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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kosten für Waldkalkung: Fall für die Allgemeinheit?
Zwischenüberschrift:
Das Problem mit der Finanzierung - "So sauer wie Essig"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Glandorf / Osnabrück (tw) Die schneebedeckten Wiesen und Walder bei Glandorf sehen idyllisch aus. Doch das Bild trügt: Der Wald ist sauer.
Gerade der Wald ist eines der wichtigsten Recycling-Systeme, damit unsere Umwelt weiter funktioniert. In ihm werden Luft und Wasser gefiltert. Fast 50 Prozent der niedersächsischen Waldbestände sind jedoch beschädigt, 13 Prozent davon schwer.
Im Dezember 2004 legte Agrarministerin Renate Künast beängstigende Zahlen auf den Tsich. Sie besagten, dass es dem Wald so schlecht gehe wie seit den 80er Jahren nicht mehr, als zum ersten Mal über das Thema Waldsterben in großem Umfang berichtet worden sei. Die Waldbesitzer warnen schon länger. " Der Wald ist so sauer wie Essig", meint Johannes Meyer zum Alten Borgloh, Vorsitzender des Kreisforstverbands und der Waldschutzgemeinschaft Osnabrück-Süd. Er wundere sich, dass überhaupt noch etwas wachse. Durch die hohe Schadstoffbelastung weise der Waldboden im Osnabrücker Land mittlerweile einen PH-Wert von drei auf, normal seien 7, 5. Bei Boden-Un-tersuchungen in der Nähe von Glandorf seien hohe ' Mengen an Belastung durch Aluminium festgestellt worden, berichtet Armin Menge vom Forstamt Osnabrück. Pro Jahr, so Menge weiter, nehme der Waldboden 20 bis 40 Kilogramm Stickstoff auf. Verträglich seien nur zehn bis 15 Kilogramm.
" Der letzte Waldzustandsbericht hat gezeigt, wie instabil das Ökosystem Wald ist. Es sind dringend Maßnahmen erforderlich", sagt Dr. Christoph Abs, Geschäftsführer der Stiftung " Wald in Not". Eine Maßnahme sei das Kalken von Waldböden, wodurch die Säuerung abgemildert werden könne. Von Wissenschaftlern würde empfohlen, Waldböden alle zehn Jahre zu kalken. Dadurch würden diese zwar nicht wieder hergestellt, aber zumindest bleibe der Status Quo erhalten.
Eine regelmäßige und umfassende Bodenkalkung scheitere jedoch an der Finanzierung. Der Wald in der Nähe von Glandorf würde zwar aus Mitteln des Wasseramts bezahlt, da der Wald ein Wasserschutzgebiet sei. Für Privatwälder müssten aber deren Besitzer aufkommen. Momentan trügen sie zehn Prozent der Kosten der Kalkung. Der Rest würde auf die EU, den Bund und das Land aufgeteilt, berichten die Experten weiter. Für viele private Waldbesitzer bedeute die Eigenfinanzierung eine Bedrohung der Existenz. " Die Kosten für die Waldkalkung sollten von der Allgemeinheit übernommen werden, da sie auch für die Verschmutzung verantwortlich ist", meint Abs. Meyer zum Alten Borgloh forciert, die Kosten aus der ökosteuer zu finanzieren, da sie beim Verursacher erhoben würde. Tatsächlich müsse auch nur ein geringer Anteil der ökosteuer für die Waldbodenkal-kung verwendet werden.
Als Beispiel führt Meyer zum Alten Borgloh den Teutoburger Wald an, der als riesiger Wasserfilter diene und eine natürliche Barriere zu den Industriegebieten im Ruhrgebiet bilde. Dort könne aus Geldmangel nicht gekalkt werden.

Eine Unterstützung durch den Landkreis gebe es nicht. Hans-Hartmut Escher, Fachbereichsleiter Umwelt des Landkreises Osnabrück, will jedoch nicht ausschließen, dass Geld fließen könnte, wenn die finanzielle Situation sich verbessere. Fachlich stehe der I^ andkreis hinter der Maßnahme, sagt Escher.
Sollte die Schadstoff-Belastung des Waldbodens nicht gestoppt werden, dann komme dies der Allgemeinheit teuer zu stehen. Zwar sei das Trinkwasser nicht belastet, sagt Escher, wenn durch die Kalkung der Status quo des Waldbodens jedoch nicht erhalten werde, dann seien ungleich höhere Kosten für die Aufbereitung des Trinkwassers zu leisten.

Bildunterschrift:
DAS KALKEN DER WÄLDER (wie auf unserem Foto in Glandorf) ist nach Ansicht der Experten bitternötig, scheitert jedoch zunehmend an Finanzierungsfragen. Foto: Elvira Parton
Autor:
tw


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