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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Für einen neuen Supermarkt ist der Zug abgefahren
 
Mekka des Einzelhandels mit Minigolf, Tankstelle und Autowaschanlage
Zwischenüberschrift:
Ehemaliges allkauf-Gebäude im Fledder steht seit sieben Jahren leer - Stadt lässt Einzelhandelsnutzung nicht mehr zu
 
Erinnerungen an das Marquardt-Center
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bildunterschrift:

ES WAR EINMAL EIN EINKAUFSPARADIES: Das ehemalige allkauf-Gebäude steht leer. Wahrscheinlich wird es über kurz oder lang von der Bildfläche verschwinden.Foto: Michael Hehmt

Das Gebäude besitzt den Charme eines Plattenbaus: Vor sieben Jahren räumte das allkauf-SB-Warenhaus seinen Standort am Huxmühlenbach und zog zur Schellenbergstraße um. Seitdem steht der Betonkoloss im Gewerbegebiet Fledder leer. Einen Supermarkt lassen die städtischen Auflagen nicht mehr zu. Was passiert jetzt mit den ehemaligen allkauf-Räumen?

Der " nachwirkende Bestandsschutz" zur Baugenehmigung, die das Gelände am Huxmühlenbach einst als Einzelhandelsfläche innerhalb eines Gewerbegebietes auswies, läuft nach zwei bis drei Jahren ab, falls kein Nachfolger einzieht. Da das Gebäude am Huxmühlenbach seit knapp sieben Jahren leer steht, ist der Bestandsschutz inzwischen verfallen.

Das Gewerbegebiet wird längst für industrielle Zwecke genutzt. Deshalb ist mit einer Ansiedlung eines SB-Warenhauses nicht mehr zu rechnen, erklärt Ralf Kreye von der Wirtschaftsförderung Osnabrück. Warenhäuser wie allkauf können nämlich nur im " Sondergebiet Einzelhandel" entstehen. Andernfalls müsste die Stadt den Bebauungsplan ändern.

Daran ist sie aber gar nicht interessiert. Schließlich bemühe sich die Stadt, den Einzelhandel aus Gewerbegebieten abzuziehen. Das schlägt sich in verschärften Vorschriften für die Ansiedlung von Einzelhandelsgeschäften in Gewerbegebieten nieder, vermerkt Franz Schürings vom Fachbereich Städtebau. Demnach wäre die damals erlaubte Ansiedlung von allkauf am Huxmühlenbach heute nicht mehr zulässig.

Die benachbarte Autospedition Egerland nutzt seit Mitte 2000 die gesamte Freifläche als Autoabstell- und - umschlagplatz. Das Grundstück ist doppelt abgesichert. Rund um das alte allkauf-Gebäude stehen auf 29 000 Quadratmetern fabrikneue Personenwagen und Nutzfahrzeuge, die auf ihren Transport zu den Händlern warten. Die Spedition hat die Fläche beim Eigentümer Johannes Christiansen bis auf weiteres gemietet, wie Horst Thiel für das Osnabrücker Unternehmen erklärt.

Auch für die seit 1997 verlassenen Räume finden sich regelmäßig Interessenten. Vor einigen Jahren fragte die Kette " Wal-mart" wegen des Komplexes am Huxmühlenbach an. Die städtische Wirtschaftsförderung, die über die derzeit am Osnabrücker Markt gehandelten Immobilien informiert ist, stellt den Kontakt zum Eigentümer Christiansen in Hamburg her. Sie habe aber keinen Einfluss auf die Verhandlungen, erläutert Kreye.

Erinnerungen an das Marquardt-Center

Mekka des Einzelhandels mit Minigolf, Tankstelle und Autowaschanlage

Eine " Stadt in der Stadt" versprach die " Central-EInkauf GmbH & Co., profikauf" 1968 Im Fledder. Und tatsächlich entstand Innerhalb weniger Monate aus einem Brachland am Huxmühlenbach 1969 das " Marquardt-Center Osnabrück". Die Hasestadt ließ sich angesichts des gigantischen Projekts auf 64 000 Quadratmetern mit einem " profikauf'- Laden im Obergeschoss, einer Ladenstadt im Erdgeschoss sowie Tankstelle, Autowaschanlage, Minigolf und Garten-Center auf den Außenflächen als " Mekka" des deutschen Einzelhandels feiern. 1974 übernahm das " mehr-Wert"- SB-Warenhaus die Räume. 1977 öffnete dort das SB-Warenhaus " allkauf" seine Pforten. Zum Komplex gehörten 900 Parkplätze, die alte Tankstelle und eine Gaststätte. In den 80er Jahren wurde auf dem Parkplatz ein Autokino betrieben. 1996 beschloss die Firma allkauf, wegen der schlechten Anbindung an die Wohngebiete den Standort aufzugeben. Um die 105 Arbeitsplätze zu retten, bot die Stadt eine Umsiedlung auf das ehemalige Klöckner-Gelände nordwestlich der Schellenbergbrücke an und änderte den Bebauungsplan. Der neue allkauf-Markt wurde am 17. November 1997 an der Carl-Fischer-Straße eröffnet. Das Haus am Huxmühlenbach steht seitdem leer. Seit 2001 firmiert das Kaufhaus an der Schellenbergbrücke unter " real"

Für den als Investor auftretenden Christiansen ist der Zug für eine profitable Einzelhandelsansiedlung inzwischen abgefahren. Im Falle einer gewerblichen Nutzung müsste er seine Preisvorstellungen nach unten korrigieren, wie Insider verraten.

Christiansen war gegenüber unserer Zeitung zu keiner Stellungnahme bereit. So lässt sich über die Zukunft am Huxmühlenbach nur spekulieren. Die Fachleute rechnen mit einer gewerblichen Nutzung. Denkbar ist, dass die Fläche geteilt wird. Das Gebäude wird wohl über kurz oder lang von der Bildfläche verschwinden.
Autor:
Heike Dierks


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