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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Teurer Buchungsservice der Bahn AG
 
Ist der Ruf ruiniert...
Zwischenüberschrift:
Unternehmen kassiert bei der telefonischen Ticketbestellung kräftig ab
Artikel:
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Originaltext:
Teurer Buchungsservice der Bahn AG

Unternehmen kassiert bei der telefonischen Ticketbestellung kräftig ab

Die bittere Überraschung kam mit der Telefonrechnung: Als Andrea Gehling das 12 Seiten starke Werk nach außergewöhnlichen Summen durchforstete, stieß sie auf den Betrag von 12, 31 Euro - ausgegeben für den Anruf unter der Telefonnummer 11861 bei der Buchungsstelle der Deutsche Bahn AG am 13. Dezember 2002.

Ihre erste Reaktion: " Das kann doch wohl nicht wahr sein. Das war doch eine Ortsnetznummer." Und in der Tat, dank moderner Telekommunikationstechnik war sie ohne Vorwahl in einem der verschiedenen Call-Center des Unternehmens irgendwo in der Republik gelandet. Was sie nicht wusste und was ihr auch niemand sagte, war, dass diese Nummer mit 25 Cent für die ersten 15 Sekunden und mit 35 für alle weiteren angefangenen 15 Sekunden abgerechnet wird. Dementsprechend freundliche reagierte sie dann auch, als die Mitarbeiterin am anderen Ende der Leitung einen Absturz ihres EDV-Systems meldete. " Keine Hektik, ich habe Zeit, habe ich die Frau noch beruhigt", erinnert sich Gehling. " Hätte ich gewusst, dass das so teuer wird, hätte ich natürlich um Rückruf gebeten." Nachdem das System seine Arbeit wieder aufgenommen hatte, nahm der eigentliche Buchungsprozess seinen Lauf. Die einfache Fahrt nach Neuss für 29 Euro wurde per Kreditkarte gezahlt.

So weit, so gut, denn bis dahin wusste Andrea Gehling ja auch noch nicht, dass sie die Fahrt wesentlich teurer zu stehen kommt als der tatsächliche Kartenpreis. Wie auch? Schließlich hatte sie zunächst die im örtlichen notierte Rufnummer des Reisezentrums im Hauptbahnhof gewählt. Eine Bandstimme hatte sie hier informiert, dass man ihre Anfrage im Moment nicht bearbeiten könne und auf die 0800/ 1 507090 für kostenlose Fahrplanauskünfte und eben die 11861 für die Buchung verwiesen. Wobei schon an dieser Stelle die Kosten für die fünfstellige Nummer nicht bekannt gegeben wurden. " Ich ging davon aus, dass es sich um eine Osnabrücker Nummer handelt, die zum üblichen Ortstarif abgerechnet wird", sagt Gehling heute.

Norbert Giersdorff, Sprecher der Deutschen Bahn AG in Hannover, kann den Ärger seiner Kundin so recht nicht verstehen. " Das ist doch vergleichbar mit dem Anruf bei der 11833 der Telekom", so sein Argument. Das Personal im Call-Center müsse ausgebildet werden und koste Geld, begründet Giersdorff die hohen Kosten für den telefonischen Buchungsservice. Außerdem gebe es ja parellel die kostenlose Fahrplanauskunft.

Ob die Bahn-Kunden dieser Argumentation folgen mögen, bleibt dahingestellt. Andrea Gehling jedenfalls fühlt sich verschaukelt. " Da kommt man doch ins Gürbeln ob nicht auch die PC-Panne nur Geldmacherei gewesen ist", zweifelt sie.( dk)

Bahn-Service

Ist der Ruf ruiniert...

Von Dietmar Kroger

" Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich' s völlig ungeniert." Die Bahn AG scheint ein neues Motto zu haben. Da kassiert sie ihre Kunden munter bei der telefonischen Buchung der Tickets ab und hält es noch nicht einmal für nötig, ihre potenziellen Fahrgäste auf die hohen Kosten dieses Services hinzuweisen. Kein Wunder, dass das Unternehmen auf der nach oben offenen Unmutskala immer wieder neue Spitzenwerte erreicht. Auch der Vergleich eines Bahnsprechers mit der Auskunft der Telekom hinkt. Hier zahlt der Anrufer für eine direkt erbrachte Leistung, nämlich die Abfrage einer Rufnummer, wenn gewünscht, sogar mit direkter Verbindung zum gesuchten Teilnehmer. Die Bahn aber lässt sich den Verkauf einer Fahrkarte nicht nur mit dem Preis entgelten, sie schlägt, zumindest bei der telefonischen Buchung, gleich ein zweites Mal kräftig zu. Das Argument der Personalkosten kann an dieser Stelle nicht ziehen, denn die fallen am Schalter auch an - und zwar ohne dass sie direkt an den Kunden weitergegeben werden. Oder ist das nur der nächste Schritt auf dem Weg zur ultimativen Fahrgast-Abschreckung?

12, 31 EURO weist die Telefonrechnung für die telefonische Buchung einer einfachen Fahrt nach Neuss aus, die 29 Euro kostet. Fotos: Klaus Lindemann

ANDREA GEHLING ärgert sich über die Bahn, die mit keinem Wort auf die Kosten ihrer Auskunftsnummer hinweist.
Autor:
dk


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