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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Auch Fische müssen mal umziehen
Zwischenüberschrift:
Rückhaltebecken wird entschlammt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wenn Menschen umziehen, packen sie ihre Kartons und laden sie auf einen Transportwagen. Wenn Fische in neue Gewässer gebracht werden sollen, ist das aufwändiger. Zwei Tage lang haben der Gewässerökologe Friedrich Hehmann und seine Helfer gebraucht, um die Fische aus dem Regenrückhaltebecken am Pappelgraben zu holen und sie in umliegende Gewässer zu verteilen.

Nötig ist die Großaktion, weil die Stadtwerke das Regenrückhaltebecken in den nächsten Wochen entschlammen werden. Anfang letzter Woche war damit begonnen worden, das Wasser abzupumpen. Am Samstag war der Wasserstand dann so niedrig, dass Friedrich Hehmann sich an die Arbeit machen konnte. Denn das Wasser darf nur 20 Zentimeter tief sein, damit möglichst viele Tiere auf einmal herausgeholt werden können.

Hehmann und einer der Helfer sind mit einem Boot auf den See gefahren, um die nächsten 100 Fische aus dem Becken zu holen. Dafür steht ein großer Plastikbehälter mit im Boot - 100 Liter Wasser kann er fassen. Ein nachgemachter elektrischer Fisch wird ins Wasser gehalten. Der Schock lässt alle Tiere im Umkreis des elektrischen Feldes bewusslos werden. Jetzt kann Hehmann sie mit einem Kescher einfangen und lässt sie in den Wasserbottich.

" Ich stelle den Strom nur so lange wie nötig an", beruhigt Hehmapn diejenigen, die sich um das Leben der Fische sorgen. Sterben muss kaum ein Fisch durch den Stromstoß. " 99 Prozent der Fische überleben diese Aktion", sagt Hehmann. Zurück an Land, kommen die Tiere in bereitstehende Wassercontainer.

Hechte, Rotaugen, Flussbrassen, Barsche, Gründlinge - diese Fischarten haben sich unter anderem im Regenrückhaltebecken getummelt. Jetzt finden sie eine neue Heimat in umliegenden Baggerseen und Fließgewässern. Rund 1000 Kilogramm Fisch habe er aus dem Becken gefischt, sagt Friedrich Hehmann. Darunter sind Exemplare, die 4, 5 Kilogramm wiegen und über 50 Zentimeter groß sind. " Es soll hier auch ein paar Schildkröten geben", berichtet Hehmann. Gesehen hat er aber noch keine. Möglicherweise hätten sie sich längst ins Unterholz zurückgezogen.

Wenn das Rückhaltebecken leer gefischt ist, können die Stadtwerke mit der Entschlammung beginnen. " Das dauert zwischen zwei und drei Wochen", sagt René Wicht, Mitarbeiter der Abteilung Kanalunterhaltung bei den Stadtwerken. Wenn dann wieder Wasser im Regenrückhaltebecken ist, werden neue Exemplare der bisherigen Fischarten ausgesetzt.

Über die Rotaugen würden sich die Angler an den Teichen besonders freuen, weiß Friedrich Hehmann. Denn die sind das bevorzugte Futter der Hechte, die Angler besonders gerne fangen. Und umso mehr Nahrung die Hechte haben, desto größer fällt der Fang aus.
Autor:
Anne Reinert


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