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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Schampus aus der Zapfpistole
Zwischenüberschrift:
Spritpreise machen Taxifahrern zu schaffen - Trotzdem keine Fahrpreiserhöhung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück

Michael Welz ist häufig Gast an der Tanksäule. Als Taxifahrer sieht er fast täglich die Dieselpreise in immer luftigere Höhen klettern. Zähneknirschend nehmen er und seine Kollegen eine Preissteigerung nach der anderen hin. An eine Weitergabe der höheren Dieselkosten an die Kunden aber ist derzeit nicht zu denken.

Von umgerechnet etwa 50 Cent auf 1, 11 Euro sei der Preis für Dieselkraftstoff in den letzten zehn Jahren geklettert, resümiert Welz. Seine Rechnung ist einfach: Bei einer Jahresleistung von 30 000 Kilometern verbraucht er 2400 Liter Diesel. Jeder Cent, den der Kraftstoff teurer wird, belastet Welz' Konto mit 24 Euro jährlich. Bei zehn Cent fallen dementsprechend Mehrkosten in Höhe von 240 Euro an. Für dieses Jahr rechnet der selbstständige Taxiunternehmer, der gleichzeitig Vorstandsmitglied der Osnabrücker Taxizentrale ist, mit etwa 350 Euro plus - auf der Ausgabenseite.

Und dennoch: " Das bringt niemanden um. Wer sagt, er müsse deswegen aufgeben, liegt meiner Meinung nach falsch." Der Spritpreis ist also nur einer von vielen Faktoren? " Die Reparaturkosten sind um 20 Prozent gestiegen. Die Konzessionskosten der Stadt sind von ehemals 150 Mark auf 270 Euro geklettert. Und Personal- und Versicherungskosten sind ebenso gestiegen wie die Anschaffungskosten", erläutert Welz die simple Additionsaufgabe aus der Lektion Kostensteigerung. Da wird beim Betrachten der Tankrechnung das Gefühl, es sei Schampus und kein Diesel aus der Zapfpistole geflossen, schon fast wieder zur Randerscheinung. Das Problem liegt in den Augen sowohl derjenigen Unternehmer, die mit einer Taxe unterwegs sind, wie auch der wenigen größeren Mitglieder der Taxizentrale in der allgemeinen Kostensteigerung.

Die Idee, sich das Geld vom Kunden wiederzuholen, hätte sicherlich einen gewissen Charme, ist aber kaum umsetzbar. Schon jetzt, so Barbara Piepmeyer von City Car, sitze den Menschen das Geld nicht mehr so locker in der Tasche. " Da wird schon mal eher das Fahrrad aus der Garage geholt, oder Muttern fährt eben nach der Feier noch nach Hause." Selbst die Mietwagen-Unternehmer, die nicht an städtische Tarifvorgaben gebunden sind, scheuen davor zurück, ihre Preise zu erhöhen. Piepmeyer: " Im Moment ist das nicht umsetzbar. Aber irgendwann wird das mal passieren müssen." Das sieht Welz ähnlich. Eine Preiserhöhung hält auch er derzeit nicht für durchsetzbar. So wird es also zunächst einmal bei 1, 30 Euro für einen Taxikilometer und zwei Euro Grundgebühr bleiben. Nicht gerade rosige Zeiten für Osnabrücks Taxifahrer? " Ich fahre jetzt seit 28 Jahren Taxi", sagt Welz, " heute würde ich es nicht noch einmal anfangen."

WENIG FREUDE HAT DERZEIT MICHAEL WELZ, wenn er mit seiner Taxe an die Zapfsäule muss. Und die Diesel-Preise steigen weiter. Foto: Hermann Pentermann
Autor:
Dietmar Kröger


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