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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Tod vor dem Winterschlaf
Zwischenüberschrift:
Engewanderter Marderhund am Piesberg überfahren
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Tod vor dem Winterschlaf

Engewanderter Marderhund am Piesberg überfahren

Auf seiner Wanderung nach Westen hat der Marderhund jetzt auch Osnabrück erreicht: Auf dem Autobahnzubringer in der Nähe der Honeburg wurde eine ausgewachsene Fähe überfahren.

Der Enok oder Marderhund ist etwas kleiner als ein Waschbär und hat wie dieser eine lebhatte Gesichtsmaske. Sein Fell ist aber buschiger, und die Lunte ist nicht geringelt. Der nachtaktive Kleinräuber gehört zur biologischen Familie der Hunde, macht aber im Gegensatz zu Wolf und Fuchs einen Winterschlaf.

Vor etwa 70 Jahren wurden Marderhunde zu lausenden im europaischen Teil der Sowjetunion als Pelztier ausgesetzt. Seitdem hat der ursprünglich aus China und Japan stammende Räuber sich auf den Weg nach Westen gemacht.

" Der Enok hat hier keine natürlichen Feinde", sagte dazu der Osnabrück Jägerschafts-Vorsitzende Peter Konermann, " außerdem ist er als Allesfresser eine Geißel der heimischen Tierwelt." Konermann rief seine Jägerkollegen zu erhöhter Wachsamkeit und intensiver Bejagung der unerwünschten Zuwanderer auf.

Auf dem Speiseplan des Marderhundes steht pflanzliche Kost ebenso wie Insekten, Regenwürmer, Frösche und Aas: " Der Marderhund nimmt aber auch das Gelege des Fasans und den Junghasen, ja er verdangt sogar den Fuchs." Polnische Ornithologen haben mittlerweile die Erfahrung gemacht, dass die brütenden Kraniche kaum noch Nachwuchs aufziehen können.

Wie rabiat der Marderhund sich in den letzten zehn Jahren auf seinem Weg nach Westen in der Bundesrepublik ausdehnen konnte, zeigt ein Blick in die Jagdstatistik: 1996 wurden ganze 421 Exemplare gemeldet, und in den Folgejahren verdoppelten sich die Streckenergebnisse. Im Jahr 2003/ 04 wurden schon 18634 Marderhunde gefangen oder geschossen; im letzten Jagdjahr 2004/ 05 waren es dann 20278. Den Löwenanteil darunter, nämlich 18951 Exemplare, kamen in den beiden Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zur Strecke, in Niedersachsen waren es lediglich 193. Aber auch hier gilt die Tendenz: steigend.

DIESER MADERHUND wurde in der Nähe des Piesbergs überfahren.

Foto: Jörn Martens
Autor:
Frank Henrichvark


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