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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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113 Winterlinden bilden eine Allee auf historischem Boden
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Der Herrenteichswall: Zwischen Haarmannsbrunnen und Pernickelmühle wurde die alte Befestigungsanlage im 19. Jahrhundert bepflanzt
Artikel:
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Originaltext:
113 Winterlinden bilden eine Allee auf historischem Boden

Der Herrenteichswall: Zwischen Haarmannsbrunnen und Pernickelmühle wurde die alte Befestigungsanlage im 19. Jahrhundert bepflanzt

Innenstadt (kgre) Früher trafen ihn Kanonenkugeln in die Seite, heute schlendern Fußgänger auf seinem Rücken. Die Funktion als Befestigungsanlage hat der Herrenteichswall schon Ende des 19. Jahrhunderts eingebüßt. Mit seinen 113 Winterlinden gehört auch er zu den Naturdenkmalen.

Stammumfänge von bis zu 2, 20 Meter sind keine Seltenheit. " Der Zustand der Bäume ist zufrieden stellend. Derzeit gibt es keine kranken oder beschädigten Exemplare", sagt Frank Bludau, Landschaftsarchitekt im Fachbereich Grün und Umwelt. Damit das so bleibt, ist Pflege unerlässlich. Mitarbeiter der Stadt entsiegelten vor vier Jahren den Wurzelraum. Der aufgelockerte Boden wurde zusätzlich gedüngt.

Viele Kronen der Linden sind mit Stahlseilen gesichert, um das Herabstürzen von Ästen zu verhindern. Die ältesten unter ihnen stammen noch aus dem 19. Jahrhundert. Um 1855 wurde die Allee der Tilia cordata, so der lateinische Name, angelegt. Für Winterlinden sind diese 150 Jahre übrigens eine Kleinigkeit, sie können unter günstigen Voraussetzungen über 1000 Jahre alt werden.

EINE GRÜNE OASE MITTEN IN DER STADT: Die Lindenallee auf dem Herrenteichswall ist ein herausragendes Naturdenkmal in Osnabrück.

Foto: Elvira Parton

Einige Jahrhunderte hat auch der Untergrund auf dem Buckel. Sein Ursprung geht bis ins Mittelalter zurück, als Wälle zum Schutz vor feindlichen Angriffen aufgeschüttet wurden. " Im Laufe des 16. Jahrhunderts schritt die Waffenentwicklung immer weiter voran. Mauern aus Stein waren zu anfällig geworden für die neuen Kanonen", erzählt Denkmalpfleger Bruno Switala. Die Erdmassen widerstanden den Attacken besser. Sie boten zudem Schutz vor Angreifern, die vom Gertrudenberg in die Stadt hin einschießen wollten. " Später, während der Industrialisierung, empfanden die Menschen die Befestigungsanlagen als einen beengen Gürtel", berichtet Switala.

Viele Wälle wurden abgeflacht oder ganz eingeebnet - nicht aber der Herrenteichswall. Wie in der bürgerlichen Kultur des 19. Jahrhunderts flanieren die Menschen noch heute gerne zwischen Haarmannsbrunnen und Pernickelmühle.
Autor:
kgre


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