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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Der Storch kämpft nach wie vor um sein Überleben
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Nach 150 Jahren zogen erstmalig am Schölerberg und in Hellern wieder Storchenpaare erfolgreich Junge groß
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Der Storch kämpft nach wie vor um sein Überleben

Nach 150 Jahren zogen erstmalig am Schölerberg und in Hellern wieder Storchenpaare erfolgreich Junge groß

Der Weißstorch brütete letztmals 1854 in Osnabrück. In diesem Jahr erfolgte nach 150 Jahren wieder die Brut frei fliegender Weißstörche in Osnabrück.

Im Zoo am Schölerberg zog ein Paar erfolgreich vier Junge auf. Es wurde mit Sicherheit durch die zahmen Artgenossen angelockt. Ein Partner stammt aus Münster und wurde dort beringt. Über die Herkunft des anderen ist nichts bekannt. Auch in der staatlich anerkannten Storchen-Betreuungsstation von Tierschützer Wolfgang Merkt in Hellern brachte ein frei fliegendes Storchenpaar zwei Junge hoch.

In Osnabrück brüteten die letzten Störche, damals noch Hausstörche genannt, auf dem Hof Bolte im Schinkel bis 1854 oder 1856: Das Paar wurde flügellahm geschossen. Bis ungefähr 1850 stand sogar in dem damals ausgesprochen ländlichen Osnabrück ein Horst auf dem Haus Große Straße 44 und ein weiteres zwischen Möserstraße und Kollegienwall. Der letzte Horst in der Region Osnabrück befand sich bis 1946 in Hollage auf dem Giebel eines Bauernhauses.

Der Weißstorch ist nach wie vor vom Aussterben bedroht. Sein Brutbestand hält sich auf sehr niedrigem Niveau. Im Großraum Osnabrück und Dümmer gab es im vergangenen Jahr nur noch fünf Paare. Um 1905 waren es in ganz Niedersachsen weit über 4 500 Brutpaare. Bis zum Jahr 2001 sank die Zahl auf 380 ab: Das ist ein Rückgang auf etwa 8, 5 Prozent.

Der dramatische Bestandsverlust konnte erstmals 1985 gestoppt werden. Die Tendenz ist seitdem leicht positiv, woran Zucht, Auswilderung und Zufütterung beteiligt sind. Dies kann jedoch die Biologie der Vögel beeinflussen und sie in menschliche Abhängigkeit führen. Viele Störche überwintern bereits bei uns.

Der Naturzoo Rheine beherbergt inzwischen die größte Kolonie Nordrhein-Westfalens. Hier leben 30 flugunfähige Störche, die regelmäßig Besuch von frei fliegenden Artgenossen bekommen und sich auch mit ihnen verpaaren. Die Abgrenzung zwischen echten " Wildpaaren" und Nachzuchten ist heute nicht mehr zuverlässig möglich. Der Bestand an unbeeinflussten Wildpaaren dürfte weiterhin sehr gering sein.

Eine Sicherung des Weißstorchbestandes kann nur durch einen intakten Lebensraum gewährleistet werden, auch wenn die Vögel am renaturierten Riedenbach gelegentlich Nahrung suchen. Dazu gehört primär die Erhaltung, Pflege und Optimierung der Nahrungsgebiete. Dem Schutz der letzten großen Flussauen kommt eine ganz besondere Bedeutung zu. Durch den Auenschutz profitieren letztlich beide: Mensch und Storch.

MAJESTÄTISCH: Ein Weißstorch im Flug ist ein ebenso imposanter wie leider auch rarer Anblick. Foto: Bernhard Volmer


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