User Online: 2 | Timeout: 21:55Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Köster-Grund: Nur eine Frage der Vertragsauslegung?
Zwischenüberschrift:
Mehrkosten von 295 000 Euro - Erneute Differenzen um das künftige Gelände für den Abfallwirtschaftsbetrieb
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Köster-Grund: Nur eine Frage der Vertragsauslegung?

Mehrkosten von 295 000 Euro - Erneute Differenzen um das künftige Gelände für den Abfallwirtschaftsbetrieb

Von Frank Henrichvark

Die Liste der Fragezeichen ist ohnehin schon lang, jetzt kommt ein weiteres hinzu: Beim Umzug des Abfallwirtschaftsbetriebes auf das ehemalige Köster Gelände an der Hafenringstraße entstehen noch einmal Mehrkosten in Höhe von 295 000 Euro. Der Grund: Die Personalumkleiden und Waschräume lassen sich im Bauprogramm nicht wie vorgesehen unterbringen. Mit den Konsequenzen dieser Nachricht werden sich der Fachauschuss und der Rat beschäftigen.

Stein des Anstoßes ist eine unscheinbare Formulierung im 5, 2-MiIlionen-Euro-Kaufvertrag für das Gelände an der Hafenringstraße. Danach verpflichtet sich der Verkäufer (Köster), im Kellergeschoss des Verwaltungsgebäudes Umkleiden, Duschen und Toiletten für 150 Personen zu erstellen, " wobei ein normaler Standard zu Grunde gelegt wird".

An diesem " normalen" Standard scheiden sich jetzt die Geister. Noch ein Zitat aus dem Sachbericht des Fachbereichs Immobilien: " Der Verkäufer ist bei den Vertragsverhandlungen offensichtlich davon ausgegangen, dass einfache Umkleiden (Standard Bauhandwerker) ausreichen, während der Käufer immer von so genannten Schwarz-Weiß-Bereichen ausgegangen ist." Dies bedeutet separate Räume mit Spinden für Zivil hier und Arbeitskleidung dort sowie dazwischenliegende Nassräume - ein Verfahren wie im Bergwerk oder bei medizinischem Personal.

Auf dem Tisch liegt deshalb nun ein Bauplan für ein neues Sozialgebäude mit 600 Quadratmetern Grundfläche: Je zwei Mal getrennte Umkleideräume für 216 Männer und 25 Frauen, dazu Waschräume, Toiletten, Trockenräume und Haustechnik. Veranschlagte Kosten: 700 000 Euro, von denen nach Abzug der bislang vereinbarten Umbaukosten jetzt noch 295 000 Euro beim Abfallwirtschaftsbetrieb zu Buche schlagen würden. Theoretisch gewinnt der künftige Nutzer durch den vorgeschlagenen Neubau allerdings 635 Quadratmeter Nutzfläche, die vermietet werden könnten.

Kritische Stimmen halten den hier vorgeschlagenen Standard für ebenso überzogen wie die Zahl der veranschlagten Mitarbeiter: Zwar hat der Abfallwirtschaftsbetrieb etwa 240 Beschäftigte, aber davon verfügen 20 Mann über eigene Sozialräume auf der Deponie am Piesberg. Auch müsse nicht jede Schreibkraft im Betrieb duschen können, räumte selbst Willi Niggemann ein, der gleichwohl das " Schwarz-Weiß-Verfahren" vehement verteidigte.

Schlimmer noch: Der Vertrag mit Köster sei offensichtlich " nicht solide verhandelt worden", rügte jetzt zum wiederholten Mal Prof. Rainer Tenfelde für die damals noch in der Opposition befindliche CDU-Fraktion: " Köster diktierte den Kaufpreis, und wir sollen jetzt mit dieser Zumutung leben."

Auf Drängen von Tenfelde nimmt seit geraumer Zeit die Kommunalaufsicht bei der Bezirksregierung das Köster-Vertragspaket unter die Lupe: Mehrkosten von 815 000 Euro sind bislang entstanden durch zu kleine Garagen und eine nicht existente Betriebstankstelle. Im Dezember 2002 wurden dann Altlasten an mehreren Stellen des Betriebsgeländes aufgedeckt mit derzeit noch unkalkulierbaren Entsorgungskosten. Jetzt kommt unter dem Stichwort " Sozialräume" eine weitere Hypothek hinzu.
Autor:
Frank Henrichvark


Anfang der Liste Ende der Liste