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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gemüse so teuer wie Luxusware
Zwischenüberschrift:
Kältewelle in Spanien treibt Preise in die Höhe - Alternativen aus der Region
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
rock auf dem Markt unter anderem Sellerie und Porree, aber auch viele Kohlsorten an. ück

Drei bis vier Paprika: Zehn Mark, ein Kilo Zucchini fast dreizehn Mark, eine Schlangengurke (Bio) fünf Mark. Mit dem Euro klingt alles war nur halb so teuer, trotzdem: Importgemüse ist derzeit purer Luxus. " Wahnsinn" nennt die Preise selbst Silke Inder, die gestern auf dem Wochenmarkt in Schinkel Obst und Gemüse anbot.
" Zucchini biete ich gar nicht an, die sind zu teuer", sagt Regina Münzebrock an ihrem Gemüsestand an der Ebertallee. Sie weiß, dass manch ein Kunde neuerdings auf ausländisches Gemüse verzichtet und sich für Grünkohl, rote Bete, Porree oder Sellerie entscheidet. " Alles aus unserer Produktion", sagt die Gemüsefachfrau. Und weil die Transportkosten wegfallen, auch noch billiger: ein Bund spanische Möhren kosten 1, 50 Euro, ein Kilo Wurzeln aus dem OsnabrüCKer Land nur 1, 20 Euro. Ihre Kollegin Herta Placke HAt einen Tipp für Salatfreunde: Anstatt einen belgischen Kopfsalat aus dem Treibhaus für 1, 60 Euro zu nehmen, solIte man doch mal einen Salataus heimischen Äpfeln und Möhren versuchen. Wenn Lebensmittel sehr teuer sind, muss man eben umdenken."
Verhaltene Nachfrage am Stand nebenan bei Rainer Püning, wenn es um spanische Paprika zu 4, 80 das Kilo deht. Aber gekauft werden sie doch, ebenso die spanischen Erdbeeren zu 2, 50 Euro pro 250 Gramm. Auch Marie-Luise Moik greift bei einer spanischen Schlangengurke zu zwei Euro zu. " Für mich würde ich das nicht kaufen, aber es ist für meine Enkelin", sagt sie, während ihr Mann ergänzt, bei den Preisen sei " die Mark zum Euro gemacht worden".
Warum manche Kunden 6, 40 Euro für ein Kilo spanische Zucchini bezahlen (im Vorjahr 4, 40 Euro), weiß Gemüseverkäuferin Silke Linder nicht. Zumal der Kunde nur etwas warten müsse, bis die heimische Zucchini zum Tiefpreis auf den Markt komme. " Vielleicht sehen die Menschen im Fernsehen so viele Sendungen über die mediterrane Küche, dass sie im Winter unbedingt teure Tomaten haben wollen."

Preiswerter als auf dem Wochenmarkt gibt es oft das Gemüse in Supermärkten. " Aber es ist ja auch eine Frage des Geschmacks und der Belastung mit Pestiziden", sagt die Hausfrau Hildegard Berg.
Wer Bio möchte, muss derzeit noch tiefer in die Tasche greifen. " Die Lage in einigen südlichen Anbauländern ist dramatisch, und es wird kaum Ware geliefert. Wer zehn Kisten bestellt, bekommt nur drei", sagt Burkhard Preckel, einer der Geschäftsführer der Gemüsegärtneraus Kalkriese. Die Bio-Schlangengurke geben seine Kollegen derzeit zum Einkaufspreis von 2, 40 Euro an die Kunden weiter, vor einem Jahr war sie noch 90 Cent günstiger. Auch er rät, auf ebenso gesundes wie vitaminhaltiges heimisches Saisongemüse umzusteigen. " Wenn man den Kunden leckere Rezepte verrät, schwenken sie um", sagt Preckel.
Nicht nur Hausfrauen, auch Küchenchefs zahlen nicht jeden Preis. Andreas Klatt vom Steigenberger Hotel Remarque verzichtet zwar derzeit nicht auf gute (und teure) Tomaten, doch wenn zum Beispiel durch Herbststürme der Fang des wilden Steinbutts zurückgeht und dessen Preise ins Astronomische steigen, ändert er auch schon mal die Speisekarte.

Bildunterschriften:
EINE ALTERNATIVE zum teuren Kopfsalat: ein Apfel-Möhren-Salat.
DIE ERNTESCHADEN in Spanien verteuerten auch die Paprika enorm.
ZUCCHINI sind derzeit teurer. In einigen Monaten kommen sie preiswert aus der Region.
PREISWERT und aus eigenem Anbau in der Region: Als Alternative zu teuren Zucchini aus Spanien bietet Regina Münzebrock auf dem Markt unter anderem Sellerie und Porree, aber auch viele Kohlsorten an. Fotos: Gert Westdörp
Autor:
Beate Dammermann


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