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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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RWE will neue Hochspannungsleitung bauen
Zwischenüberschrift:
Quer durch Schinkel nach Belm - Schon 1999 heftig umstritten: Stadt forderte Erdkabel
Artikel:
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Originaltext:
Er hat erbitterten Widerstand erregt, wurde abgelehnt und später doch genehmigt: Der geplante Ausbau einer Hochspannungsleitung in Schinkel. jetzt wird das Thema wieder aktuell.

Die RWE Westfalen-Weser-Ems AG will eine 110-Kilo-volt (kV)- Hochspannungsleitung von der Umspannanlage Baumstraße nach Belm und von dort nach Lüstringen bauen. Die 10, 8 Kilometer lange Freileitung soll die alte durch den Stadtteil Schinkel ersetzen. Außerdem werde die Umspannanlage Powe auf 110 kV umgestellt, wodurch weitere 18, 2 Kilometer Mittelspannungsleitungen entfielen, teilte die RWE mit.

Das neue Energiewirtschaftsgesetz schreibt ein Planfeststellungsverfahren vor, in dem Bürger, Verbände, Behörden und alle Träger öffentlicher Belange zu den Plänen Stellung nehmen können. Das Verfahren soll Ende 2005 abgeschlossen sein, danach können die Bauarbeiten beginnen.

Die Pläne der RWE lösten bereits 1998 harte Diskussionen aus. Die Bürgerinitiative " Hochspannung" und alle Fraktionen im Stadtrat sprachen sich für eine teilweise unterirdische Verlegung der Kabel aus. Sie kritisierten die ihrer Meinung nach gravierenden Eingriffe in das Landschaftsbild durch die hohen Masten und warnten vor gesundheitlichem Elektrosmog.

Die RWE lehnte das Erdkabel ab, weil die Verlegung zu teuer sei. Ein Argument, das die Bürgerinitiative nicht gelten ließ: Die Kosten einer Erdleitung seien, über mehrere Jahre gerechnet, weitaus günstiger als von der RWE angegeben.

Im Juni 1999 lehnte das damalige Stadtplanungsamt den Bau der Freileitung ab. Diese Entscheidung wurde einen Monat später von der Bezirksregierung aufgehoben. Begründung: Die Stadt habe die Kostensituation des Unternehmens nicht ausreichend betrachtet. Laut RWE hätte eine Erdverlegung mit einem fünffachen Kostenaufwand den finanziellen Rahmen gesprengt und erhebliche Probleme bei der Verlegung sowie bei möglichen Reparaturarbeiten dargestellt. Die im aktuellen Planfeststellungsverfahren ausgewiesene Trasse entlang der A33 und der Bahnlinie berühre wenig Wohngebiete, erklärte die Pressesprecherin der RWE Westfalen-Weser-Ems, Ruth Brand. Dass der Bau der Starkstromleitung frühestens 2006 beginnen könne, habe mit der generell langen Planungszeit eines solchen Projektes zu tun.

Der Sprecher der Bürgerinitative, Frank Anders, der aufgrund des geplanten Ausbaus aus dem Gebiet weggezogen ist, kündigte an, dass sich die Anwohner erneut treffen würden, wenn das Thema wieder aktuell werde.

Freileitung oder Erdkabel?

Freileitungen werden überwiegend im ländlichen Raum genutzt. Sie gelten als kostengünstiger und leichter zu bauen. Durch die Montage in mehr als 25 Meter Höhe ist eine Isolierung nur an den Trägern nötig.

Erdkabel werden in 1, 5 Meter Tiefe verlegt. Durch die Grabungen und die besondere Isolation der Kabel entstehen höhere Kosten beim Bau. Reparaturen im Erdreich sind aufwändig. Ein Gutachten des Bundesverbandes WindEnergie besagt jedoch, dass bei Spannungen von 110 kV Bau und Betrieb von Erdkabeln günstiger sind.
Autor:
Kristina Löpker


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