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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Alter Bunker als Spielraum für die Kinder
Zwischenüberschrift:
Bunker-Geschichten aus Osnabrück:
 
Von französischen Kriegsgefangenen ausgehoben - 20 bis 30 Menschen bangten um ihr Leben
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Einen Weinkeller wollten Joachim Budke und Roswitha Zucht aus dem alten Bunker in ihrem Garten machen. Das ließen die starken Temperaturschwankungen dort unten aber nicht zu. Stattdessen spielen ihre Töchter Tabea und Naomi Schatzsuche in dem unterirdischen Raum. Für Ursula Semrau und ihre Nichte Renate verbinden sich weniger schöne Erinnerungen mit dem Bunker: Sie haben dort vor 60 Jahren um ihr Leben gebangt. Während des Zweiten Weltkrieges haben die Eltern von Ursula Semrau in dem Haus gelebt, in dem die 93-jährige Frau heute mit ihre Nichte lebt. Sie selbst hat damals in Detmold gewohnt, und war manchmal zu Besuch im Summerland. Renate Semrau hat als kleines Kind regelmäßig Nächte in dem Bunker verbracht. Daran erinnern noch die Eisenstangen in den Wänden. Auf ihnen lagen damals Holzbretter - die Liegen für die Kinder in dem Bunker.
Der Bunker mit zwei Ausgängen ist nach Angaben von Renate Semrau 1940 für vier Häuser in der Sumerlandstraße gebaut worden. Wer den Auftrag gegeben hat, weiß sie nicht. Klar ist nur, dass ihn französische Kriegsgefangene ausheben mussten, und an die kann auch Ursula Semrau sich noch erinnern. Die Kriegsgefangenen haben in Baracken an der Bramscher Straße gelebt. " Ganz heimlich haben wir denen manchmal ein Paketchen Brot hingelegt", sagt Ursula Semrau. Zwischen 20 und 30 Insassen haben in dem Bunker Schutz gesucht, schätzt Frau Semrau im Nachhinein. Die haben unter der Erde eine Menge von den Angriffen über der Erde mitbekommen. Wenn Bomben auf die nahe gelegene Flakstation am Kloster St. Angela oder auf die Nettewiesen gefallen seien, " zitterte die Betondecke, und es wurde totenstill", weiß sie bis heute.

Heute ist der Bunker fast leer. Die neunjährige Tabea hat beim Spielen eine Blume auf den Boden gemalt. Manchmal ist sie hier unten mit ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Naomi. Als die beiden noch im Kindergarten waren, hat ihre Mutter Roswitha Zucht einmal eine Schatzsuche für sie und die anderen Kinder in ihrer Gruppe organisiert.

Ein Requisit dafür gibt es hier unten noch: eine . schwere Holzkiste. " Packkiste 10" steht auf ihrem Deckel, aber niemand weiß mehr, wofür sie gut war. Vielleicht seien darin Nahrungsmittel aufgehoben worden, überlegt Renate Semrau. Denn am Ende des Krieges hätten sich alle, die in der Gegend gewohnt haben, Vorräte aus dem nahe gelegenen Lager deutscher Soldaten geholt. Joachim Budke und Roswitha Zucht sind sehr interessiert an der Geschichte des Bunkers. Heute ist er aber nicht viel mehr als eine Kuriosität in ihrem Garten. " Ich empfehle eine Pilzzucht", schlägt Renate Semrau lächelnd vor.

Bildunterschrift:
SCHATZSUCHE IM BUNKER: Tabea und Naomi nutzen das alte Gemäuer im Garten der Familie Buthke in Haste zum Spielen. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
rei


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