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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Damit Lurchi zum Laichplatz kommt
Zwischenüberschrift:
Straßensperren und Fangzäune: Tausende Kröten auf der Wanderung
Artikel:
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Originaltext:
Damit Lurchi zum Laichplatz kommt

Straßensperren und Fangzäune: Tausende Kröten auf der Wanderung

Ihre Wanderung ist (über-) lebenswichtig und zugleich lebensgefährlich: Wenn Kröten, Frösche und Molche nach der Winterpause ihren Laichgewässern zustreben, wissen sie dank eines artenspezifischen " Kompasses", wohin es geht, aber auf dem Weg dahin sind oft viel befahrene Straßen zu überqueren.

Seit zehn Jahren sorgt die Stadt mit einem Schutzprogramm dafür, dass die Amphibienvielfalt in Osnabrück erhalten bleibt. Dafür sind jetzt wieder der Ickerweg zwischen Widukindland und Dodesheide, die Von-Korff-Alle in Sutthausen und die Glückaufstraße zwischen Eversburg und Pye von 19 Uhr bis 6 Uhr gesperrt. " Wir sperren nur dort, wo es vertretbare Umwege gibt", sagt Christiane Balks vom städtischen Fachbereich Grün und Umwelt.

An neun anderen Stellen, vorwiegend in Hellern, wurden auf insgesamt zweieinhalb Kilometer Zäune aufgestellt, um die nachtaktiven Wanderer vor dem Autoverkehr zu schützen. Helfer tragen die in Eimern gesammelten Amphibien am nächsten Morgen über die Straße. Zuvor werden sie gezählt und nach Arten und Geschlecht registiert. Gras- und Teichfrösche, Berg-, Kamm- und Teichmolche, Erdkröten und manchmal auch ein Feuersalamander werden vor den Zäunen abgefangen. 8 000 bis 10 000 kommen jedes Jahr auf diese Weise zu ihren Laichplätzen. Wie viele es insgesamt ist, vermag Christiane Balks nicht zu sagen.

Die Schutzaktionen, die bis Mitte / Ende April laufen, sind nach Auskunft der Fachfrau nötig, weil in Deutschland alle Amphibienarten bedroht sind.

Ihre Lebensräume werden durch Straßen und Neubaugebiete immer knapper, wobei die Naturschützer Ausgleichsflächen suchen, zum Beispiel derzeit bei der Renaturierung der Düte.

Nicht alle sind so hübsch wie der Feuersalamander, den viele Kinder als " Lurchi" aus Comics kennen, aber alle " sind Teil unseres Lebens", wie Christiane Balks betont. So sind Kröte und Co. gute Insektenvertilger und ihr Laich nimmt Algen auf und sorgt auf diese Weise für eine gute Wasserqualität. Nicht zuletzt sind sie auch Nahrung für andere Tiere. Dass Iltis oder Elster einen verwunschenen Prinzen erwischen könnten, gehört aber in die Grimmsche Märchenwelt. (S.)

VORWIEGEND NACHTS, vereinzelt aber auch tagsüber sind die Kröten unterwegs. Ihre Wanderung beginnt bei einer Lufttemperatur von 5 Grad. Foto: Gert Westdörp

EKLIG? ÜBERHAUPT NICHT! Wenn das Krötenmobil - wie hier im vergangenen Jahr im Schulzentrum Bissendorf - Station macht, sehen sich Kinder die Lurche ohne Scheu genau an. Foto: Thomas Osterfeld
Autor:
S.


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