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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Lebendige Hase: Die Stadt entdeckt ihren Fluss neu
Zwischenüberschrift:
Schwierige Suche nach konfliktfreien Lösungen - Umweltstiftung fördert Hase-Revitalisierung mit 123 500 Euro
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück und die Hase - ein vielschichtiges Thema: Der Fluss war einmal Verkehrsweg und Verteidigungslinie, dann Abwasserkanal und Hinterhofidylle. Jetzt besinnt sich die Stadt Osnabrück neu auf ihren Stadtfluss: Die " Lebendige Hase" soll wieder bewusst machen, dass fließendes Wasser von jeher zum Stadtbild gehört.

170 Kilometer lang ist die Hase von der Quelle bei Wellingholzhausen bis zur Mündung in die Ems bei Meppen. Ein Zehntel der Strecke verläuft sie auf Stadtgebiet, davon wiederum zwei Kilometer schlängelt sie sich durch die Innenstadt. Aber: Allein auf Stadtgebiet gibt es sieben Stauwehre. Und über weite Strecken ist der Fluss bis heute in ein Betonkorsett gepresst. Oder er verläuft im " Hinterhof" der Stadt und ist unseren Blicken entzogen. An diesen Punkten setzt das Konzept " Lebendige Hase" an: Das Wasser soll ohne Barrieren fließen können - damit Aal und Bachforelle wie auch andere Fische wieder bis in den Oberlauf wandern dürfen. Und die Menschen sollen ihren Stadtfluss wieder erleben können - zum Beispiel auf einem lückenlosen Hase-Uferweg.
Die ökologische Durchgängigkeit und die urbane Qualität eines erlebbaren Gewässers mitten in der Stadt wieder zu erreichen seien langfristige Ziele, so gestern Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip bei der Vorstellung des Konzeptes. " Viele Bürger der Stadt haben bis heute eine emotionale Beziehung zu diesem Fluss", sagte er, " das zeigt auch: Was wir heute tun, geschieht auch für kommende Generationen." Andererseits gilt es auch, manche Widerstände zu überwinden. An die drei Mühlen wehre in der Stadt, an der Quirllsmühle, Pernickelmühle und Neuen Mühle, sind zum Beispiel verbriefte Staurechte geknüpft. Schon der Bau einer Fischtreppe kann damit kollidieren. Auch der Hase-Uferweg wartet bis heute auf den Lückenschluss. Als Beitrag zur Konfliktlösung und zum Kooperationsaufbau in der Fließgewässer-revitalisierung hat deshalb die Bundesstiftung Umwelt eine Projektförderung von 123500 Euro bewilligt. " Die Hase muss zur gemeinsamen Sache aller Osnabrücker werden", sagte dazu Fritz Brick-wedde, Generalsekretär der Umweltstiftung. Der Weg dahin soll über Gespräche mit den Anliegern, Verhandlungen mit Staurechtsinhabern, Kooperation mit Schulen oder Medien-Aktionen gebahnt werden. So sind zum Beispiel " Hasepaten" im Gespräch, die für einen lückenlosen Hase-Uferweg vom Bahnhof in die Innenstadt und von dort bis zum geplanten Buga-Gelände werben.
Osnabrück habe damit für die Umweltstiftung " Modellcharakter", betonte Brickwedde zugleich. Auch wenn andere Städte wie Leipzig oder Soest ebenfalls längst erkannt haben, dass " Wasser zum Flair einer Stadt gehört", sei doch die Hase schon seit 1992 ein Thema, wie Brickwedde mit Verweis auf nunmehr acht Hase-Projekte mit einer Fördersumme von einer Million Euro betonte.
Bis allerdings die Bachforelle wieder bis zur Hasequelle steigen kann, wird noch viel Wasser den Fluss hinabrauschen. An Ideen mangelt es dennoch nicht: Um eine Umflut für das Wehr der Pernickelmühle zu bekommen, haben sich die Planer auf den alten Stadtgraben besonnen, der früher einmal vor dem Herrenteichswall gelegen hat.
Bildunterschrift:
DIE BACHFORELLE soll wieder wandern können: Auch das wäre ein Ergebnis der " barrierefreien Hase".
Autor:
fhv


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