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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Die Politik muss mit unbequemen Meinungen leben"
Zwischenüberschrift:
Zehn Jahre Agenda 21 in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Querulanten, Neunmalkluge und Besserwisser: Alle dürfen mitreden bei der Lokalen Agenda 21. Nicht nur sie. Die Stadt will sich den Sachverstand ihrer Bürger zu Nutze machen. Immerhin: Freiwilligenagentur, Osnabrück-Kaffee und Kinderbüro hätte es nicht gegeben ohne die Arbeitskreise. Vor zehn Jahren hat der Rat die Weichen für den Agenda-Prozess gestellt. Heute wird gefeiert.
" Die Politik muss lernen, mit unbequemen Meinungen zu leben", sagt Elisabeth Michel, die Sprecherin des Agenda-Forums. Schließlich sitze der Rat am längeren Hebel und treffe am Schluss die Entscheidungen. In den Arbeitskreisen ist Sachverstand willkommen, aber nicht Bedingung. Was zählt, ist ehrenamtliches Engagement.
Gelegentlich gab es den Verdacht, dass die Ratsmehrheit das möglicherweise missliebige Treiben reglementieren wolle. Mehrfach wurde der Agenda-Etat gerupft. Die jährlich anberaumten 20 000 Euro schrumpften um zehn Prozent, in der so genannten Giftliste stellt die Verwaltung weitere 7000 Euro zur Disposition.
Aber Elisabeth Michel klammert sich nicht an solche Zahlen. Für sie zählt, dass die Stadt die Anregungen ernst nimmt, die in den Arbeitskreisen ausgebrütet werden. Und daran hat sie keinen Zweifel. Zum Beispiel das Euregio-Frauenprojekt, an dem sichüber 400 Frauen in Osnabrück, Münster und in der Region Twenthe ein Jahr lang beteiligt haben.
Oder die Messe " 50 plus", die im Oktober in der Stadthalle stattfindet. Sie wurde vom Arbeitskreis Leben und Wohnen im Alter initiiert und soll alle ansprechen, " die an ihre Zukunft denken", also nicht nur Senioren.
Soziale und ökologische Verbesserungen stehen im Mittelpunkt der Agenda-Arbeit, getreu dem vielleicht schon etwas überstrapazierten Slogan " Global denken, lokal handeln". So listet der Arbeitskreis Wirtschaft in seinem " Grünen Stadtplan" Betriebe auf, die sich dem nachhaltigen Wirtschaften verpflichtet fühlen. Im Internet wird der Plan ständig aktualisiert.
Aber auch an bedrucktem Papier besteht kein Mangel. Reißenden Absatz findet der Ratgeber für nachhaltiges Bauen und Umbauen, den der Arbeitskreis Bauen und Wohnen herausgegeben hat. Sein Vorschlag, in Osnabrück eine Schule oder ein Schwimmbad mit Holz-Hackschnitzeln aus der Region zu beheizen, hatte bisher keine Chance. Gute Idee, leider noch zu teuer, sagen die Kalkulatoren der Stadt.
Eine Zukunftsaufgabe, tröstet Prof. Dr. Hans-Albrecht Dicke, der als ehrenamtlicher Moderator für das Agenda-Forum tätig ist. Wenn die Energie noch teurer werde, schlage die Stunde für solche Innovationen.
Nicht immer ziehen die einzelnen Arbeitskreise an einem Strang, zuweilen fordert die eine Agenda-Fraktion, was die andere bekämpft. Wasserkraftnutzung für die Hase ist so ein Thema, aber auch zur Zukunft des Neumarkts haben sich die Arbeitsgruppen nicht immer auf einen Nenner einigen können.
Darauf komme es auch nicht an, sagen Elisabeth Michel und Hans-Albrecht Dicke. Eine lebendige Diskussion bewahre die Stadt vor Fehlentscheidungen.

Die Arbeitskreise

Von Armut bis Stadtplanung

Zehn Arbeitskreise bilden derzeit das Zentrum der Agenda-Arbeit. Hier sind Ansprechpartner und Adressen.

Energie, Bauen und Wohnen: Sprecher Prof. Dr. Klaus Kuh-nke, Telefon 05 41196921 78; k.kuhnke@ fh-osnabrueck.de
Sitzungen an jedem letzten Dienstag im Monat
Arbeitskreis Wirtschaft: Kontakt über die Leitstelle Lokale Agenda 21 Arbeitskreis Stadtplanung: Sprecher Rolf Brinkmann, Telefon 05 41 - 445941 ; Sitzungen jeden dritten Mittwoch im Monat
Arbeitskreis Verkehr: Sprecher Nils Peters, Heiko Panzer Kontakt über die Leitstelle Lokale Agenda 21; Sitzungen jeden vierten Mittwoch im Monat
Arbeitskreis Umweltbildung: Sprecher Dr. Gerhard Becker, Telefon 05 41-9694473 gbecker@ uos.de Sitzungen alle zwei Monate jeweils am ersten Dienstag im Monat
Arbeitskreis Frauen: Sprecherin Daniela Gottschlich, Telefon 054112 81 72 daniela.gottschlich@ post.de
Arbeitskreis Wohnen und Leben im Alter: Kontakt über die Leitstelle Lokale Agenda Arbeitskreis Armut und Gesundheit: Sprecherin Gisela M. Legener-Pfeifer, Telefon 0541-3574041 legener-pfeifert@ bw-verdi-os.de
Arbeitskreis Fairer Handel: Kontakt über das Aktionszentrum Dritte Welt, Telefon 0541) 26369
Arbeitskreis Migration: Kontakt über das Kurdistan Kultur Zentrum, Dr. Uwe Rolf, Telefon 05 41129772 kurdistankulturzentrum@ os nanet.de
Leitstelle Lokale Agenda 21 der Stadt Osnabrück: Burkhard Tietz, Bierstraße 17/ 18, Osnabrück

Telefon 0541-323-3105 agenda@ osnabrueck.de

Bildunterschriften:
GLOBAL DENKEN, LOKAL HANDELN: Das Tanztheater " Stakkato" beim Agenda-Tag im August 2003. Foto: Michael Hehmann
HEIZEN MIT HACKSCHNITZELN aus heimischen Wäldern. Diese Idee des Arbeitskreises Energie, Wohnen und Bauen wurde bislang nicht umgesetzt. Foto: Uwe Lewandowski

EINE IDEE setzt sich durch: Der fair gehandelte Osnabrück-Kaffee geht auf die Idee eines Agenda-Arbeitskreises zurück. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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