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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nach der Buga Hochseilgarten und Minigolf?
 
Zu Fuß sicher auf den Piesberg
 
Gesucht: Die Botschaft für 2015
 
Eine große Enttäuschung
Zwischenüberschrift:
Gutachten: Piesberg als Reiseziel
 
Stadt will Kammweg und Aussichtspunkt bauen - Kosten: 350 000 Euro
 
Kreative Köpfe sollen in einem "Ideenlabor" das Generalthema entwerfen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Nach der Buga Hochseilgarten und Minigolf?
Gutachten: Der Piesberg als Reiseziel
Osnabrück (hin) Womit lassen sich nach der Bundesgartenschau 2015 Touristen locken? Ein Vorschlag liegt jetzt auf dem Tisch: " Geoskop Piesberg - die geologische Erlebniswelt." Die Experten verschweigen aber nicht, dass große Stolpersteine aus dem Weg zu räumen sind. Die Grundidee: Der Piesberg kann nach Einschätzung von Freizeit-Experte Carl-Otto Wenzel (Wenzel-Consulting, Hamburg) nur als Tourismus-Magnet wirken, wenn die vorhandenen Anbote mit neuen Attraktion räumlich nah konzentriert werden. Die Experten sprechen von einer " kritischen Angebotsmasse", die erreicht sein muss, um überregional wahrgenommen zu werden. Als gemeinsames Dach dieser Angebote schlägt Wenzel ein " Geoskop" vor. Besucher sollen Spaß haben und spielerisch etwas über Geologie, Natur, Vulkane lernen können. Denkbar sind Höhlen- und Erlebnispfade, alpine Kletterwände, Hochseilgarten, Spielplätze, Abenteuer-Minigolf, Open-air-Theater für Großveranstaltungen. In der Nähe müssten Ferienhäuser, Apartmentanlagen und ein familiengerechtes Hotel entstehen, um Touristen für einen längeren Aufenthalt gewinnen zu können.
Die Voraussetzungen: Die Region Osnabrück muss sich bis zur Buga als Tourismusziel profilieren und etablieren. Dazu sei es nötig, Pakete zu schnüren, die Historisches (Westfälischer Friede, Kalkriese), Gesundheitsangebote (Kurorte, Wellness-Hotels) und Naturkundliches (Thema Boden, Geologie, Bergbau, Natur und Umwelt) verknüpfen. Die Buga sei eine " Impulsinvestition", um die langfristige touristische Entwicklung in Gang zu setzen. Zu erreichen seien 21 Millionen Menschen, die im Umkreis von zwei Autostunden leben, 2, 3 Millionen Niederländer und 3, 9 Millionen Touristen aus aller Welt. Das Geld: Die Baukosten einer Geo-Erlebniswelt beziffert Wenzel auf 14 Millionen Euro. Ein " Zauberberg", in dem geologische Phänomene unterhaltsam präsentiert werden können, würde 20 Millionen kosten. Das wären die sogenannten Ankerbausteine des gesamtkonzepts, die allein rund 500 000 Besucher anlocken sollen. Für zwölf Millionen ließe sich ein Freiluft-Theater bauen, das mit Konzerten und hochkarätigen Kulturevents bis zu 200000 Menschen in den Berg holen soll. Hinzu kämen rund zehn Millionen Euro Investitionen In die Hotellerie. Um öffentliche Investitionen zu bezahlen, sollten Flächen im Umfeld für Gewerbe- und Wohnbebauung erschlossen werden.
Die Stolpersteine: Private Investoren sind nach Angaben der Gutachter nur zu gewinnen, wenn die Region als Tourismusziel mit einem klaren Profil überregional auf sich aufmerksam machen kann. Das sei ein Prozess über mindestens zehn Jahre. Dieöffentliche Hand werde für die Unterhaltung der Buga-Flächen nach 2015 aufkommen müssen. Ein Freiluft-Theater mit " kulturell hochwertigen Angeboten" werde dauerhaft zu subventionieren sein. Der Gesteinsabbau bis mindestens 2030 schränke die touristische Nutzung erheblich ein.

