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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Sauberes Wasser aus dem Wald ist nicht kostenlos
Zwischenüberschrift:
Forstleute wollen den "Wasser-Cent"
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück (fhv) Der deutsche Wald wächst und wächst, aber der Rohstoff Holz lässt sich auf dem Markt nur zu Dumpingpreisen absetzen. In dieser Lage sinnen Forstleute auf Abhilfe: Einen " Wasser-Cent" als Ausgleich für die Leistungen zu Gunsten der Wasserversorgungsunternehmen hat der Deutsche Forstwirtschaftsrat gestern bei seiner Jahrestagung in Osnabrück ins Gespräch gebracht.

Hermann Ilaender, Präsident der Dachvereinigung und Waldbesitzerverbände, nannte das unbelastete Trinkwasser, das von den heute zunehmend privatisierten Wasserversorgungsunternehmen unter den Waldflächen gefördert werden kann, eine " Dienstleistung", für die der Waldbesitzer einen gerechten Ausgleich fordern könne. Beispielrechnungen, wie sie bei der Tagung des Forstwirtschaftsrates präsentiert wurden, sprechen von einer Million Liter als zusätzlicher Wasserspende pro Hektar, die unter Buchenwald im Gegensatz zu Kiefern möglich sind. Zumindest an den zusätzlichen Kosten für einen solchen Umbau der Wälder weg vom Nadelholz und hin zum Laubholz sollten die Eigentümer beteiligt werden.

Derzeit müssen Wasserversorger bereits unter landwirtschaftlichen Flächen gefördertes Grundwasser mit unbelastetem verschneiden, um so den EU-Grenzwert für Nitrat einzuhalten. Ohnehin bietet die EU-Wasserrahmenrichtlinie mit der Einführung eines Vorsorge- und Verursacherprinzips den Ansatzpunkt, um Umweltkosten geltend zu machen.

Ein solcher Kosten-Ausgleich von beispielsweise vier Cent pro Kubikmeter Wasser würde den Endverbraucher demnach mit zwei Euro pro Kopf und Jahr belasten. Es wäre allerdings auch der Einstieg in einen " Emissionshandel" mit den Wald-Eigentümern, die langfristig ihre Leistungen für die Allgemeinheit nicht mehr kostenlos zur Verfügung stellen wollen.

Weiterhin wies der Deutsche Forstwirtschaftsrat bei seiner Jahrestagung, die auf Einladung des Waldbesitzer-verbandes Weser-Ems und seines Vorsitzenden Georg Schirmbeck in Osnabrück stattgefunden hat, auf die unbefriedigende Absatz-Situation beim Rohstoff Holz hin. Die jüngste Bundeswaldin ventur habe belegt, dass in Deutschland derzeit mehr Holz als in den klassischen Forstländern Finnland und Schweden vorhanden ist. Der Holzvorrat beträgt 3, 4 Milliarden Kubikmeter, " und jede Sekunde wächst ein Holzwürfel von 1, 44 Meter Kantenlänge hinzu", sagte Ilaender. Diese Reserven müssten mobilisiert werden, weil andernfalls die Wälder zu überaltern drohten. Der DFWR setzt dazu auf eine Imagekampagne zum Rohstoff Holz und zur Waldnutzung. Ilaender machte aber auch deutlich, dass die Einnahmesituation der Waldbesitzer verbessert werden müsse, damit sich deren Aufwand für die Waldpflege überhaupt lohnt: " Der Privatwaldbesitzer darf nicht das Interesse am Wald verlieren."
Autor:
fhv


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