User Online: 5 | Timeout: 15:55Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Rauchfrei: Das gilt auch für qualmende Lehrer!
Zwischenüberschrift:
Wenn der Erlass des Kultusministers in Kraft tritt, müssen auch Osnabrücker Schulen ihre Raucherzimmer schließen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Eigentlich sollte in der Schule nur der Kopf rauchen - doch die Nikotinsucht verführt oft zur Pausenzigarette. Wenn es nach dem Willen der Landesregierung geht, hat dies aber bald ein Ende. Auch in Osnabrück ist dann Schluss mit Raucher-Lehrerzimmern.

Hessen macht es vor, Niedersachsen zieht nach. Unsere Schulen sollen voraussichtlich ab Mitte Februar rauchfrei sein, so jedenfalls kündigte es Kultusminister Busemann gestern an.

Katharina Nolte, Leiterin der Berufsbildenden Schulen Natruper Straße, hält das Vorhaben grundsätzlich für richtig, sieht aber Probleme bei der Umsetzung. " Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie unsere Schule als Erwachsenenbildungseinrichtung ein absolutes Rauchverbot auf dem gesamten Gelände durchsetzen soll", so Nolte. Die Erfahrung zeige doch, dass Verbote nichts bringen, man solle eher an die Eigenverantwortung der Raucher appellieren und ihnen immer wieder die Risiken der Sucht vor Augen führen.

In den Räumen der Berufsschule ist das Qualmen ohnehin untersagt. Mit einer Ausnahme: An das Lehrerzimmer schließt sich ein separates Raucherstübchen an. Wenn der Erlass in Kraft tritt, sind selbst in dieser Kammer die Glimmstängel tabu. Den nikotinsüchtigen Kollegen von Katharina Nolte bleibt nur noch der Weg zum benachbarten Niedersachsenbad oder auf die andere Straßenseite. Ähnlich wird es den Lehrkräften am Gymnasium Carolinum ergehen. Jenen, die sich gestern noch eine Zigarette im gläsernen " Aquarium" direkt am Lehrerzimmer anzündeten, muss Direktor Helmut Brandebusemeyer demnächst einen Strich durch die Rechnung machen.

" Ich bin sogar überzeugt, dass viele Kollegen das Rauchen während der Dienstzeit komplett einstellen", mutmaßt der Caro-Chef. Eigentlich sei er auch dankbar für den Erlass, denn so blieben dem Lehrerkollegium nervenaufreibende Diskussionen zum Thema " Absolut rauchfreie Schule" erspart. Mit dem Verbot ist es aber nach Meinung Brandebusemeyers nicht getan: " Wir müssen auch präventiv vorgehen und Anti-Rauch-Programme für Schüler und Lehrer anbieten." Für Brigitta Graefe und ihr Kollegium von der Grundschule " In der Wüste" stellt sich die Frage der Vorsorge gar nicht erst. Alle elf Lehrkräfte entsagen dem blauen Dunst. Im Landkreis könnten die Lehrer der Ganztagsschule in Hasbergen mit ihrer Vorbildrolle in Konflikt geraten: Während die nikotinabhängigen Pädagogen in einem eigenen Raum zum Todesstängel greifen, gilt für das gesamte restliche Areal absolutes Rauchverbot.

Konsequenter sind die Kollegen vom Gymnasium Bad Iburg. Gemeinsam haben sich Schüler und Lehrer geeinigt, auf dem gesamten Schulgelände nicht zu rauchen.

Wer es nicht aushalten kann, stellt sich trotzdem für " ´nene kurze Zigarette" vor das Schultor. Die ganz süchtigen Lehrer machen sich sogar in der Freistunde auf und frischen ihren Nikotinbedarf in einem nahe gelegenen Café wieder auf. Oder verbringen ihre Pause mit dem Docht im Auto.
Autor:
Daniel Hopkins


Anfang der Liste Ende der Liste