Bildunterschriften:
AUFWÄRTS ZUM GROßEN ZIEL: 18 Meter Höhenunterschied liegen zwischen dem Wanderweg und dem Piesberg-Plateau (Foto), das nicht öffentlich zugänglich ist. Ein Fußweg soll Wanderer künftig sicher auf die Felsrippe führen.
DER BLICK vom Piesberg auf die Stadt - bei trübem Winterwetter.
Fotos: Uwe Lewandowski

Zu Fuß sicher auf den Piesberg

Der Ausblick vom Piesberg ist grandios - der Aussichtspunkt aber nicht erreichbar. Das soll sich ändern. Der Buga-Lenkungsausschuss entschied einstimmig, einen Fußweg zur Felsrippe zu bauen. Doch das ist nicht einfach. Der Rundwanderweg erlaubt nur wenige Einblicke in den Steinbruch und kaum Ausblicke auf die Umgebung. Auf der Felsrippe, die zwischen Mülldeponie und Steinbruch erhalten geblieben ist, stehen die drei Windkraftanlagen. " Spektakulär" sei der Blick über Stadt und Umland, heißt es in der Vorlage der Verwaltung über den geplanten Wanderweg. 350000 Euro wird es kosten, einen sicheren, etwa 400 Meter langen Kammweg zu bauen, der unterhalb der östlichen Windmühle enden soll. Die Stadt hat das Geld nicht. Sie hofft, Mittel aus verschiedenen Töpfen zur Förderung des Tourismus anzapfen zu können. " Es gibt Signale, dass der Weg gefördert werden kann", sagte Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Grün und Umwelt.
" So schnell wie möglich", solle der Weg fertig werden, so Gerdts weiter. Aber: " Es wird wohl Herbst werden." Geprüft wird, ob für den Wegebau Ein-Euro-Jobs nach den Regeln der Hartz-IV-Reform geschaffen werden können. Offen ist, ob der Weg auch in der Woche genutzt werden darf, wenn im Steinbruch gearbeitet und gesprengt wird. Die Juristen der Piesberger Steinindustrie prüfen die Rechtslage. Der künftige Rundwanderweg soll auch andere Teile des Piesberges erschließen wie die Johannissteine am Nordrand.

Kommentar:
Gutachten zur Buga

Eine große Enttäuschung

Das Ergebnis der Buga-Studie ist eine einzige Enttäuschung. Den Gutachtern, die auf über 200 Seiten das touristische Potenzial des Piesberges schönzuschreiben versuchen, ist nichts vorzuwerfen. Sie haben ihren Job gemacht, 70 000 Euro bekommen und im Kern festgestellt: Mit dem Piesberg ist nach der Buga kaum Geld zu verdienen. Der Park wird die Stadt nach 2015 Geld kosten, will man die blühenden Landschaften nicht verkommen lassen. Der Piesberg und seine ganz besondere Geschichte strahlen einfach nicht weit genug, um Touristen in Massen locken zu können. Es wird nicht offen ausgesprochen, aber das ist der wahre Grund für die jetzt neu gestartete Ideensammlung. Es muss auf jeden Fall eine griffige Botschaft her, die sich vermarkten lässt. Die Buga ist nach Osnabrück geholt worden, um als Initialzündung Investitionen auszulösen, Infrastruktur zu schaffen und die Region als Reiseziel zu stärken. Das alles verpufft, wenn es nicht gelingt, eine wirtschaftliche Dauernutzung zu sichern. Die Nach-Buga-Zeit muss zuerst betrachtet werden, dann ergeben sich die Konzepte für das halbjährige Spektakel 2015 von selbst.

Gesucht: Die Botschaft für 2015

Kreative Köpfe sollen in einem " Ideenlabor" das Generalthema entwerfen

Osnabrück (hin) Der Buga-Lenkungsausschuss drückte am Mittwochabend den Knopf für den Neustart: Weil die Studie über die touristische Nutzung des Piesberges nach der Buga kein wirtschaftlich tragfähiges Konzept erbracht hat, sollen die kreativsten Köpfe der besten Planungsbüros nach einem Generalthema suchen. " Welche Botschaft steckt da drin?", diese Frage müsse beantwortet werden, sagte Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip. Ohne klare Botschaft ließen sich weder Besucherströme in die Region leiten noch Sponsoren gewinnen. Am 2. Februar hatten sich Vertreter von 15 renommierten Büros aus Deutschland, der Schweiz und Österreich in Osnabrück getroffen. Die Architekten, Landschaftsplaner, Künstler wurden durch den Piesberg geführt und mit der Aufgabe vertraut gemacht. Zu den Teilnehmern gehörten die Schöpfer Aufsehen erregender Pavillons der Expo 2000 in Hannover. Dabei war auch das Büro, das zusammen mit Daniel Libeskind die Turmkonstruktionen auf den neuen Twin Towers in New York entwirft. Die Kreativen sollen in einem dreitägigen " Ideenlabor" zusammenarbeiten. Ein solches Verfahren hat es bislang nicht gegeben. Die Spielregeln müssen noch geschrieben werden - auch die juristischen, damit die Stadt die im Labor entwickelten Ideen nutzen kann.

Von Wilfried Hinrichs

Autor:
hin


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