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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Mit Hochdruck in die nächste Runde
 
Anlieger: Es ist grausam
Zwischenüberschrift:
Nach einem Jahr Zwischenbilanz an der Iburger Straße: Planer sind zufrieden, aber die Anlieger immer noch genervt
Artikel:
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Originaltext:
Nach einem Jahr Zwischenbilanz an der Iburger Straße: Planer sind zufrieden, aber die Anlieger immer noch genervt

Anlieger: Es ist grausam

" Grausam." Das ist das einzige Wort, das Wolfgang Winkler noch dazu einfallt. Seitdem die Bauarbeiter an der Iburger Straße Einzug gehalten haben, hat er keine ruhige Minute mehr. Dass die Planer zur Zwischenbilanz wahre Lobeshymnen auf den reibungslosen Ablauf der Baumaßnahmen anstimmen, bringt den Kunsthändler zur Weißglut.

Bis zu 80 Prozent Umsatzrückgang muss Wolfgang Winkler in seiner Kunsthandlung und Vergolderei verkraften, seitdem die Iburger Straße erneuert wird. Seit 18 Jahren betreibt er sein Geschäft. Einst beschäftigte er vier Mitarbeiter und einen Auszubildenen. Gestern musste er die letzte Kündigung rausschicken. " Mag sein, dass das anderen egal ist", sagt Winkler bitter. " Mir nicht." Dass die Planer derweil eine positive Zwischenbilanz ziehen und sich gegenseitig auf die Schultern klopfen, treibt ihm die Zornesröte ins Gesicht. Es bestehe keinerlei zwischenmenschliche Verbindungen und Rücksicht habe man auch nicht auf die vielen Anlieger der Iburger Straße genommen, beschwert Winkler sich. Immer wieder habe er versucht, das Gespräch mit den Verantwortlichen und sogar den Bauarbeitern vor seiner Tür zu suchen, doch er sei auf wenig Verständnis gestoßen. Die Sanierung ist notwendig, das sieht auch Winkler ein. Doch die gut durchgedachten Pläne funktionieren seiner Ansicht nach nicht in der Praxis. " Dilettantismus" nennt er das und steht mit seiner Meinung nicht alleine da. " Die Stimmung ist hier aufgeheizt", erklärt er. Dass die Bauarbeiter jetzt nicht mehr vor seiner Tür baggern, ist Wolfgang Winkler mittlerweile gleichgültig. Die leeren Schaufenster entlang der Straße verraten die Tendenz, die auch dem Kunsthändler die Zukunft weist: " Über kurz oder lang werde ich hier verschwinden". (mho)

AUF BESSERE ZEITEN will Wolfgang Winkler nicht mehr warten. Nach starken Umsatzeinbrüchen sieht der Kunsthändler für sich an der Iburger Straße keine Zukunft mehr. Foto: Elvira Parton

Mit Hochdruck in die nächste Runde

14 Monate nachdem die Bauarbeiter angerückt sind, ist nun der erste Teilabschnitt der Hauptverkehrsstraße zwischen Rosenplatz und Miquelstraße abgeschlossen. Die Planer sind zufrieden, denn Zeitplan und Geldbudget wurden eingehalten.

Gas-, Wasser- und Kanalrohre wurden erneuert, Hausanschlüsse gelegt, neue Ampelanlagen und Beleuchtungen installiert. 2, 2 Millionen Euro haben die Maßnahmen für den Kanalbau in der ersten Bauphase verschlugen, berichtete Dieter Hübner. Die Kosten für die Kanalsanierung seien zwar geringfügig höher ausgefallen als veranschlagt, aber dafür habe man den Verkehrsfluss in beiden Richtungen auf der Iburger Straße gewährleisten können.

Mit Hochdruck geht es nun zwischen der Miquelstraße und der Ansgarstraße weiter. Die Asphaltdecke wurde bereits aufgerissen, und jede Menge Baumaterial und schwere Baufahrzeuge weisen schon von weitem auf die Arbeiten hin. Jürgen Schmidt, Fachdienstleiter Straßenbau bei der Stadt Osnabrück, ist besonders stolz auf die gelungene Verkehrsregelung während der Bauphase. " Wir sind selbst überrascht, dass der Verkehrsfluss so wenig leidet", sagte er. Die Kosten für die neue Teerdecke belaufen sich bislang auf drei Millionen Euro. Die Stadt werde jedoch durch das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz mit Landeszuschüssen in Höhe von 75 Prozent finanziell unterstützt, erklärte Schmidt.

Rückblickend ziehen Dieter Hübner und Jürgen Schmidt eine positive Bilanz. Man habe versucht, den Bedenken der Anlieger entgegenzukommen. Dennoch lief nicht immer alles glatt. So wurde eine neue Ampelkonstruktion auf Höhe Iburger Straße / Wörthstraße errichtet, die es einem dortigen Kunsthändler unmöglich machte, seine Markise auszufahren. Jürgen Schmidt versicherte, dass man auf Grund des dichten unterirdischen Ver- und Entsorgungsnetzes der Iburger Straße deutlich in seinen Planungen eingeschränkt gewesen sei.

Voraussichtlich 2005 werden die Bauarbeiter an der Iburger Straße wieder abrücken. Voraussetzung sei, dass die Verhandlungen mit einem Grundstückseigentümer zügig vorankommen, schränkte Schmidt ein. Der Erwerb sei bislang noch " mit einem großen Fragezeichen behaftet". Der Platz wird dringend für die reibungslose Abwicklung der Verkehrsführung benötigt. Das finanzielle Gesamtvolumen für die gesamten Baumaßnahmen wird voraussichtlich rund 8, 2 Millionen Euro betragen. (mho)

IM ZEITPLAN: Die Planer sind mit dem Verlauf des ersten Bauabschnitts an der Iburger Straße zufrieden. Bis 2005 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Foto: Gert Westdörp
Autor:
mho


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