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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Sterbezahl sinkt, aber immer mehr Einäscherungen
Zwischenüberschrift:
Krematorium soll erweitert werden
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück (S.) Immer mehr Verstorbene werden eingeäschert. Aus diesem Grund soll das Krematorium an Heger Friedhof für rund 1, 5 Millionen Euro umgebaut und erweitert werden.

Der Umweltausschuss wird in der kommenden Woche den Vorschlag der Verwaltung diskutieren. Zur Betriebssicherheit und Absicherung der Gebühreneinnahmen müsse das Krematorium " hinsichtlich der Logistik sowie der Kühl- und Lagerräume angepasst werden", heißt es in der Begründung.

Die Osnabrücker Anlage hat einen großen Einzugsbereich, erläuterte Wolfgang Pfeiffer, Fachdienstleiter Friedhöfe, auf Anfrage unserer Zeitung. Deshalb hätten in den vergangenen Jahren Einäscherungswünsche aus den Regionen Kreis Steinfurt, Coesfeld und Emsland nicht erfüllt werden können.

Dennoch habe das auf jährlich 3000 Einäscherungen angelegte Krematorium mit 4000 Einäscherungen an seinen Kapazitätsgrenzen gearbeitet. Zu viel für die beiden Öfen, die laut Pfeiffer " über Gebühr" belastet worden seien. Zudem sei dieses enorme Pensum nur durch Sonderschichten der Mitarbeiter möglich gewesen.

Eine Reihe von neuen Krematorien, unter anderem in Hameln, Hamm und zuletzt Minden, hätten Entlastung gebracht. Die auftraggebenden Bestatter aus Münster hätten nun die Wahl zwischen Osnabrück und Hamm, aus dem Mindener Raum seien Abwanderungen zu beobachten. Im Gegenzug rechnet Pfeiffer mit Zulaufen aus den oben genannten Regionen, die bisher nicht berücksichtigt werden konnten. Insgesamt gebe es derzeit " ungewöhnlich geringe Sterbezahlen". Osnabrück liege deutlich unter dem Durchschnitt von 1800 Bestattungen pro Jahr. Die demoskopische Entwicklung - die Menschen werden älter - sei auch auf dem Friedhof nachvollziehbar. Angesichts des Laufes der Natur bedeute das aber nur eine zeitliche Verschiebung.

Trotz gesunkener Sterbezahlen sei der Anteil der Einäscherungen steigend. Pfeiffer führt das unter anderem auf den Wegfall des Sterbegeldes zurück. Auch die unterschiedlichen Friedhofsgebühren für ein Erd- oder Urnengrab spielten sicher eine Rolle.

Kosten werden durch Gebühren gedeckt

Gleichzeitig hätten sich die gesellschaftlichen Bedingungen geändert: Urnenbestattungen seien akzeptierter als noch vor zehn Jahren. Mit Blick auf eine kleinere und damit pflegeleichtere Grabstellen entschieden sich mehr Menschen bewusst für die Einäscherung. Ob sich allerdings der seit fünf Jahren deutliche Anstieg weiter fortsetzt, sei nicht mit Sicherheit zu sagen. Die Friedhofsverwaltung empfiehlt deshalb, auf die geplante dritte Ofenlinie (der Begriff umfasst den Ofen samt aufwändiger Steuer- und Filtertechnik) zu verzichten. Allerdings solle mit dem Umbau die Möglichkeit einer Nachrüstung geschaffen werden.

Die Kosten für die Erweiterung der Logistik, Kühl- und Lagerräume sowie die laufenden Kosten sind nach Pfeiffers Berechnungen durch die derzeitigen Gebühren gedeckt. Dabei ist Osnabrück nach seinen Informationen der günstigste Anbieter. Eine Einäscherung inklusive Kühlung und Versand kostet hier 225 Euro. In Oldenburg sind es 295 Euro und In Bielefeld 354 Euro.

1, 5 MILLIONEN EURO kostet der Umbau und die Erweiterung des Krematoriums am Heger Friedhof. Foto: Gert Westdörp
Autor:
S.


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