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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nicht nur Frau Künast macht sich Waldsorgen
Zwischenüberschrift:
Forderungen: Geld und Kalk
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrücker Land
Dem deutschen Wald geht es schlecht. Viele Bäume sind jetzt schon tot. Das wurde auch beim Ortstermin in der Noller Schlucht sichtbar, wo schon 50 Prozent der Buchenbäume nicht mehr genutzt werden können.
Nach Angaben von Johannes Meyer zum Alten Borgloh, dem Vorsitzenden des Kreisforstverbandes Osnabrück, und Bezirksförster Theo Otten sind drei Gründe für das Waldsterben verantwortlich die Versauerung der Böden durch Schadstoffe, der trockene Sommer 2003 und die Vermehrung von Insekten. " Der Krankheitsverlauf beginnt mit einer Verletzung der Baumrinde durch Buchenwollschildläuse, somit können Nectria-Pilze die Rinde unterwandern", erläutert Otten.
Als Folge davon könnten sich dort Borkenkäfer einnisten, und zuletzt träten Pilze in die Schadstellen ein und verursachten eine rasche Holzzerstörung sowie die Destabilisierung des Baumes. Die Zerstörung des Walds könne auch andere verheerende Folgen haben: In Nordrhein-Westfalen sei zum Beispiel eine Frau durch einen umstürzenden toten Baum schwer verletzt worden.

" Der Wald wirkt wie ein riesiger Luftfilter, der Boden wie ein Wasserfilter", erklärt Meyer zum Alten Borgloh. Der pH-Wert des Bodens sei momentan unter drei, führt er weiter aus. " Das ist saurer als Essig."
Durch das Waldsterben entsteht auch ein massiver finanzieller Schaden für die Waldbesitzer. Otten und Meyer zum Alten Borgloh beziffern ihn auf 15 000 bis 20 000 Euro pro Hektar. Ein Kubikmeter gutes Buchenholzerbringerund 150 Euro. Einen Ausgleich für den Ausfall bekämen Waldbesitzer nicht.
Im Wald gibt es, wie Bundesministerin Renate Künast am Mittwoch mitteilte, auch zu viele Bäume. " Wir könnten wesentlich mehr Holz nützen und Bäume fällen. Das schadet dem Wald nicht, sondern nützt ihm", meint Meyer zum Alten Borgloh. Er stimme zwar mit Künast überein, dass es einen zu hohen Baumbestand gebe. Aber: In der Vergangenheit seien Frau Künast zu viele Bäume gefällt worden. Des Waldexperten weitere Forderung: " Die Wälder im Landkreis Osnabrück müssen wieder gekalkt werden." Dadurch könne der Versauerungsgrad gestoppt werden. Der Kalk binde die Schadstoffe und fördere die Wasserfilterfunktion des Bodens. Im Moment werde aber nicht mehr gekalkt, da die finanziellen Mittel, die sonst von der Europäischen Union, dem Bund und dem Landkreis zur Verfügung gestellt worden seien, nicht mehr flössen. " Die Waldkal-kung ist die einzige Möglichkeit, um zumindest den Status quo zu erhalten."
Einen weiteren Grund für das Waldsterben sieht Otten in der Streichung von finanziellen Mitteln und Stellen im Forstbereich. Dadurch würden die Möglichkeiten, den Waldbestand zu beobachten und zu betreuen, immer mehr eingeschränkt.

Fotos: Thomas Osterfeld
Autor:
tw


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