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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
CDU und FDP stellen Weichen für Gartencenter
Zwischenüberschrift:
Streit über möglichen Nutzen für FH
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Weichen sind gestellt, jetzt beginnt das Planungsverfahren: Nach dem Willen von CDU und FDP soll an der Bundesstraße 68 in Haste ein Gartencenter mit über 9000 qm Verkaufsfläche entstehen. Im Stadtentwicklungsausschuss lehnten SPD und Grüne das Vorhaben ab, weil sie den Eingriff ins Landschaftsbild nicht für vertretbar halten.

Hinter den Plänen steht die Gartencenter Münsterland GmbH & Co. KG, die Fachmärkte in Münster, Rheine und Osnabrück-Sutthausen betreibt. Der Investor verweist auf sein Fachgartencenter-Konzept, das sich mit seiner " überdurchschnittlichen Auswahl, Qualität und Beratung" deutlich von Discountern unterscheide, wie GeschäftsführerTillmann Schulze Buschhoff betont.

Aber nicht die Qualität des Angebots, sondern der Eingriff in das Landschaftsbild bestimmte die Diskussion im Stadtentwicklungsausschuss. Die Fläche zwischen B 68 und Oldenburger Landstraße, bislang als Maisacker genutzt, liegt im Landschaftsschutzgebiet. Stadtbaurat Jörg Ellinghaus befürchtet, dass mit dem Gartencenter der " zentrale Stadteingang für die Bundesgartenscnau" verunstaltet wird. Eine Kritik, die auch Politiker von SPD und Grünen teilen. Ratsherr Heinz-Josef Klekamp (CDU) befand hingegen, das Gartencenter füge sich gut in die Landschaft ein.

Gestritten wurde in der Ausschuss-Sitzung am Donnerstagabend vor allem über eine in Aussicht gestellte Kooperation mit der Fachhochschule. Nach Auskunft des Betreibers kann der Parkplatz, der 280 Autos Platz bieten soll, von Studenten der benachbarten FH mitbenutzt werden. Im Fachbereich Städtebau gibt es jedoch Zweifel, ob dieses Angebot auch tatsächlich in Anspruch genommen wird. Dabei sieht der Betreiber weitere Vorteile für beide Seiten, etwa bei Lehre und Forschung, Anwendung und beratungsintensiven Dienstleistungen (siehe neben stehender Kasten).

" Dummes Zeug", konterte der Oppositionspolitiker Dr. Horst Simon, der für die SPD im Ausschuss sitzt. Die Synergieeffekte ließen sich auch " ins Lächerliche ziehen". Wolfgang Gurk von der Wirtschaftsförderung Osnabrück (WFO) sprach jedoch von einem " handfesten Bezug von Lehre und Praxis". Daraus ergäben sich Standortvorteile.

Mit dem Beschluss im Stadtentwicklungsausschuss wird lediglich das Planungsverfahren in Gang gesetzt. Erst nach der Bürgerbeteiligung entscheidet der Rat, ob der Bebauungsplan im Sinne des Investors aufgestellt wird.

Bildunterschrift:
IN DER EINFLUGSCHNEISE: Eine Simulation der Stadt zeigt das geplante Gartencenter an der B 68.Simulation: Ohde / Düyffke

Drei Fragen an Prof. Dr. Bernd Lehmann

Praxis für Studenten gleich vor der Tür

Haste (de)

Gartencenter an der B 68 - ja oder nein? Diese Frage sorgt für Diskussionen. Ein Argument für das Center sollen Synergieeffekte mit der benachbarten Fachhochschule sein. Prof. Dr. Bernd Lehmann, der Dekan der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur, Äußert sich zur Stichhaltigkeit dieses Arguments.

Frage: Die FH hat bis jetzt ganz gut ohne Gartencenter gelebt. Was hat die FH von dem Bau? Antwort: Die Praxisangebote der FH werden sich demnächst verändern. Statt Praxissemestern bieten wir dann kürzere Praxisstudienphasen an. Mit dem Gartencenter haben wir eine Anlaufstelle in unmittelbarer Nähe. Die Studenten können also leicht zwischen Praxisort und FH hin- und herpendeln. Zudem ist der organisatorische Aufwand dafür sehr gering.
Dann könnte man also auch einen Architekturstudienzweig mit einem Baumarkt verbinden? Sicherlich wäre so etwas oft hilfreich, damit Studenten sehen, was in der Praxis gefordert wird. Unsere Studenten könnten im Gartencenter zum Beispiel im Bereich des Agrarmarketings hospitieren oder die Anforderungen von Pflanzen und Verbrauchern in Verkaufsgewächshäusern untersuchen.

Die FH lehrt auch Landschaftsarchitektur. Für das Center müsste ein Landschaftsschutzgebiet aufgegeben werden. Ein Konflikt?

So gesehen: ja. Aber man muss abwägen. Bei 60 Gartenbaustudenten pro Semester könnte ein Viertel davon im Gartencenter praxisorientiert arbeiten.

Bildunterschrift:

SYMPATHIE für ein Gartencenter: Bernd Lehmann.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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