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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Studenten haben zu viele Tassen im Schrank
 
Reumütig zahlte er Buße...
Zwischenüberschrift:
Studentenwerk vermisst 8000 Becher
 
Ein Tassen-Klau und seine Wiedergutmachung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Studenten haben zu viele Tassen im Schrank

Studentenwerk vermisst 8000 Becher

Der weiße Porzellanbecher des Osnabrücker Studentenwerks ist einfach zu beliebt: 8 000 Kaffeebecher gehen jährlich in Mensa oder Cafeteria " verloren". Meist ist den Studenten nicht klar, dass sie Diebstahl begehen, jetzt zieht die Geschäftsleitung die Notbremse.

Der weiße Studentenwerk-Kaffeebecher ist seit Anfang der Woche aus allen Mensen Osnabrücks verschwunden. Wo sonst die sauberen Becher in blauen Körben blitzten, finden sich seit Anfang der Woche nur Pappbecher mit Plastikaufsatz mit der Aufschrift: " Coffee to go".

BWL-Student Markus Willarn ist sauer: " Ich will die alten Tassen zurück. Der Henkel war praktisch, jetzt muss man den heißen Pappbecher anfassen.Außerdem schwappt die Plörre immer über", beschwert er sich, während sich sein Freund Thomas gerade den verschütteten Kaffee von der Hand wischt.

Die Abwanderung der Becher habe in den vergangenen Jahren immer neue Höchstmarken erreicht, sagt Gernot Tietze, der Leiter der Wirtschaftsbetriebe: Bei 800 000 ausgeschenkten Portionen kommt jeder hundertste Becher weg - 8 000 Stück allein im vergangenen Jahr. In mancher Wohngemeinschaft gehört der Becher offensichtlich zur Standardausstattung.

Die Geschäftsleitung des Studentenwerks versucht jetzt durch die unpraktischen, aber kompostierbaren Pappbecher mit Plastikaufsatz und eine Aufklärungskampagne das " weiße Gold" zurückzubringen. Birgit Bornemann und Gernot Tietze wollen die Studentenschaft aufrütteln. " Die Tassen sind leider alle geklaut" oder " Geben Sie Ihrem Herzen einen Ruck und bringen Sie ihn zurück", steht auf Plakaten in den Cafeterien. Im Vorfeld wurden mehrere Überlegungen angestellt. Ein Pfand würde die Schlangen vor den Cafeterien verlängern, ein Automat wäre schwierig zu bedienen.

Gibt es also bald Razzien in Studentenwohnheimen, um die verlorenen Becher zurückzuholen? - Wohl eher nicht.

Könnte das Modell Vechta gelingen? Dort hat jeder Student seinen eigenen Becher, den er nach Gebrauch ausgespült an einen Haken zurückhängt. Für die großen Cafeterien auf dem Westerberg und am Schloss scheint diese Lösung nicht praktikabel - niemand wäre bereit, täglich seinen Kaffeepott sauber zu machen.

Also appelliert das Studentenwerk an die Vernunft: " Meiner Ansicht nach sollte es nicht schwierig sein, die Becher zurückzubringen", mutmaßt Tietze. Dann könnten auch bald wieder weiße Porzellanbecher blitzen.

In der Tat: Am Dienstag dieser Woche sammelten Studenten der Fachhochschule am Westerberg schon mal 500 Becher ein. Andere berichteten davon, dass sie Stück für Stück ihren Bechervorrat zurückbringen werden.

Der AStA Osnabrück versucht ebenfalls seinen Teil dazu beizutragen, die Becher wieder auf die Cafetische zu bringen. Also noch einmal für alle Studenten: Auch wenn sich der Mensabecher noch so schön in eurem Schrank macht, bringt ihn zurück " nach Hause". Er will zurück in die Cafeteria. (hpu)

Ein Tassen-Klau und seine Wiedergutmachung

Reumütig zahlte er Buße...

" Ein bisschen Schwund ist immer..." Auf wundersame Weise kommen der Mensa die weißen Becher abhanden. In WG- oder Büroküchen beginnt dann für sie ein zweites Leben. Skrupel haben die meisten Tassen-Klauer wohl nicht. Deshalb fällt das Beispiel des Emdener Theologie-Studenten Siegfried X. aus dem Rahmen: 1993 nahm er an einer Uni-Veranstaltung in Osnabrück teil und hatte Gelegenheit, in der Mensa einen Kaffee zu trinken. Der Becher gefiel ihm so gut, dass er ihn in einem unbeobachteten Augenblick einsteckte. Zurück in Ostfriesland, überkamen den Missetäter die Skrupel. In einem Brief an das Studentenwerk gab er seinen Fehltritt zu und machte den Schaden wieder gut. Eine Leseprobe: " Nun möchte ich mich nicht auf Kosten des Studentenwerks bereichern und - schon gar nicht - durch diese, meine Handlungsweise dazu beigetragen haben, dass eine lobenswerte Initiative (Porzellan statt Plastik) möglicherweise scheitern sollte; deshalb zeige ich meine Tat reumütig an und füge diesen Zeilen einen Verrechnungsscheck über DM 10,- bei." (rll)

PAPPE ODER PORZELLAN? Das Studentenwerk musste auf die Billig-Variante (links) umschwenken - denn allzu viele Studiosi machen den Mensa-Kaffeepott zum Bestandteil des eigenen Haushalts: Allein 8 000 Stück verschwanden im letzten Jahr. Foto: Michael Hehmann

DRASTISCHE KARIKATUREN wie diese sollen derzeit " reuige Sünder" ermahnen.
Autor:
hpu


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