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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Dem Weibe Bildung und dem Mann nur keine Langeweile
Zwischenüberschrift:
In der ehemaligen Höheren Töchterschule am Heger-Tor-Wall studieren junge Leute heute Jura und Wirtschaftswissenschaften
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Innenstadt Rauchende junge Köpfe sitzen im Gebäude am Heger-Tor-Wall 14 seit über 100 Jahren über ihren Büchern. Damals war allerdings nur den " höheren Töchtern" der Besuch vorbehalten. Die Postkarte von 1911 zeigt die " Städtische Höhere Töchterschule" am Kanzlerwall 14, wie der Heger-Tor-Wall damals hieß. Rechts neben dem Gebäude, in dem heute Jura und Wirtschaftswissenschaften studiert werden können, geht es in die Katharinenstraße. Der imposante Baum vor dem Haus steht zwar immer noch, er sieht sich heute aber in Gesellschaft von hunder-ten von Fahrrädern, die die Studenten dort vor dem Besuch der Vorlesung abstellen. Und es ist heute angesichts der vielen Autos auf dem vierspurigen Wall auch kaum noch vorstellbar, sich - wie der Mann links im Bild - unbehelligt vom Verkehr auf die Straße zu stellen und die Architektur des Gemäuers zu betrachten. Die " Höhere Töchterschule" wurde 1875/ 76 gebaut. Der hellere Eckbau mit dem eindrucksvollen Sandsteinportal kam 1906 als Anbau im Jugendstil hinzu, seinerzeit die angesagte Architektur. Vielleicht erinnern sich einige Osnabrückerinnen noch an die zartgrün gestrichenen Räume mit den weißen Stuckdecken, den weiß lackierten Möbeln und den dunkelblauen Wandvertäfelungen. Das alles wurde im Herbst 1944 vernichtet. Im erhaltenen Rest kam vorübergehend die Reichspost unter. Beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg konnte man die gut erhaltene äußere Substanz des Anbaus verwerten, die Eingangstür wurde rekonstruiert. Bereits 1848 war in Osnabrück die erste " Höhere Schule" für Mädchen gegründet worden; eine akademische Laufbahn blieb den Schülerinnen aber verschlossen, was angesichts des Zieles der Schule nicht verwundert: " Es gilt dem Weibe... Bildung zu ermöglichen, damit der deutsche Mann nicht durch die geistige Kurzsichtigkeit und Engherzigkeit seiner Frau am häuslichen Herd gelangweilt und in seiner Hingabe an höhere Interessen gelähmt werde..."

Bildunterschriften:
JUGENDSTIL war 1906 die angesagte Architektur. Diese Postkarte von 1911 zeigt die Städtische Höhere Töchterschule am Kanzlerwall - heute Heger-Tor-Wall.

EINDRUCKSVOLL auch nach fast 100 Jahren: Das Uni-Gebäude am Wall, in dem Wirtschaftswissenschaftler studieren.
Foto: Klaus Lindemann
Autor:
eme


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