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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Dosenbier im Ausverkauf, so lange der Vorrat reicht
Zwischenüberschrift:
Bier in Geschäften sogar schon für neuen Cent zu haben - Kunden profitieren von der aktuellen Sonderaktion
Artikel:
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Originaltext:
Dosenbier im Ausverkauf, so lange der Vorrat reicht

Bier in Geschäften sogar schon für neun Cent zu haben

Am 1. Januar wird das vom Bund lang geplante Dosenpfand eingeführt. Das Bundesverwaltungsgericht urteilte jetzt eindeutig für diesen Pflichtobolus auf Dosen und Einwegflaschen. Die Supermarkt-Ketten Aldi und Lidl haben derweil auch in Osnabrück mit einem Ausverkauf solcher Getränke begonnen. Damit will man noch vor Jahresende alle dann pfandpflichtigen Waren zunächst aus den Regalen haben.

Mit der Entscheidung des Gerichts in Leipzig ist eine der letzten Hürden zur Einführung beseitigt. Sie sieht 25 Cent Pfand für Dosen und Einwegflaschen mit Bier, Mineralwasser und sonstigen kohlensäurehaltigen Getränken sowie 50 Cent für Flaschen ab 1, 5 Liter Inhalt vor. Die Aldi-Kette senkte ihre Preise bereits am Donnerstag erheblich. So kostete eine Halbliter-Dose Pils statt 29 nur noch 19 Cent, der Sechser-Träger Bier 1, 20 statt vorher 1, 89 Euro. " Die Einkaufswagen sind voller als sonst, die Leute nehmen das Angebot sehr gut an", sagt Helmut Papenbrock, Leiter der Aldi-Filiale an der Martinistraße. Um 15.15 Uhr kam per Telefon eine neue Order von der Zentrale: Alle Preise nochmal runter. Damit kostete der halbe Liter Bier nur noch neun Cent.

Lidl senkte die Preise für diese Getränke ebenfalls am Donnerstag deutlich: gestern wurden sie auf 50 Prozent heruntergefahren. " Schon jetzt sind fast alle Paletten leer, die Nachfrage ist enorm", weiß der Leiter der Filiale an der Hannoverschen Straße, Mischa Unger. Wie Lidl das Pflichtpfand an die Kunden weitergeben wird, wurde noch nicht öffentlich verlautbart. Aldi indes will bis zur Einführung einer bundeseinheitlichen Regelung die pfandpflichtigen Getränke mit Etiketten kennzeichnen und lediglich eigene Verpackungen zurücknehmen. Weil Bier nicht in Plastikflaschen verkauft wird, müssen Biertrinker bei Aldi zukünftig ganz auf den Gerstensaft verzichten.

In den Filialen wirbt man unterdessen mit Plakaten: " Bitte bevorraten Sie sich. Verkauf nur, so lange der Vorrat reicht." Schließlich will man " aus dem Schneider sein", wenn etwa der NABU ab dem 2. Januar stichprobenartig Kontrollen in Geschäften unternimmt. Auch, wenn Niedersachsens Umweltminister Wolfgang Jüttner ankündigte, dass man in den ersten beiden Wochen nach der Einführung bei Verstößen kein Bußgeld verhängen wird.( klm)

Kunden profitieren von der aktuellen Sonderaktion

Neun Pappen Kadier mit 216 Dosen und sechs Träger Pils fährt Christoph von Wittlich im Einkaufswagen aus der Aldi-Filiale an der Martinistraße. Bei Lidl war er auch schon. Dort hat er sieben Pappen Pepsi, sechs Pappen Bier und fünf " Sixpacks" gekauft. Was nach Vorbereitungen für eine größere Party aussieht, erklärt der 20-Jährige als Vorratskauf. " Bei den Preisen kaufen wir gleich für die nächsten Wochen", sagt er. Immerhin gehören zur Familie neben ihm und seinen Eltern noch drei Brüder und eine Schwester. " Lidl hatte sogar in der Zeitung inseriert. Das Dosenpfand bringt uns in diesem Moment einen Vorteil." Skeptischer ist hingegen Darius Migga. Der Inhaber eines Döner-Grills hat zwei Pappen und zwölf Sechserträger Pils bei Lidl gekauft. " Jetzt bringt mir der Rabbat einen Vorteil", erklärt er. " Aber wenn das Pfand kommt, stehen wir kleinen Händler dumm da." Denn der Kunde kaufe vielleicht ein oder zwei Dosen. Migga aber müsse sehen, wie er die Pfandbehälter zwischenlagert. " Natürlich", so sagt er, sei das Pfand gut für die Umwelt, aber geschäftlich sehe er " nur Nachteile" auf sich zukommen. Deshalb nutzt er das Schnäppchen jetzt noch einmal aus. (klm)

NICHTS GEHT MEHR - die Aldi-Kette sorgt mit werbewirksamen Preisnachlässen dafür, dass die Weißblechbehälter bald aus ihren Regalen verschwunden sind. Foto: dpa

GANZE PALETTEN der letzten Bierdosen schiebt Helmut Papenbrock, Leiter der Aldi-Filiale an der Martinistraße, mit Schwung in das Regal. Preis pro Dose am späten Freitagnachmittag: neun Cent.Foto: Gert Westdörp
Autor:
klm


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