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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Der Neumarkt ohne Busbahnhof?
Zwischenüberschrift:
Architekt Gewers stellt erste Überlegungen für die Masterplanung vor
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
BUSBAHNSTEIGE seien nicht mehr zeitgemäß, findet Architekt Gewers. Er will an dieser Stelle einen fünfgeschossigen Komplex errichten. Foto: Michael Hehmann

RECHTS DAS LANDGERICHT, in der Mitte das Kisling' sche Verlagshaus. So sah der Neumarkt in den 20er Jahren aus.

Osnabrück (rll) Man schließe den Busbahnhof, setze einen fünfgeschossigen Komplex an seine Stelle und lasse die Busse an der Straße halten. Dieses Rezept stammt vom Berliner Architektenbüro Gewers, Kühn und Kühn (GKK). In seinen ersten Skizzen für den Neumarkt wird der Autoverkehr auf zwei Spuren reduziert, so dass für Fußgänger, Shopping und Stadterlebnis mehr Raum bleibt.

Vor dem Stadtentwicklungsausschuss stellte Architekt Georg Gewers am Donnerstagabend seine ersten Überlegungen zur Masterplanung vor. Zunächst wollte sich der Ausschuss hinter verschlossenen Türen mit den Plänen befassen. Auf Antrag von CDU und SPD kam der Punkt dann doch in die öffentliche Sitzung.

Architekt Gewers, der am Carolinum in Osnabrück Abitur gemacht hat, möchte dem Neumarkt wieder etwas von dem Flair zurückgeben, das mit Fotos aus den 20er Jahren zum Ausdruck kommt. Er wünscht sich mehr Gebäude mit einer architektonischen Qualitäten wie das Landgericht. Einige Neubauten an den richtigen Stellen könnten das Gesicht des Neumarkts zum Positiven verändern, merkte Gewers vor dein Stadtentwicklungsausschuss an. Er stehe in Kontakt zu mehreren Investoren, " die starkes Interesse haben". Wenn die Weichen richtig gestellt würden, könne schon Ende 2005 gebaut werden, stellte Gewers in Aussicht.

Für den Neumarkt wünscht sich der Berliner Architekt eine Gestaltung mit Natursteinpflaster (" es muss nicht chinesischer Granit sein"), Cafes am Rand und dezentes Grün, etwa in Form beschnittener Bäume. Für den Autoverkehr will er nur noch zwei Spuren bereithalten, das Tempo soll auf 20 oder 10 km/ h begrenzt werden. Ganz ohne Autos funktioniere es nicht, hielt Gewers fest: " Es ist schon wichtig, dass die Leute in die richtigen Parkhäuser kommen."

Den Fußgängern will der Berliner Architekt einen direkten Durchgang zur Hase anbieten, mit einer Holzbrücke zum anderen Ufer. Gewers unterstützt den Plan, mit einem Hochhaus an der Hase einen Blickfang als östlichen Abschluss zu platzieren - eine Funktion, die vor dem Krieg das Kisling' sche Verlagshaus hatte.

Auf der anderen Seite des Neumarkts soll ein fünf- oder sechsgeschossiger Komplex an das frühere Stadtbild anknüpfen. Alte Stadtpläne lassen noch erkennen, dass zwischen dem Grünen Brink und dem Neuen Graben Häuser standen, dicht an dicht.

Heute nimmt der Busbahnhof dieses Areal ein. Dass er geschlossen werden müsste, schmeckt einigen Kommunalpolitikern offenbar nicht. Gewers nannte die Busbahnsteige in der heutigen Form " nicht mehr zeitgemäß". Seitliche Bussteige am Neuen Graben und am vorderen Teil der Wittekindstraße reichten aus, der Neumarkt selbst solle aber von Bushaltestellen freigehalten werden. Als heißes Eisen könnte sich auch die von der Ratsmehrheit gewollte Umgestaltung der Neumarktpassage erweisen. Gewers ließ durchblicken, dass er den Tunnel für entbehrlich hält. Man könne ihn evtl. zur Tiefgarage umbauen. Die Fußgänger würden ihn meiden, wenn es oben attraktiver werde.

Der Stadtentwicklungsausschuss stellte die Diskussion über den GKK-Entwurf zurück. Voraussichtlich im Januar kommt das Thema wieder auf die Tagesordnung.

Der Neumarkt

Heilige Kühe

Ist das nun der große Wurf für den Neumarkt? Architekt Georg Gewers, dem ein guter Ruf vorausgeeilt war, hatte es nicht leicht vor dem Stadtentwicklungsausschuss. Obwohl die Diskussion erst in den nächsten Wochen geführt werden soll, blies ihm schon in der Fragestunde der Wind ins Gesicht. Die einen wollen den Busbahnhof nicht antasten, die anderen betrachten den Tunnel als heilige Kuh. Und dann gibt es noch die Fraktionen, die den Autoverkehr entweder ganz vom Neumarkt verbannen wollen oder sich vehement gegen jede Reglementierung zur Wehr setzen. Da stellt sich die Frage nach dem großen Wurf ganz anders: Welche kühnen Visionen sind eigentlich zu erwarten, wenn so viele Bedenkenträger schon vorab die Marschroute abgesteckt haben? Am Neumarkt wird sich erst etwas ändern, wenn die heiligen Kühe geschlachtet werden.
Autor:
rll


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