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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die kleinen Blauen und ihre Kampfpreise
Zwischenüberschrift:
Taxifahrer schimpfen auf "Minicars"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück (hpet) Es gibt sie erst seit einem Jahr, und dennoch sind sie aus dem Stadtbild kaum mehr wegzudenken. Die blauen Citroen Berlingos des Mietwagenunternehmens " Mlni-car". Mit Kampfpreisen machen sie den Taxi-Zentralen das Leben schwer. Und die fühlen sich zu Unrecht benachteiligt.
Vor einem Jahr fassten Barbara Piepmeyer und Sabine Schindler einen folgenschweren Entschluss: " Im Taxigewerbe war die Rede davon, die Preise zu erhöhen. Wir haben uns gesagt, das ist genau der falsche Weg." Über geringere Preise und höhere Auslastung könne man ebenfalls gutes Geld verdienen. Geboren war " Minicar" und seine Niedrigpreisstrategie.
Die musste sich natürlich erst einmal bei den Kunden herumsprechen. " Im Januar 2004 haben wir mehr Kaffee getrunken als gearbeitet", sagt Schindler. Die Nachtschicht habe dann zuerst angezogen. Wegen der Studenten, die aus der Altstadt nach Hause wollten. Dem Tagesgeschäft kam ausgerechnet die Gesundheitsreform zupass. Weil die Krankenkassen die Taxi-Fahrten zum Arzt nur noch in Ausnahmefällen bezuschussten, hätten sich die Menschen nach einer preiswerteren Alternative umgesehen, so Piepmeyer. Mittlerweile zählten aber auch Firmenchefs zum Kundenstamm.
Dass sie im Vergleich zu den Taxen günstiger seien (siehe nebenstehenden Kasten), führt Piepmeyer auf die geringeren Aufwendungen für die Fahrzeuge zurück: " Der Citroen kostet und verbraucht weniger als eine E-Klasse." Ulrich Hoefner vom Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen, der sowohl Taxi- als auch Mietwagenunternehmen vertritt, vermutet zudem, dass das Risiko nach unten verlagert wird.
Denn das Geschäftsmodell " Minicar" ist ähnlich dem der Taxizentralen. Es stellt Einzelunternehmern seine Infrastruktur (wie Funkzentrale, Markenname und Buchhaltung) für einen monatlichen Geldbetrag zur Verfügung. Diese müssen dann zusehen, dass sie mit den ebenfalls festgelegten Tarifen Profite erwirtschaften.
Bei allen Gemeinsamkeiten gibt es aber auch Unterschiede zwischen " Minicar" und den Taxi-Zentralen (vgl. Kasten). Genau diese sehen die Fahrer des " Taxi-Rufs 3 2011" aber von den " Mini-car"- Fahrern zunehmend umgangen. Schon oft habe er " die Blauen" auf den Busspuren gesehen, die eigentlich den Taxen vorbehalten seien, sagt Vorstandsmitglied Michael Welz. Außerdem werde am Wochenende gerade vor Diskotheken viel gewildert, also Leute aufgelesen, ohne dass die - wie an sich vorgeschrieben - telefonisch die " Minicar"- Zentrale kontaktiert hätten. Piepmeyer weist diese Kritik zurück: " Es hat schon zig Anzeigen bei der Stadt gegeben, und in allen Fällen konnten wir nachweisen, dass vorher telefoniert wurde." Natürlich könne sie nicht für jeden die Hand ins Feuer legen, aber die Fahrer hätten genug mit den Kunden zu tun, die anriefen.
" Da ist der Gesetzgeber gefordert, für mehr Klarheit zu sorgen." Der Kunde, der für die gleiche Fahrt weniger bezahlen müsse, werde sich sicher nicht beschweren.
Für Hoefner liegt das Problem darin, dass Verfehlungen nur schwer zu belegen sind.

Zur Sache: Tarife und Privilegien

Tarife: Bei den Fahrpreisen gibt es zwischen " Minicars" und den Taxen einen grundlegenden Unterschied. Wahrend die Taxameter an den Verbrauch des Fahrzeugs gekoppelt sind, rechnet " Minicar" allein nach der zurückgelegten Wegstrecke ab. Gerade in Stauzeiten kann das einen merkbaren Unterschied machen. Taxen berechnen einen Grundbetrag bei Fahrtantritt von 2 Euro. Dazu kommen 1, 30 Euro pro gefahrenen Kilometer (nachts und an Feiertagen bis zu 1, 40 Euro).
" Minicars" berechnen einen Grundbetrag für die ersten 2, 1 Kilometer von 4 Euro. Dazu kommen: 99 Cent für jeden weiteren gefahrenen Kilometer.
Privilegierung der Taxen: Folgende Vorteile der Taxifahrer darf ein " Minicar" nicht nutzen: Benutzung der Busspuren, Anfahren der Taxistände, Aufnehmen eines Fahrgastes am Straßenrand, ohne vorher telefonisch bestellt worden zu sein. Zudem müssen " Minicar"- Fahrer nach jeder Fahrt zu ihrem Betriebssitz zurückkehren. Sie dürfen also nicht an strategisch günstig gelegenen Plätzen warten, um so schneller beim Kunden zu sein.

Bildunterschrift:
SIE IST ZUFRIEDEN MIT DEM ERSTEN JAHR: Barbara Piepmeyer vom Osnabrücker Mietwagenunternehmen " Minicar". Foto: Michael Hehmann
Autor:
hpet


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