User Online: 1 | Timeout: 13:17Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Lärm und Strom rund um die Uhr
Zwischenüberschrift:
Anwohner auf dem Lechtenbrink müssen Emissionen des Windrades ertragen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Lärmemissionen des Windrades auf dem Lechtenbrink überschreiten nachts den gesetzlichen Grenzwert für reine Wohngebiete, doch durch Rechtsprechung und eine städtische Nachtragsgenehmigung kann der Betreiber Windenergie Osnabrück weiterhin rund um die Uhr Strom erzeugen.

" Wir ertragen es jetzt", sagt Dr. Rolf Härtl, der wie viele Nachbarn von dem Lärmpegel betroffen ist. Vor zwei Jahren entschied das Verwaltungsgericht für die Betreibergesellschaft, obwohl zwei Messungen bestätigt hatten, dass die Geräusche des Rotors der 77 Meter hohen Metallkonstruktion den nächtlichen Grenzwert von 35 Dezibel überschreiten. Im März 1999, fünf Monate nach Einweihung der Anlage, hatte das Gewerbeaufsichtsamt an Tagen, " mit mäßigem bis starkem Wind aus überwiegend westlicher Richtung" bis zu 42 Dezibel ermittelt. Ein eingeschaltetes Ingenieurbüro kam zwei Monate später auf Überschreitungen des Grenzwerts von zwei Dezibel.

Die Stadt forderte die Betreiber seinerzeit auf, das Windrad nachts abzuschalten. Das sei auch geschehen, betont Wlndenergie-Geschäftsführerin Irene Schnieder. Zugleich legte das Unternehmen Widerspruch ein, das Verwaltungsgericht Osnabrück bestätigte zwar die Rechtmäßigkeit der von der Stadt getroffenen Anordnungen, entschied schließlich aber zu Gunsten des Betreibers. Begründung: Die Anlage befinde sich im Außenbereich zu einem Wohngebiet, so dass in Darum die höheren Grenzwerte für so genannte allgemeine Wohngebiete zu Grunde gelegt werden könnten. Die Stadt stellte daraufhin der Windenergie im August 2002 eine Nachtragsgenehmigung für die nächtliche Stromgewinnung gegen eine Gebühr von 162 Euro aus.

Eine weitere Anordnung der Stadt sah eine zusätzliche Lärmmessung vor. Die soll auch noch durchgeführt werden, sagt Irene Schnieder. Allerdings seien laut Richtlinie zehn Meter Wind pro Stunde in zehn Meter Höhe für die Untersuchung notwendig. Voraussetzungen, die häufig nicht gegeben seien, so die Geschäftsführerin.

Von Anfang an war der Bau des Windrades auf den Widerstand der Anwohner gestoßen, die sogar eigens eine Bürgerinitiative gründeten. Härtl Kritisiert, dass in der Computersimulation für den Genehmigungsantrag die Echo-Effekte der Wohnsiedlung nicht berücksichtigt worden seien. Die Familie Sielschott empfindet die Lichteffekte des Windrades als störend, " wie eine Lichtorgel", so Gundula Sielschott. An die Geräusche habe man sich mittlerweile gewöhnt, auch sei der Lärmpegel für sie " nicht so extrem" wie für andere Betroffene. Zu denen gehört Härtl, der die Fenster mittlerweile mit Schallschutzverglasungen hat versehen lassen, " weil wir sonst nicht schlafen konnten". Gegenmaßnahmen sind für ihn mittlerweile kein Thema mehr: " Wenn man sich wehren will, kostet das mehr Geld, als man verdient."

DIE EHELEUTE SIELSCHOTT sind genervt von der Geräuschkulisse, aber auch vom durch das Windrad ausgelösten Lichtorgeleffekt.
Foto: Egmont Seiler

Autor:
hmd


Anfang der Liste Ende der Liste