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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Jetzt hilft nur noch eine lange Trockenphase
Zwischenüberschrift:
Nässe bereitet Bauern Sorgen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück (slx) Sechs Grad! Frank Vogt überkommt derzeit beim morgendlichen Blick auf das Thermometer ein leichtes Schütteln. Nicht nur dem Landwirt selbst ist es viel zu kalt. Das feucht-kühle Wetter macht vor allem dem Mais zu schaffen.

" Der Sommerpflanze fehlen jeden Tag 15 bis 20 Grad", blickt Vogt besorgt in den wenig sommerlichen Himmel. Kigentlich müssten die Anfang Mai ausgesäten Pflanzen / um jetzigen Zeitpunkt bereits 20 Zentimeter größer sein, rechnet der Landwirt, der auf seinen Flächen in Osnabrück-Darum Mais, Gerste und Weizen anbaut, mit mindestens vier Wochen Verzögerung bei der Reife. Da der Mais eine bestimmte Anzahl von Sonnenstunden benötige, könne er statt wie üblich im September " frühestens Ende Oktober" geerntet werden. Die Feuchtigkeit macht die aus Südamerika stammende Pflanze zudem anfällig für allerlei Pilze. Einziges Gegenmittel sei der Einsatz von Fungiziden, erläutert der Landwirt.

Der Fusarium-Pilz stelle tatsächlich eine große Gefahr dar, ergänzt Dr. Heinrich Miesner vom Landwirt-

schaftsamt Osnabrück. Wenn der Pilz nicht bekämpft werde, bilde er Toxi-ne. Haben sich bis zur Ernte des in dieser Region als Futterpflanze angebauten Mais und Weizens zu viele dieser Giftstoffe in der Pflanze gesammelt, sei die Ernte dahin. Da gerade Schweine sehr empfindlich auf diesen Pilz in ihrem Futter reagierten, könne die Ernte im schlimmsten Fall nicht mehr verkauft werden. Dann, so Miesner, " kann sie nur noch verbrannt werden".

Nicht ganz so schlimm wie beim Mais sieht es in " diesem extremen Jahr" laut Vogt bei Weizen und Gerste aus. Dennoch mache die Feuchtigkeit auch den hier heimischen Pflanzen zu schaffen. Besonders die Gerstenähren seien durch das viele Wasser zu schwer geworden und drückten das Getreide zu Boden. " Drei Wochen zu früh", ärgert sich der Landwirt. Da der Reifungsprozess noch nicht weit fortgeschritten sei, könnten die Pflanzen faulen: " Was uns jetzt noch hilft, ist eine längere Trockenphase!" Und auch hier der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln: " Das kostet mich 50 bis 70 Euro pro Hektar extra", kalkuliert Vogt mit einem Ernteausfall von bis zu 20 Prozent. Probleme gibt es nach Aussage von Miesner auch bei den Kartoffeln. Besonders die kurz vor Ostern gepflanzten frühen Sorten seien durch die Kraut-und Knollenfäule gefährdet.

Durch den Einsatz entsprechender Mittel seien zwar keine kompletten Ernteausfälle wie noch vor 100 Jahren zu befürchten: " Eine Gefahr besteht aber immer noch."

Etwas Positives habe das derzeitige Wetter aber auch, wollen Miesner wie Vogt Regen und Kälte nicht völlig in Bausch und Bogen verdammen. Das Gras wachse derzeit hervorragend. Rinderhalter könnten also mit reichlich Heu rechnen.

ZU KLEIN sind die Maispflanzen auf Grund der feucht-kühlen Witterung, stellt Landwirt Frank Vogt mit Sohn Lasse (4) fest. Foto: Jörn Martens
Autor:
slx


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