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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
"Linda" soll endgültig ausrangiert werden
Zwischenüberschrift:
Zuchtunternehmen hat Zulassung zurückgezogen - Niermann: Da ist nichts zu machen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bildunterschriften:
IRMTRAUD TAMMEN: " Etwas Gutes würde weg sein."
JOHANNA BUCKTING: " Das wäre ganz schrecklich."
HANS-JÜRGEN NIERMANN: " Es ist eine gesetzliche Sache."
EIN PRACHTEXEMPLAR der Kartoffelsorte Linda reckt Ludger Münzebrock hier in die Kamera. Sie ist " Stein des Anstoßes" einer Diskussion: Ihr Züchter Europlant Pflanzenzucht hat die Sortenzulassung zurückgezogen. Fotos: Hermann Hinrichs

" Linda" - Ein schöner Name, eine schöne Kartoffel. Aber schon bald könnte es Aus sein mit der Knolle, die auch die Menschen im Osnabrücker Land in ihr Herz geschlossen haben: Die Europlant Pflanzenzucht GmbH hat nämlich zum Jahresende 2004 diese Sorte zurückgezogen. Wir haben uns zu diesem Thema unter Händlern und Verbrauchern umgehört.

" Fünf Pfund Linda" ist wohl eine der häufigsten Bestellungen bei den Kartoffelhändlern auf dem Osnabrücker Wochenmarkt am Domhof. Auch im Verkaufszelt von Ludger Münzenrock aus Neuenkirchen herrscht Hochbetrieb, und die Kartoffel Linda geht wie warme Semmeln über die Theke: " Sie ist halt die Beste Sorte", berichtet er und wendet sich wieder seinen Kunden zu. " Fünf Pfund Linda" heißt natürlich die Bestellung des älteren Paares, dass im nächsten Moment resignierend hinterher schickt. " Davon müssen wir uns wohl bald verabschieden."

Münzebrock rät abzuwarten. Schließlich gäbe es für dieses Jahr noch Pflanzgut, so dass im Ernstfall Linda erst im Jahr 2006 gänzlich aus den Regalen verschwinden wird. Aber es gibt noch ein Fünkchen Hoffnung: " Es laufen Aktivitäten, um die Sorte zu retten." Damit meint Münzebrock den Bio-bauern Karsten Ellenberg aus der Lüneburger Heide. Der hat kurzerhand beim Bundessortenamt in Hannover die Wiederzulassung der Sorte Linda beantragt. Die Erfolgsaussichten sind allerdings bescheiden. Schließlich muss Linda in dem Verfahren nach 30 Jahren noch einmal beweisen, dass sie immer noch besser ist als neuere Sorten.
" Ganz schrecklich" ist für Johanna Buckting aus Osnabrück die Vorstellung, dass Linda schon bald Geschichte sein könnte. Nicht nur, dass es ihre Lieblingskartoffel trifft, nein, auch der Name sei immerhin ein schöner. Die Osnabrückerin Irmtraud Tammen findet die Entwicklung " nicht in Ordnung". Es sei " sehr schade", etwas Gutes wäre dann einfach weg.

Hans-jürgen Niermann aus Bissendorf steht in seinem Verkaufsstand, füllt behende ein ums andere Mal mit zahlreichen Knollen der Sorte Linda den Wägeeimer und erläutert seinen Kunden gleichzeitig die Lage im Fall " Linda". Sein Credo ist schlicht: " Da ist nichts zu machen." Gelassen erklärt er ihnen, dass es dabei um eine gesetzliche Frage geht. Aber ohnehin sei es nach 30 Jahren an der Zeit, den Anbau einzustellen. Seine Sichtweise begründet er mit plausiblen Argumenten: " Eine Kartoffelsorte wird im Alter empfindlicher und damit beim Anbau anfälliger für Krankheiten." Niermann ist sich sicher, dass andere Sorten Linda ersetzen können. Kundin Helga Stork kann das durchaus nachvollziehen. Für sie wäre eine ähnlich gute Sorte auch in Ordnung.
Autor:
Hermann Hinrichs


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