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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Inhalt:
Überschrift:
Der Neumarkt: Ein Platz mit Kunst und Kanten
Zwischenüberschrift:
Masterplan liegt vor - Stadt muss Flächen verkaufen, um investieren zu können - Erster Baukran in einem Jahr?
Artikel:
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Originaltext:
Wenn der Neumarkt schöner, leiser, grüner werden soll, muss er kleiner werden. Nur wenn es der Stadt gelingt, Teile des Neumarktes zu verkaufen, ist genug Geld da, um den Umbau zu bezahlen.
Von " Heilung" spricht Georg Gewers und von " Stadtreparatur". Der Architekt aus Berlin, der seine Wurzeln im Osnabrücker Land hat, legte am Donnerstagabend den mit Spannung erwarteten Masterplan für den Neumarkt vor. Seine Kernthese: Der Platz muss wieder Ecken und Kanten bekommen.
Die Diagnose: Der Neumarkt ist ganz und gar den Bedürfnissen des Verkehrs geopfert worden. Er ist als Platz nicht erkennbar, weil er in alle Richtungen ausfranst. Er hat keinen zentralen Punkt, der die Blicke der Passanten aus den umliegenden Straßen auf sich zieht. Er wird von Fassaden umgeben, die den Charme der 60er Jahre ausstrahlen. Er ist schlicht ein städtebauliches Notstandsgebiet, " ein krankes Kind", sagt Gewers.
Die Heilmittel: Der Platz soll kleiner, die Ecken sollen von Hochhäusern markiert werden. Dazu will Gewers den Bussteig am Grünen Brink opfern. Hier soll ein stiefeiförmiges Gebäude entstehen, das die Beziehung zur Kamppromenade herstellt und zugleich den Neumarkt zum Neuen Graben abgrenzt. Der Abriss des Stadtwerke-Pavil-lons ist beschlossene Sache. Damit wird Raum für eine Erweiterung des heutigen Neumarkt-Carrees geschaffen.
Der östliche Markstein soll dem Plan zufolge am Standort des Cafes Coppenrath (Ecke Kollegienwall) entstehen: ein architektonischer Glanzpunkt, der sich der Grundstücksform anpasst und mit moderner Fassade den Neumarkt aufwertet.
Fassaden-Kosmetik ist rundherum nötig. Die grüne Front des Eckgebäudes (Johannisstraße / Neumarkt) muss nach Gewers' Einschätzung dringend überarbeitet werden. Das gilt auch für das gegenüberliegende Eckhaus (Große Straße). Hier sei die Entwicklung offenbar Mitte der 60er Jahre stehen geblieben. Gewers schlägt vor, dieses Eckhaus und das Neumarkt-Carree einheitlich zu gestalten, um daraus ein Tor zur Großen Straße zu bilden. Auch die Front des ehemaligen Textilkaufhauses Wöhrl (heute Makromarkt) entspreche nicht mehr den heutigen Ansprüchen ästhetischer Stadtgestaltung.
Die Autofahrer werden ausgebremst. Für den Individualverkehr sollen nur noch zwei Spuren bleiben. Der Platz soll den Fußgängern zurückgegeben werden, die auf einem breiten Übergang die Johan-nisstraße erreichen können. Der Neumarkt verliere damit die trennende Wirkung, die der Johannisstraße heute so wehtue. Die Fahrspuren für Autos und Busse werden an den südlichen Rand gerückt, so dass auf der sonnigen Nordseite Platz frei wird für Bäume und Straßencafes.
Wichtig seien die " Sichtbeziehungen" zum Platz, so Gewers. Aus allen Seitenstraßen müsse der Blick der Passanten auf einen Brunnen oder ein Kunstwerk im Zentrum des Neumarktes gelenkt werden.
Wird der Masterplan umgesetzt, rollen die Busse künftig über zwei Spuren, die zugleich als Haltebuchten dienen. Die haltenden Busse sollen sich in Richtung Neuer Graben am Straßenrand aufreihen. Der Bussteig vor dem Landgericht wird verkleinert und verlegt. Der Knotenpunkt in der Johannisstraße wird von den Planern nicht angetastet. " Die Umsteigewege werden dadurch nicht länger", sagt Gewers. Harald Schulte von den Stadtwerken sieht " im Prinzip keine Probleme" für den öffentlichen Nahverkehr. Der Platz auf den Haltespuren reiche aus.
Den Kopf schüttelte Schulte während des Vortra-ges allerdings, als der Planer über Pflasterung und Bordsteinkanten referierte. Ziel der Planer ist es, den Neumarkt mit einem " Teppich" zu belegen - ihn einheitlich zu pflastern. Ein Pflaster, gleich welcher Art, halte der Belastung durch die Busse nicht stand, sagt Harald Schulte. Bordsteine seien nötig, um Fahrgästen einen barrierefreien Einstieg zu ermöglichen. Ein Ausweg: farbiger Asphalt für die Fahrspuren.
Die Heilungschancen: Der Masterplan ist umsetzbar, wenn die Stadt die Flächen am Grünen Brink an Investoren verkaufen kann. Es geht um etwa 5000 Quadratmeter. Laut Bodenrichtkarte kostet der Quadratmeter dort 1475 t Euro - das wären 7, 3 Millionen Euro. Stimmt der Stadtrat der Masterplanung zu, will Georg Gewers in den kommenden Wochen konkrete Gespräche mit Investoren führen. Die Zeitspanne: " In einem Jahr kann der erste Kran stehen", sagte Gewers, ( " in zwei Jahren das erste Gebäude." Der Masterplaner verhehlt nicht, dass er die Investitionen in den Neumarkt-Tunnel für falsch hält. " Das Geld sollte man besser oberirdisch investieren."

Neumarkt Masterplan

Was sagen Sie dazu?

Utopie oder guter Plan?

Planer Georg Gewers sagt über seinen Masterplan, er sei " sehr realistisch". Es gebe Investoren, die Interesse signalisiert hätten. Wir fragen Sie, Laien und Experten gleichermaßen: Ist das ein Schritt in die richtige Richtung? Halten Sie die Pläne für umsetzbar? Was sollte anders, vielleicht besser gemacht werden? Wie wünschen Sie sich den Neumarkt? Oder sollten wir den Neumarkt belassen, wie er ist? Wir hoffen auf eine lebhafte Leserdiskussion. Schicken Sie eine E-Mail (leserforum@ neue-oz.de), ein Fax (0541/ 310-640) oder senden Sie uns Ihre Stellungnahme per Post: Neue OZ, Lokalredaktion, Stichwort: Masterplan, 49032 Osnabrück.

Einige Bildunterschriften:
DER NEUE NEUMARKT: Der Masterplaner will den Platz durch Eckhäuser abgrenzen, die Fassaden aufwerten und einheitlich " wie einen Teppich" pflastern. Die Grafik zeigt den Blick Richtung Osten auf das heutige Cafe Coppenrath. Das kleine Foto zeigt den Neumarkt aus derselben Perspektive heute. Foto: Michael Hehmann / Grafik: GKK

EINGERAHMT von neuen und alten Fassaden: Der Neumarkt soll kleiner, enger, schöner werden.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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