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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Inhalt:
Überschrift:
Buga 2001 war ein "Glücksfall" für Potsdam
Zwischenüberschrift:
Oberbürgermeister: Stadtentwicklung um fünf Jahre beschleunigt - Mit Osnabrück vergleichbar?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück (hin) " Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie eine Stadt funktioniert, die keine Buga hatte", sagt jann Jakobs (SPD), Oberbürgermeister von Potsdam. Gilt das auch für Osnabrück?

Jakobs berichtete auf Einladung der Bundesumweltstiftung über die Buga 2001 in der brandenburgischen Landeshauptstadt. Er geriet vor den 200 Zuhörern im Zentrum für Umweltkommunikation ins Schwärmen: Die Buga sei " ein Glücksfall" für Potsdam gewesen, sie habe der Stadt einen " Ruck gegeben, der bis heute nachwirkt", und sie in ihrer Entwicklung in einem " Fünf-Jahre-Sprung" nach vorn gebracht. Sie hat aber auch Geld gekostet: 159 Millionen Euro (311 Millionen Mark). Knapp ein Drittel der Kosten hat das Land Brandenburg übernommen. (Siehe " Zur Sache".)

Nach dem Abzug der russischen Truppen blieb 1994 ein 300 Hektar großes, zum Teil mit Altlasten verseuchtes Manövergelände zurück - und das im Herzen der traditionsreichen Garnisonsstadt. Die Bundesgartenschau wurde zur Lokomotive der Stadtentwicklung und von allen neun Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung Potsdams unterstützt. Osnabrück sei in der glücklichen Lage, zehn Jahre vorausplanen zu können, sagte Jakobs. Potsdam blieben kaum fünf Jahre Zeit. Die Buga habe bewirkt, dass Finanzströme auf einen Zeitpunkt und für eine große Aufgabe gebündelt worden seien. Jakobs schätzt, dass durch die Buga insgesamt etwa eine Milliarde Euro an privaten und öffentlichen Investitionen ausgelöst wurden. Allein in den Wohnungsbau seien rund 370 Millionen Euro geflossen. Die Verkehrsnetze wurden modernisiert, der Tourismus in die Stadt und in die Region geholt. 2, 5 Millionen Besucher haben die Buga gesehen. Die Zahl der Übernachtungen stieg in dem Jahr um 17 Prozent. Die Buga war nach Jakobs' Worten " ein Mosaiksteinchen" für den Aufschwung Potsdams. Bis 1994 hatte die Stadt 140 000 Einwohner. Die Zahl sank zwischenzeitlich auf unter 120 000 und hat jetzt wieder die alte Marke erreicht. In zehn Jahren wird die Stadt 160 000 Einwohner haben.
Sind Potsdam und Osnabrück vergleichbar? Das war die Kernfrage, die in der anschließenden Diskussion mehrfach aufgegriffen wurde. Rolf Brinkmann, Sprecher des Arbeitskreises Stadtentwicklung der Lokalen Agenda, sagte, die finanzielle Ausgangssituation Osnabrücks sei heute deutlich schlechter als die Potsdams Mitte der 90er Jahre. Michael Hagedorn, Fraktionschef der Grünen, wies darauf hin, dass der " Entwicklungsdruck" in Potsdam erheblich größer gewesen sei. Hagedorn: " Der Piesberg liegt nicht mitten in der Stadt."

Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip hielt dem entgegen, dass Osnabrück eine Initialzündung wie die Buga brauche. Hannover habe die Expo gehabt und sehe der Fußball-Weltmeisterschaft entgegen. Jetzt sei Osnabrück an der Reihe. Er erwarte vom Land Niedersachsen eine Unterstützung von 100 bis 110 Millionen Euro. Irene Thiel, CDU-Fraktionsvorsitzende, appellierte an die Zuhörer, an die Zukunft zu glauben und für " die große Aufgabe in die Hände zu spucken".

Zur Sache: Bundesgartenschau 2001 in Potsdam - Konzepte, Kosten, Konsequenzen

Jährlich 1, 8 Millionen Euro für die Unterhaltung des Buga-Parks

Konzept: Die Buga 2001 in Potsdam war die erste an vier Standorten. Das Zentrum bildete der Volkspark im Bornstedter Feld, der auf einem 300 Hektar großen, heruntergekommenen Militärgelände der sowjetischen Truppen entstand. Weitere Kulissen waren die Innenstadt und historische Gartenanlagen. Finanzierung: Die Gesamtkosten (Investitionen und Durchführung) lagen bei 159 Millionen Euro. Für Osnabrück werden Kosten von mindestens 175 Millionen erwartet. Das Land Brandenburg zahlte 50 Millionen Euro, die Stadt Potsdam knapp 30 Millionen. Der Bund beteiligte sich mit weniger als einer Million. An Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Sponsoring wurden rund 20 Millionen Euro erzielt. Für den Bau einer Ausstellungshalle (Biosphäre) erhielt die Stadt rund fünf Millionen Euro von Mitfinanzierern. Rund 100 Millionen Euro stammen aus dem Treuhandvermögen zweier Entwicklungsgesellschaften, die Teile der revitalisierten Militärflächen für den Wohnungsbau vermarkteten. Nachnutzung: Die Unterhaltung des Buga-Parks Bornstedter Feld kostet jährlich 2, 5 Millionen Euro, davon trägt die Stadt 1, 8 Millionen. Der Eintritt zum Park kostet einen Euro pro Person. Rund 270 000 Besucher nutzen den Park, in dem es Bühnen für Kulturveranstaltungen gibt. Die Biosphären-Halle zählt 215 000 Besucher.

Drei Fragen

Eine Stadt - ein Ziel

Osnabrück (hin) Der Generalsekretär der Bundesumweltstiftung, Fritz Brickwedde, hat den Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs eingeladen.

Herr Brickwedde, welche Parallelen sehen Sie zwischen Osnabrück und Potsdam? Brickwedde: Die beiden Städte sind von ähnlicher Größe. Aber Potsdam wird deutlich wachsen. Die Buga hat einen Betrag geleistet, Potsdam attraktiver zu machen. Ich persönlich habe eine enge Beziehung zu Potsdam durch den früheren Umweltminister und heutigen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck. Die Umweltstiftung hat eng mit ihm zusammengearbeitet. Ich habe die Entwicklung der Buga in Potsdam von Anfang an verfolgen können.

Was können wir von Potsdam lernen?

Brickwedde: Man kann das nicht eins zu eins übernehmen. Was wir lernen können, ist, dass die ganze Stadt Potsdam geschlossen eine Idee verfolgt und zum Erfolg geführt hat. Alle Parteien, alle gesellschaftlichen Gruppen haben an dieser Aufgabe mitgearbeitet. Das ist das Wichtigste - auch für Osnabrück.

Können wir vom Potsdamer Finanzierungsmodell etwas übernehmen?

Brickwedde: Die Lasten der Buga in Potsdam sind sehr ausgewogen auf Land und Stadt verteilt worden. Osnabrück kann die Buga nur schaffen, wenn sich das Land Niedersachsen vergleichbar engagiert. Vergleichbar heißt: Niedersachsen muss sich auf der Basis seiner Finanzkraft beteiligen, und die ist deutlich stärker als die Brandenburgs.

Bildunterschriften:
JANN JAKOBS Foto: Parton

VORHER: Die russischen Truppen hinterließen im Herzen Potsdams eine Trümmerlandschaft. Fotos: Caudlitz/ ETBF

NACHHER: Den Buga-Park Bornstedter Feld nutzen jährlich 270000 Menschen. Der Eintritt kostet einen Euro.
Autor:
hin


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