gab' s Fürst-Pückler-Eis. Natürlich wieder zu 1, 50 Mark.

Wie stets im Winter waren die Tageszeitungen im Februar 1903 voll von Ankündigungen auf Vorträge zu den verschiedensten Themen. Ein Professor aus Münster referierte " populärwissenschaftlich" über romantische Literatur, der Protestantenverein hörte von " Gebet und Gebetserhörung", der Kaufmännische Verein bot das Thema " Kartelle" an, und sogar eine Vortagsserie in französischer Sprache wurde dem Osnabrücker Publikum geboten.

Mit drei Auftritten gastierten die berühmten " Schwedischen Nachtigallen" im Vereinshaus am Kollegienwall. Das Damenquartett wurde hochgefeiert und fand begeisterten Anklang.

Die städtischen Behörden veröffentlichten aus gegebenem Anlass eine Verordnung, die an die Kampfhundeverordnung aus unseren ' lagen erinnerte: Großen Hunden musste im Stadtgebiet von Osnabrück ein Maulkorb angelegt werden. Es hatte Beschwerden gegeben, weil ein großer Hund ein kleines Mädchen verletzt hatte. In Zukunft mussten zuwiderhandelnde Hundebe-sitzer mit " scharfen Strafen" rechnen.

Erstmals erwähnte die Osnabrücker Zeitung, dass die Renovierung der Marienkirche, die 1903 sehr umfangreich durchgeführt wurde, " bekanntlich" zum größten Teil aus einem ererbten Vermögen bestritten wurde. 1861 hatte der Apotheker Heinrich Christoph Veitmann, Besitzer der Markt-Apotheke, seiner Gemeinde einen bedeutenden Betrag vererbt. Veitmann, Junggeselle und Kunstfreund, war der Sohn des Organisten an St. Marien gewesen. Zu Lebzeiten hatte das Gotteshaus schon unter manchen Mängeln gelitten, die Veitmann wohl erkannte. Fast 22 000 Taler hatte er zur Renovierung gestiftet, ein Betrag der 1903 zu der damals ungeheuren Summe von 240000 Mark angewachsen war. Die Stiftung besagte, dass jeweils die Hälfte der Summe für die Kirche zur Verfügung stand und die andere Hälfte sich wiederum verdoppeln musste, um zur Auszahlung zu kommen. Schon 1897 waren Renovierungsarbeiten aus diesem Fonds bezahlt worden, 1903 zum zweiten Male und erst 1919 rechnete man mit der dritten Zahlung. Dann, so plante man im Voraus, würden die Arbeiten am Außenbau von neuem aufgenommen werden.

Je weiter der Februar voranschritt, desto näher rückten die zahlreichen Maskenbälle der verschiedenen Vereine und Verbände. Der Arbeiter-Bildungs-Verein begann den Reigen, die Reichsfechtschulen und die Schützenvereine folgte unmittelbar danach.

In Hannover wurde gegen Ende des Monats eifrig über zukunftsträchtige Vorhaben der Stadt Osnabrück befunden: auf der Tagesordnung im Landtag fanden sich die Fragen nach der Lokalität des zu errichtenden Ratsgymnasiums und die nach einer elektrischen Straßenbahn. Wachsam verfolgten die Leser in Osnabrück die Nachrichten, die ihre Zukunft betrafen.

Der Notarzt kam mit dem " Hilfszug"

Für einen Passagier in einem Schnellzug wurde per Telegrafie der Osnabrücker " Hilfszug" alarmiert. Dieser Zug wurde in Vchrte eingesetzt und hatte einen Arzt und medizinische Geräte an Bord, um bei eintretenden Eisenbahnunglücksfällen rasche Hilfe zu bringen. So konnte der Schnellzug planmäßig weiterfahren, und der Patient kam ins Hospital.
Autor:
Christiana Keller


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