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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
So schön könnte der Ledenhof einmal werden
Zwischenüberschrift:
FH-Studenten legen guten Entwurf vor
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ach, was wäre das schön - aus dem Elend, dass sich Ledenhof nennt, endlich einen attraktiven Platz im Herzen der Stadt zu machen. Einen Entwurf für die Neugestaltung, erarbeitet von zwei hoffnungsvollen Talenten der Fachhochschule, gibt es jetzt zwar, aber wohl leider kein Geld, um dieses Projekt auch in die Tat umzusetzen.

Christof Schmidt und Gunnar Wittkugel haben eine Diplomarbeit im Studiengang Freiraumplanung vorgelegt, die Beachtung verdient. Das sahen auch ihre Prüfer, Professor Edgar von Schayck und Diplomingenieur Jörg Ellinghaus, seines Zeichens Stadtbaurat, so und bewerteten das mit enormem Aufwand erstellte Werk mit der Note sehr gut.

" Die Kunst ist es doch, einen fantasievollen und gleichzeitig realisierbaren Entwurf zu entwickeln", schreiben die beiden in ihrem Resümee. Das ist gelungen, der Entwurf so realitätsnah, das er Ellinghaus bei der Vorstellung sogar den Satz " Das könnte man so umsetzen" entlockte.

Dazu wird es allerdings wohl nicht kommen. Denn der Ledenhof steht auf der Prioritätenliste städtischer Baumaßnahmen nicht auf den vorderen Rängen. Dabei besteht durchaus Handlungsbedarf und das nicht nur der desolaten Optik wegen. Der Knackpunkt heißt Tiefgarage. " Wir haben hier Probleme mit dem Wasser", gibt Ellinghaus zu Protokoll. Demnach dümpelt das Bauwerk auf dem Grundwasserspiegel vor sich hin, hebt und senkt sich je nach Wasserstand. Das belaste die Statik des Gemäuers, spätere Folgen an der Konstruktion nicht ausgeschlossen, so Ellinghaus. Das Wasser abzupumpen sei nicht möglich, da dann die Katharinenkirche leiden würde. " Wir könnten das Problem aber beheben, wenn wir Gewicht auf die Parkgarage bringen."

Da wäre eine Neugestaltung doch die Klatsche, mit der zwei Fliegen auf einmal erschlagen werden könnten. Zum einen würde die Garage durch die von Wittkugel und Schmidt ins Auge gefasste Niveauanhebung beschwert, zum anderen würde aus der städtischen Schmuddelecke wieder ein Platz mit Charakter. Diesen Ansatz bietet der Entwurf der beiden FH-Absolventen, die bei ihren Planungen auch den Aspekt der Finanzierbarkeit nicht aus den Augen ließen. Sicher: Ihr Entwurf ließe sich nicht zu Dumpingpreisenumsetzen, besticht aber durch seine schlichte Zeitlosigkeit.

Allerdings könnte die von Wittkugel und Schmidt entworfene Renovierung des Platzes nur greifen, wenn gleichzeitig die Neumarktplanung und die Verkehrsführung in Angriff genommen würden. Schmidt und Wittkugels Gestaltungsvorschlag sieht nämlich eine Rückführung der Fahrbahnen vor dem Schloss auf zwei Spuren vor. Davon wäre auch der Neumarkt tangiert. Und von einer Entscheidung über dessen zukünftiges Gesicht ist die Stadt weit entfernt.

So werden Schloss und Ledenhof wohl weiterhin ein getrenntes Dasein fristen müssen. Im Modell der beiden FH-Studenten rücken sie hingegen zu einer Einheit zusammen. Die Blickachse geht vom Eingang des Alten- und Pflegeheims Haus Ledenhof durch den Torbogen bis zum Haupteingang des Schlosses. Getrennt lediglich durch die zwei verbleibenden Fahrspuren, optisch verbunden durch einen gestalteten Mittelstreifen und eine gerade Wegführung mit identischer Pflasterung, ergibt sich ein Ensemble, dass die alte Architektur aufgreift. Dem entspricht auch die Möblierung des Platzes. " Sie lässt Raum sowohl für den Wochenmarkt als auch für andere Veranstaltungen", lobt Ellinghaus den Entwurf.

" Wir haben uns nicht am heutigen Stil orientiert, sondern an der Zeitlosigkeit der historischen Gebäude", sagt Wittkugel. Gleichzeitig wollen sie den Platz mit einer Gastronomie wieder mit Leben füllen. Schön war' s schon.
Autor:
Dietmar Kröger


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