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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der ganz besondere Nervenkitzel
Zwischenüberschrift:
Sprungturm, Wettkämpfe, familiäre Atmosphäre: Altes Nettebad war beliebt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Quadratisch, praktisch, gut: Architektonisch war das alte Nettebad zwar nicht gerade reizvoll, und nach heutigen MaßstÄben hatte es auch keine besonderen Attraktionen zu bieten. Und trotzdem war die Badeanstalt zwischen Haste und Dodesheide in der Bevölkerung unglaublich beliebt, schon die Eröffnung im Mai 1973 (nach 15-monatiger Bauzeit) glich einer Sensation.

Weit und breit gab es kein kombiniertes Hallenfreibad dieser Größenordnung. Die Leistungsschwimmer bekamen das lang ersehnte 50-Meter-Becken, das es ihnen ermöglichte, draußen große Wettkämpfe auszutragen. Sprunghaft verbesserte sich zudem das Breitensportangebot in der Stadt, nachdem erst sieben Jahre zuvor das Niedersachsenbad an den Start gegangen war. Kine weitere Lücke sei nun geschlossen worden, betonte der damalige Oberstadtdirektor Dr. Raimund Wimmer. Rund fünf Millionen DM investierte die Stadt in den Flachdachbau - innen modern, hell und zweckmäßig -, indem drei miteinander verschachtelte Becken mit Drei-Meter-Sprungbrett und einem eigenen Bereich für Nichtschwimmer zur Verfügung standen. Die Halle mit dieser Aufteilung wurde später im Stadtteil Schinkel fast baugleich noch einmal errichtet. Als besonders innovativ wurden bei der Eröffnung aml 27. Mai 1973 zwei Punkte hervorgehoben: zum einen die so genannte Überflutungsrinne, durch die der Wasserspiegel auf der Höhe des Beckenumgangs gehalten werden konnte, zum anderen der 20 Meter lange und 1, 75 Meter breite Schwimmkanal nach draußen. Das Freibad mit seiner weitläufigen Liegewiese, das weitere vier Millionen DM kostete, wurde erst im Laufe des Sommers 1973 vollendet. Bis zur endgültigen Schließung im Herbst 2001 waren Rasenflächen und Schwimmbecken bei schönem Wetter proppenvoll. An Spitzentagen kamen bis zu 17 000 Besucher. Das war Freibad vergnügen pur am Stadtrand.
Einer, für den das Nettebad wie ein zweites Zuhause war, ist Peter Rosenthal. 27 Jahre war er für den SSC Dodesheide als Trainer und Ausbilder im Einsatz, brachte hunderten von Kindern aus Osnabrück und Umgebung das Schwimmen bei. In den ersten zehn Jahren des Nettebades stand der Polizeibeamte zudem als ehrenamtlicher Ersatzbademeister am Beckenrand. Vor allem an diese Zeit erinnert er sich gerne zurück.
" Das war sehr schön und hat viel Spaß gemacht", erzählt der 65-Jährige, der erst vor kurzem seine Schwimmsportaktivität an den Nagel gehängt hat. Noch heute ist er begeistert von der familiären Atmosphäre. Immer wieder ergab sich ein Klönschnack mit den Stammgästen, zum Beispiel sonntags morgens um sechs, wenn sie zum Frühsport kamen und Peter Rosenthal schon da war. Bekannt war er auch bei den Jugendlichen. Sie hatten Respekt vor dem Polizisten in Badehose und heckten den ein oder anderen Streich lieber erst gar nicht aus. Austoben konnten sie sich beim Ballspielen oder (für Wagemutige) bei einem Sprung aus zehn Meter Höhe. Dieser Nervenkitzel war beliebt, der markante Turm entwickelte sich zu einem Wahrzeichen des Nettebades.
Die großen Vergleichswettkämpfe des SSC Dodesheide mit Vereinen aus Haarlem, Berlin und Greifswald - das seien für ihn die Höhepunkte gewesen, sagt Paul Rosenthal. Schön, dass es in der neuen Halle wieder ein 50-Meter-Becken mit acht Bahnen gebe, um unter verbesserten Bedingungen Meisterschaften austragen zu können: " Wir haben lange dafür gekämpft."

Bildunterschriften:
Das Wahrzeichen: Der zehn-Meter-Turm war bei kühnen Badegästen beliebt. Im Sommer 2000 beaufsichtigt Schwimmmeister Dimitri Gürtler einen Springer.
Archivfotos: Westdörp / Münch
MITTEN IM GRÜNEN lag die weitläufige Anlage des alten Nettebades, wie auf dem Luftbild aus dem September 2000 gut zu erkennen ist (rechts die Schwimmhalle mit Sauna und Gastronomie, oben die Freibad-Umkleiden, in der Mitte der Sprungturm, links das Nichtschwimmer- und das Polarbecken. Archivfotos: Westdörp / Münch
Autor:
Holger Jansing


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