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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Stadteingänge scheußlich verbaut
 
Ein Gartencenter zerstört die Landschaft
Zwischenüberschrift:
Zwei Zuschriften zu unserem Bericht "CDU und FDP stellen Weichen für Gartencenter" und das Kurzinterview mit Prof. Dr. Bernd Lehmann von der Fachhochschule Osnabrück (Ausgabe 22. Januar).
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Immer mehr , Eingänge' in die Stadt Osnabrück sind im Laufe der Jahre und Jahrzehnte scheußlich verbaut und versaut worden, so dass für viele ankommende Besucher nicht gerade ein guter erster Eindruck von unserer , Glücksstadt' entsteht. Und wer behauptet, dass sich das geplante Gartencenter gut in die Landschaft an der B 68 einfügen würde (siehe das Simulationsfoto in der NOZ vom 22. Januar), der muss schon eine ziemlich verkorkste Vorstellung von Landschaft haben. Dass aber der Dekan der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur dem Gartencenter öffentlich das Wort redet, ist für mich und viele meiner Kollegen überhaupt nicht nachvollziehbar und nicht zu akzeptieren, denn:
1. hat er nicht nur den " produzierenden Teil" der Fakultät (Agrarwissenschaften) zu vertreten, sondern auch den " landschaftsschützenden" (Landschaftsarchitektur),
2. hat er m. E. Neutralität gegenüber Firmen zu wahren und nicht für eine Firma in die Bresche zu springen. Ich distanziere mich deshalb öffentlich ausdrücklich von seiner Stellungnahme.

Zum Angebot des Gartencenters, dass die 280 Parkplätze von der FH mitgenutzt werden können, sage ich nur: Müssen wir auf Kosten eines Landschaftsschutzgebietes so tief sinken?
Und ich bedaure jetzt schon die kleinen Gartenbau-Betriebe in Osnabrück, die künftig durch den neuen Giganten in ihrer Existenz bedroht werden!"

Prof. Dr. Herbert Zucchi
Rosenweg 3
Hasbergen-Gaste

" Unsere Landschaft, und tatsächlich auch vermeintlich geschützte Bereiche, sind immer wieder den Begehrlichkeiten unserer Mitmenschen ausgesetzt [...]. Dort, wo früher ein fließender Übergang von Siedlungen zur freien Landschaft durch naturbetonte Landschaftselemente bestand und unsere Heimat mitgeprägt hat, reihen sich heute vielfach Gewerbehallen, Wohnblöcke, Sportanlagen ohne jegliche Einbindung aneinander. Oftmals gibt es keinen Übergang zwischen Ortsrandlagen, Gewerbegebieten und der freien Landschaft. Selbst das niedersächsische Landschaftsprogramm sagt zu dieser Thematik deutlich aus, dass der Wechsel von besiedelten und unbesiedelten Bereichen als ein Grundmuster unserer Kulturlandschaft zu erhalten ist. Die Einbindung in die freie Landschaft wurde in der Simulation sehr schön berücksichtigt, aber was wird aus der charakteristischen Struktur der jetzt bestehenden ursprünglichen Landschaft? Diese würde durch das Gartencenter an diesem Standort unwiederbringlich zerstört werden |. ..] Im Vergleich mit anderen Situationen in Osnabrück handelt es sich bei dem vorgesehenen Standort des geplanten Gartencenters mit seiner topografischen Eigenart und den alten Baumbeständen [...] um ein wertvolles, unbelastetes Bild des Siedlungsrandes [. . .].

Die Meinung des Dekans kann ich als Student der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur nicht teilen. Allerdings stimme ich ihm in gewisser Hinsicht doch zu - man muss abwägen. Die Osnabrücker Landschaft verliert mehr und mehr ihr Gesicht und entwickelt sich zusehends zu einer bundesdeutschen Einheitslandschaft ...)."

Hubertus Bilstein
Katharinenstraße 65
Osnabrück
Autor:
Prof. Dr. Herbert Zucchi, Hubertus Bilstein


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